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16 Jahre [2001-2017] - Online-Magazin mit Stellenmarkt für Bauingenieure
16. Jahrgang | Ausgabe 5727 | Nr. 115
Fachbeiträge für Bauingenieure » Berufswelt
 
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Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst
 

Wirtschaftsplanung im Planungsbüro? - So funktioniert es

 

Zielvorgaben auch ohne Kenntnis der zukünftigen Auftragslage möglich. Voraussichtliche Kosten für Investitionen und Weiterbildung gut planbar. Liquiditätsbedarf und Umsatzziel als weitere Kennzahlen

 

Individuelle Planung sinnvoller als Vergleich mit Konkurrenz

Das neue Wirtschaftsjahr im Ingenieurbüro zu planen muss keine Kaffeesatzleserei sein. Viele Größen sind gegeben. Wichtig ist die klare Benennung von Zielen. Foto: Dieter Schütz / Pixelio Das neue Wirtschaftsjahr im Ingenieurbüro zu planen muss keine Kaffeesatzleserei sein. Viele Größen sind gegeben. Wichtig ist die klare Benennung von Zielen. Foto: Dieter Schütz / Pixelio

Für die Wirtschaftsplanung in Ingenieurbüros ist ein Aspekt von Bedeutung auf den ich in einem früheren Beitrag zu Kennziffern (Umsatzziel, Projektstundenanteil, Gemeinkostenfaktor, etc.) hingewiesen habe, die üblicherweise in Planungsbüros eingesetzt werden (s.u. "Quellen und Verweise").

In der Beratung der Büros wird mir häufig die Frage gestellt: Ist die Kennziffer gut oder weniger gut? Darauf zu antworten ist recht schwierig, weil es wie immer im Leben kein absolut gut oder schlecht gibt. Dennoch ist die Arbeit mit diesen Zahlen sinnvoll. Wie kann das gehen? Der Vergleich mit anderen Büros kann hilfreich sein, aber mehr auch nicht, denn jeder arbeitet unter anderen Bedingungen.

Wesentliche Basis für die Lösung dieser Frage sind die eigenen Ziele. Unternehmer, die mit diesen Zahlen arbeiten, können auf Erfahrungen zurückblicken und auch die Werte der Vergangenheit ermitteln. Auf der Grundlage der Vergangenheitswerte werden die Ziele der aktuellen und vielleicht auch zukünftigen Jahre formuliert.

 

Wirtschaftsplanung: Ziele festlegen, um sie zu erreichen

Eine häufige Antwort auf die Frage nach der Wirtschaftsplanung in Planungsbüros lautet:

"Wir arbeiten an Projekten und wissen nicht welche Aufträge wir im nächsten Jahr bekommen. Deshalb macht Wirtschaftsplanung keinen Sinn."

Natürlich weiß jeder erst am Ende des Jahres genau, was er erreicht hat. Aber mit Wirtschaftsplanung werden die Ziele fixiert, die erreicht werden sollen. Ich halte es da mit Konfuzius, dem chinesischen Philosophen:

"Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern."

Wirtschaftsplanung ist also kein Selbstzweck sondern ein wichtiges Mittel zur Festlegung und letztlich auch zur Erreichung der eigenen Ziele. Insbesondere im Kontakt mit Banken werden Unternehmer regelmäßig nach der Wirtschaftsplanung gefragt, denn sie bildet einen wichtigen Bestandteil des Ratings und damit der Konditionen für die Vergabe von Krediten.

 

Planungsfaktoren: Kosten, Investitionen, Umsatz, Liquidität u.a.

Praktischerweise geht man von den Kosten des vergangenen Jahres aus und schreibt diese gemäß den eigenen Zielen und zu erwartenden Entwicklungen fort. Dabei sind absehbare Veränderungen zu bewerten und zu berücksichtigen. Weiterhin erfolgt die Planung der Investitionen. Dies hat verschiedene Auswirkungen in Abhängigkeit von der Finanzierung der Investitionen. In jedem Fall steigen die Abschreibungen. Weiterhin ist die Finanzierung der Investition zu sichern – durch eigene oder Kreditmittel – was Einfluss auf die Liquiditätsplanung haben kann.

Ergänzend dazu ist es erforderlich, die zur Kostendeckung und Gewinnerzielung erforderlichen Umsätze zu planen. Dann beginnen die weiteren Schritte, die sich aus der konkreten Bearbeitung der Projekte ergeben und hinsichtlich der erforderlichen Geldflüsse in der Liquiditätsplanung münden. Dieser Aspekt hat angesichts des Zahlungsverhaltens einiger Kunde besondere Bedeutung für die Existenz des Unternehmens. Damit steht die Frage: Wie hoch ist eigentlich der durchschnittliche Liquiditätsbedarf?

Selten ist es möglich, am Anfang des Jahres festzulegen, welche konkreten Projekte zu bearbeiten sind. Somit ergeben sich aus dem damit verbundenen Arbeitsvorrat Aufgabenstellungen für die Akquisition.

 

Weiterer Wirtschaftsfaktor im Planungsbüro: Qualifizierung der Mitarbeiter

In der Bewertung der eigenen Leistungsfähigkeit ist die Arbeit mit den eingangs genannten Kennziffern hilfreich. Hinzu können noch andere Steuerungsinstrumente kommen. So ist z.B. in Planungsbüros die Frage der Weiterbildung von zentraler Bedeutung. Eine Größe für die Bemessung des Aufwandes ist die Summe aus Kosten für Weiterbildung und eigenem internen Aufwand.

Weitere interne Zielstellungen sind möglich und werden durch die Kreativität der Unternehmenslenker und Mitarbeiter bestimmt.

(Anm. d. Red.: In den nächsten Beiträgen widmet sich der Autor gesondert den einzelnen Faktoren der Wirtschaftsplanung im Planungsbüro, wie Investitionen, Liquidität und Weiterbildung. Registrieren Sie sich für unseren Newsletter und verpassen Sie so keinen der Beiträge des Autors.)

 

Der Autor Karl-Heinz Seidel

berät seit über 10 Jahren mittelständische Firmen. Er befasst sich besonders bei Planungsbüros mit wirtschaftlichen Themen und Fragen der Unternehmensführung.

 
Quellen und Verweise
Beitrag »Benchmarks in Planungsbüros - Hilfe zur wirtschaftlichen Standortbestimmung«
Seidel Business Consult
Bürokostenvergleich für Planungsbüros
 
Kurz-Link zu diesem Beitrag
http://www.bauingenieur24.de/url/700/2777
 
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