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15. Jahrgang | Ausgabe 5430 | Nr. 184
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Feuerwache Hilden bei laufendem Betrieb umgebaut und erweitert

 

Eine Feuerwache bei laufendem Betrieb umzubauen und zu erweitern, bedeutet für Planer und Bauausführende eine erhebliche Herausforderung. Fast sechs Mio. Euro investierte die Stadt Hilden in den Umbau und die Erweiterung der Feuerwache der Berufsfeuerwehr.

 
Von der Feuerwache Hilden aus kann in acht Minuten nach der Alarmierung jeder Einsatzort in der Stadt erreicht werden, Foto: Jan Westphal Von der Feuerwache Hilden aus kann in acht Minuten nach der Alarmierung jeder Einsatzort in der Stadt erreicht werden, Foto: Jan Westphal

Als Architekt war das Düsseldorfer Büro Buddenberg Architekten beauftragt. IDK Kleinjohann aus Köln, Beratende Ingenieure für das Bauwesen, wurde mit den Leistungsphasen 1-6 der Tragwerksplanung betraut. Als besondere Leistungen führte das Ingenieurbüro auch die Nachweise für den Brandschutz und den Wärmeschutz nach EnEV. Die ausführenden Arbeiten begannen im Juni 2009.

Dipl.-Ing. Norbert Schmitz, Prokurist bei IDK Kleinjohann: "Jede bauliche Maßnahme wurde in ihrer Konsequenz, Ausprägung und terminlichem Ablauf im Team, insbesondere mit den Feuerwehrverantwortlichen vorher detailliert durchgesprochen und dann in Einklang mit den betrieblichen Notwendigkeiten organisiert und ausgeführt. Auf Grund unserer Erfahrungen konnten wir, falls erforderlich, zu jeder Zeit praxistaugliche, bauliche Alternativen aufzeigen, ohne den Bauablauf - und damit die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr - zu beeinträchtigen".

Die Änderung der Zufahrt bildete den Auftakt der Baumaßnahmen. So entstand durch den Rückbau des neben dem Feuerwehrturm befindlichen, eingeschossigen Gebäudeteils, eine neue breite Zufahrt. Im Keller des abgerissenen Hauses ist allerdings die Schlauchtechnik untergebracht. Um die Kellerdecke für die Bau- und später die Feuerwehrfahrzeuge zu ertüchtigen, wurde sie massiv aufbetoniert und die Fensterstürze verstärkt. Die in den Innenbereich führende, ehemalige Hauptdurchfahrt wurde anschließend geschlossen, um sie später als Hallenstellplatz nutzen zu können.

In Verlängerung der vorhandenen, eingeschossigen Hallen wurde nach Abriss einer Gebäudeachse der Bestand um zwei Gebäudeachsen erweitert. Bestehend aus einer Fahrzeug- und einer Waschhalle, komplett als Stahlbetongebäude mit mittlerer tragender Stahlbetonwand, nicht unterkellert, eingeschossig mit Abmessungen von ca. 10,96 m x 13,64 m sowie einer Höhe von 6,31 m. Die Gründung erfolgte über Einzel- und Streifenfundamente bis zu 1,20 m Tiefe.

Die Waschhalle steht als eigenständiges Gebäude direkt in Verlängerung der Fahrzeughalle mit eigener, lastabtragender Wand. Um sie zu errichten war es aus Platzgründen notwendig, eine Achse der bestehenden Fahrzeughalle abzureißen. Im Bereich der Abrisskante des Altbaus unterfängt die Bestandsbodenplatte den Bauzustand. Die Bodenplatte der Waschhalle wurde in FD Qualität ausgeführt und erhielt aufgrund der Funktion des Gebäudes einige Einbauten, wie z.B. Ablaufrinnen, Pumpensumpf sowie Vertiefungen für die Scherenhubbühne. Dementsprechend wurde die Bodenplatte für eine Belastung von 16 t (Brückenklasse 16/16) ausgelegt.

Gegenüber entstand im Hofbereich des Feuerwehrareals als größtes Bauwerk ein zweigeschossiger, nicht unterkellerter Neubau aus Stahlbeton. Er misst ca. 45,00 m in der Länge und ca. 13,50 m in der Breite, auskragend sogar bis ca. 15,50 m breit. Mit seiner markanten Silhouette, der Glasfront und der Farbgebung bildet er nun das sichtbare architektonische Highlight.

Das Erdgeschoss dieses Neubaus dient als Aufstellplatz für die größeren Einsatzfahrzeuge. Um die nötige Stützenfreiheit für die Fahrzeugstellflächen gewährleisten zu können, wurden Stützen-Riegel-Konstruktionen aus Stahlbeton gewählt. Bei frühzeitiger Planung konnten die haustechnischen Leitungen und Kanäle durch die Riegelkonstruktion geführt werden.

Im 1.OG befinden sich Büros, Verwaltungsräume und ein großzügiger Kantinenbereich. Durch die hofseitige Staffelung des Obergeschosses ergab sich eine Terrassenfläche, die sowohl über die Büroräume, als auch über die Kantine erreichbar ist. Kantine, Flure und Fahrzeughalle sind mit insgesamt ca. 300 m² Sichtbeton optisch sehr ansprechend ausgeführt. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgte über die Längsaußenwand auf der Grundstücksgrenze sowie Stahlbetonquerwände. Insgesamt wurden knapp 1250 m³ Transportbeton eingesetzt und rd. 115 to Stahl verbaut.

Das vorhandene, teilweise unterkellerte alte Feuerwehrgebäude, wurde bis auf einige größere Eingriffe, die sich auf Teilbereiche beschränkten, modernisiert. Durch die Anpassung der Haustechnik an die neuen Anforderungen bezüglich Heizung, Sanitär und Elektrik, wurden neue Leitungstrassen erforderlich. Um die Höhe des Lichtraumprofils für die Fahrzeugstellflächen ermöglichen zu können, mussten die neuen Leitungstrassen in einigen Bereichen durch den Rahmenriegel der Bestandshalle geführt werden. Hierzu wurden unter Berücksichtigung der statischen Belange Kernbohrungen vorgenommen.

Die Infrastruktur des Bestandshauses wurde im Wesentlichen durch Errichtung eines neuen Haupteingangs, der neuen Erschließung des Innenhofs und neue Technikelemente auf der Bestandsdachfläche verbessert. Darüber hinaus wurde das Gebäude wärmedämmtechnisch nach den Vorgaben von IDK auf den neuesten Stand gebracht.

 
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