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bauingenieur24 - Online-Magazin für Bauingenieure 9. Jahrgang | Ausgabe 3268 | Nr. 213
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Fachbeiträge -> Geotechnik
Autor: Dr. Ing. Knut Marhold
Herausgeber: ERKA Pfahl GmbH

Nachgründung eines Wohnhauses in Hamburg / ERKA Segmentpfahlsystem

05.04.2004

Nur etwa 300 Meter entfernt von Deutschlands wohl berühmtester Polizeiwache, der Davidswache an der Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli, ging es im Sommer 2003 um ein "Opfer" ganz anderer Art: Ein Mehrfamilienhaus in der Otzenstraße war "Opfer" der dort vorhandenen schlechten Bodenverhältnisse geworden. Das Wohnhaus steht auf Sand, der sich mit Torfschichten abwechselt - ein äußerst labiler Untergrund.


Nichttragfähiger Baugrund mit bis zu 11 m Schichtstärke

Bis zu elf Metern reichen die Torfschichten unterhalb des Gebäudes - kein Wunder, dass es auf die "schiefe Bahn" geraten war. Durch die starken Setzungen wies die alte Bausubstanz bereits beachtliche Risse in allen Bauteilen auf - teilweise so breit, dass eine ausgewachsene Bauarbeiter-Hand hindurch passte. Um die etwa 20 Wohneinheiten wieder nutzbar zu machen, wurde die Spezial-Tiefbaufirma ERKA Pfahl GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Baesweiler beauftragt. Mit deren patentierten Verfahren, dem ERKA Segmentpfahlsystem, wurde das 5-geschossige Bauwerk im Rahmen einer Komplett-Sanierung wieder gerade ausgerichtet.

Gesamtansicht des Wohnhauses in der Otzenstraße, Hamburg

Der "ERKA-Pfahl" ist ein seit Jahren bewährtes System zur nachträglichen Herstellung von Gründungspfählen und zur Sanierung nicht tragfähiger Gründungen. Aufgrund des geringen Platzbedarfs und kleiner Maschinen eignet sich das Verfahren gut für beengte und schwer zugängliche Örtlichkeiten. Das hydraulische Einpressverfahren ist oft die einzige Möglichkeit, Pfähle erschütterungsarm in den Baugrund einzubringen.

Risse in der Fassade - hervorgerufen durch Setzungen

Tiefgründiges Spezialsystem

Das Wohnhaus in der Otzenstraße wurde mit etwa 80 solcher Segmentpfähle, die die Torfschichten durchörtern, nachgegründet. Die Länge der Pfähle variiert von ca. 7 – 12 m Länge, je nach Schichtdicke des nichttragfähigen Baugrundes. Die einzelnen Segemente, die nach dem Nut-/ Feder-Prinzip vorgefertigt sind, wurden so lange in den Untergrund gepresst, bis die Pfähle die notwendige Gebrauchslast sicher trugen und den tragfähigen Baugrund erreichten. Auf diese Weise lassen sich auch Schiefstellungen von Bauwerken korrigieren.

Nachgründung: rot markiert ist der Kopf der hydraulisch eingepressten Pfahlsegmente erkennbar

Durch die aktive Vorpressung der Segmentpfähle wird - auch unter widrigen Umständen - eine nahezu setzungsfreie Tiefgründung hergestellt. Dadurch wird dem Bauherrn künftig ein hohes Maß an Schadensfreiheit garantiert.


Quellen und Verweise
ERKA Pfahl GmbH
 
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