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bauingenieur24 - Online-Magazin für Bauingenieure 9. Jahrgang | Ausgabe 3268 | Nr. 213
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Fachbeiträge -> Bauprojekte
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Hauptverband der deutschen Bauindustrie lobt Stuttgart 21

05.03.2010

Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie bewertet den Start des umstrittenen Stuttgart 21-Projekts als positiv für die Leistungsfähigkeit der Bahninfrastruktur in Deutschland.


Das Projekt sieht die vollständige Neuordnung und Modernisierung des Bahnknotens Stuttgart vor. Das Kernstück ist die Umwandlung des Stuttgarter Hauptbahnhofs von einem Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof. "Mit dem Start von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm stehen wir am Anfang einer neuen bundesdeutschen Erfolgsgeschichte." Diese Auffassung vertreten RA Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und Friedhelm Noss, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen.

"Nicht nur die Region Stuttgart wird von diesen Bahnprojekten profitieren. Gestärkt wird auch die Leistungsfähigkeit der deutschen Eisenbahninfrastruktur sowie der Deutschen Bahn. Aber auch für die deutsche Bauwirtschaft ergibt sich die Gelegenheit, ihr weltweit führendes Know-how unter Beweis zu stellen."

Soll nach der Fertigstellung des neuen unterirdischen Durchgangsbahnhofs innerstädtisch genutzt werden: Das Gleisvorfeld vom jetzigen Hauptbahnhof in Stuttgart, Foto: Peter von Bechen / Pixelio

4,1 Milliarden Euro sind für die Umgestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs von einem Kopf- in einen Durchgangsbahnhof angesetzt. Weitere 2 Milliarden Euro werden für die ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm bereitgestellt. Nicht nur die Bauwirtschaft erhält als "Lokomotive der Binnenkonjunktur" durch diese Aufträge in wirtschaftlich turbulenter Zeit neuen "Treibstoff". Nach Schätzungen des Landesverbandes Bauwirtschaft Baden-Württemberg entstehen bis zu 4.000 Arbeitsplätze während der Bauzeit bis 2019.


"Die uns angeschlossenen Unternehmen aus dem Eisenbahnoberbau sowie dem Ingenieur- und Industriebau stehen bereit, ihr Spitzen-Know-how einzubringen", erklärten Knipper und Noss weiter. Allen Beteiligten werde bei diesem Projekt das Äußerste abverlangt, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: Eine erfolgreiche, qualitäts- und termingerechte Fertigstellung des Bahnprojektes "Stuttgart 21 - Wendlingen-Ulm". Es sei deshalb von besonderer Bedeutung, ein "konstruktives Miteinander" zu entwickeln.


Gefragt seien ein besonderes Verständnis von Partnerschaft sowie die Optimierung des Know-how-Einsatzes auf allen Seiten. Aus Sicht der Bauwirtschaft könne durch eine frühzeitige transparente Ausschreibungsfolge, eindeutige Leistungsbeschreibungen und die faire Verteilung von Projektrisiken die Qualität der Angebote erheblich erhöht werden. "Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Die Spitzen von Bauwirtschaft und Bahn haben bereits Ende 2009 ihre Bereitschaft bekräftigt, in der Vertragsabwicklung ein partnerschaftliches Miteinander zu pflegen", sagen Knipper und Noss abschließend.


Das Projekt Stuttgart 21 wird wegen unterschiedlicher Bewertungen bezüglich der Aspekte Verkehr, Ökologie, Stadtentwicklung, Denkmalschutz und öffentliche Haushalte in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Eine Mehrheit der jeweils teilnehmenden Stuttgarter Bürger sprach sich in Meinungsumfragen wiederholt gegen das Projekt aus, auch mehrere Verkehrsverbände lehnen es ab.

Übereinstimmung besteht zwischen Projektbefürwortern und Projektgegnern zwar darin, dass der Stuttgarter Bahnknoten modernisiert - also auch im Hinblick auf seine Leistungsfähigkeit verbessert - werden müsse. Der Verkehrsclub Deutschland entwickelte aber mit "Umkehr Stuttgart" (einem Bündnis von Umwelt- und Verkehrsverbänden und der Bürgerinitiative "Leben in Stuttgart - Kein Stuttgart 21)" das alternative Konzept Kopfbahnhof 21 ("K 21"), das den Umbau der bestehenden Anlagen unter Beibehaltung des 17-gleisigen Kopfbahnhofs vorsieht.


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