bauingenieur24 - Online-Magazin für Bauingenieure 9. Jahrgang | Ausgabe 3268 | Nr. 213
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Fachbeiträge -> Forschung
Autor: Franz Ossing
Herausgeber: Geo-Forschungs-Zentrum (GFZ) Potsdam

Bohrturm für Tiefenbohrungen nach Forschungsprojekt übergeben

21.09.2001

83 Meter hoher Turm wird vom Landkreis Neustadt-Waldnaab touristisch genutzt / Tiefenbohrprogramm war Deutschlands größtes geowissenschaftliches Forschungsprogramm


Im September 2001 wurde mit einer feierlichen Vertragsunterzeichnung der Bohrturm der Hauptbohrung des Kontinentalen Tiefbohrprogramms der Bundesrepublik Deutschland (KTB) an den Landkreis Neustadt/Waldnaab übergeben. In der Zeremonie, an der auch der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen, zugegen war, übertrug das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) als bisheriger Eigentümer die Rechte an den Landkreis, der den 83 Meter hohen Turm als touristische Attraktion nutzen wird. Die KTB-Bohrlöcher bleiben dabei für die Wissenschaft zugänglich.

Erst kürzlich hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft das Schwerpunktprogramm "Internationales Kontinentales Bohrprogramm (ICDP)" genehmigt, das ab dem Jahr 2002 das bisherige Programm "KTB/ICDP" ablöst. Damit sind für eine Periode von mindestens fünf weiteren Jahren Langzeitexperimente in den beiden Bohrlöchern des KTB möglich.

Bohrturm der GFZ Potsdam - die KTB-Bohrlöcher bleiben für die Wissenschaft zugänglich, Foto: GFZ Potsdam

Diese beiden Tiefbohrungen von 4000 Metern und 9101 Metern Teufe direkt nebeneinander geben den Geowissenschaftlern weltweit einzigartige Gelegenheiten für experimentelle und instrumentelle Beobachtungen. Das GFZ Potsdam stellte bisher, d.h. auch nach Abschluss der aktiven Bohrphase im Oktober 1994, die Bohrlöcher als geowissenschaftliches Tiefenlabor zur Verfügung und führte selbst dort auch wissenschaftliche Experimente durch.


Professor Rolf Emmermann, der Vorstandsvorsitzende des GFZ Potsdam, erinnerte in seinem Beitrag daran, dass das KTB seinerzeit das größte geowissenschaftliche Programm Deutschland war. Professor Emmermann, der während der Jahre 1986 bis 1995 als federführender Koordinator des DFG-Schwerpunktprogramms "KTB" und von 1989 bis 1994 als Wissenschaftlicher Direktor in der KTB-Projektleitung verantwortlich war für die wissenschaftlich-operative Gesamtdurchführung dieses Großforschungsprojekts sowie für die Leitung des KTB-Feldlabors, wies darauf hin, dass das heutige Internationale Kontinentale Bohrprogramm (ICDP) von dem Know-How profitieren kann, das im KTB gewonnen wurde.


"Dass die weitere wissenschaftliche Verwendung der beiden Bohrlöcher bei gleichzeitiger touristischer Nutzung des Bohrturms und des Bohrturmgeländes jetzt durch diesen Vertrag gesichert wurde, kann als Erfolg für alle Beteiligten bezeichnet werden. Der Bohrturm beginnt so nach seiner wissenschaftlichen Laufbahn nunmehr eine touristische Karriere," führte Emmermann aus.


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