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bauingenieur24 - Online-Magazin für Bauingenieure 10. Jahrgang | Ausgabe 3308 | Nr. 253
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Fachbeiträge -> Holzbau
Autor: Gerhard Butke
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Synchronhubsystem bringt Holzbrücke auf die richtige Höhe

25.02.2009

Ende November 2008 wurde die Montage der 360 Tonnen schweren Akkerwinde-Holzbrücke bei Sneek in den Niederlanden abgeschlossen. Vor dem Transport vom nahe gelegenen Vormontageplatz zum Endmontageort wurde die komplette Brückenkonstruktion mithilfe eines hydraulischen Synchronhubsystems auf eine Höhe von über fünf Metern angehoben.


Zwei neue Holzbrücken über die A 7

Das Projekt umfasst die Realisierung zweier Holzbrücken über die neue Umgehungsstraße Autobahn 7 der niederländischen Stadt Sneek. Die erste Phase wurde Ende November durch die Montage der neuen Brücke in Akkerwinde abgeschlossen. Die zweite Brücke ist für Molenkrite geplant. Wann und in welcher Form diese zweite Verbindung gebaut und montiert wird, hängt von den Erfahrungen mit der jetzt montierten Brücke in Akkerwinde ab.

Brückenbogen mit einer Länge von 32 Metern
Das Einzigartige an der Akkerwinde-Brücke ist, dass die Holzkonstruktion in der Lage ist, die Last der Stahlfahrbahndecke zu tragen. Überdies eignet sich die Brücke für Straßenverkehr der höchsten Verkehrsklasse (60 t). Die zwei vertikalen, hölzernen Brückenbögen haben eine Länge von 32 Metern und eine Höhe von 16 Metern. Die Bögen sind durch Bolzenverbindungen und Zugstangen verbunden. Neben den ästhetischen und bautechnischen Kriterien spielte bei der Planung auch die Dauerhaftigkeit eine wichtige Rolle. Weltweit gibt es zwar mehrere moderne Holzbrücken, jedoch keine dieser Größe und Belastbarkeit.

Die neue Brücke besteht aus einer Stahlfahrbahndecke und zwei vertikalen, hölzernen Brückenbogen mit einer Länge von 32 Metern und einer Höhe von 16 Metern, Foto: Enerpac

Digital gesteuertes Hubverfahren

Brückendecke und Brückenbögen der neuen Brücke wurden am etwa anderthalb Kilometer entfernten Bauplatz vormontiert. Danach wurde die Brücke mithilfe eines computergesteuerten, hydraulischen Synchronhubsystems der Firma Enerpac auf die für die endgültige Positionierung erforderliche Höhe angehoben. Michel de Jong, Projektleiter der ausführenden Firma Wagenborg Nedlift zeigte sich äußerst zufrieden über den Verlauf der Operation "Das System funktioniert perfekt", sagte de Jong, "wir haben es bereits öfters verwendet, aber das Besondere an diesem Projekt war, dass wir die Unterseite der Brücke auf eine Höhe von 5,10 Metern bringen mussten, das Hubsystem jedoch nur bis 4,40 Meter reichte."

Vier Hubpunkte
Das Synchronhubsystem stellt eine Kombination aus digitaler Steuerung, Schaltung und Überwachung dar. Spezialsoftware ermöglicht ein genaues Anheben und Senken mit einer kontrollierten Genauigkeit von 1 mm. Um die Brückenkonstruktion anzuheben, wurden lediglich vier Hubzylinder mit einer gemeinsamen Hubkraft von 1.000 Tonnen verwendet und mit integrierten Stützplatten versehen, um das Unterlegen von Füllmaterial zu vereinfachen. Während des Anhebens wurden etwa alle 10 cm eine neue Balkenschicht angeordnet. Auf diese Weise wurde die Brücke mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 50 Zentimetern pro Stunde angehoben. Jeder Zylinder war mit einer eigenen computergesteuerten Hydraulikpumpeneinheit mit direkt neben den Hubzylindern angeordneten Sensoren verbunden. Die Zylinderbewegungen wurden mithilfe der Messdaten durch die Schaltung der Hydrauliksteuerventile vom Computerprogramm korrigiert.

Montageplatz der Akkerwinde-Brücke: Die Bögen sind durch Bolzenverbindungen und Zugstangen verbunden, Foto: Enerpac

Neues Konservierungsverfahren für Holz

Für die Brückenbögen wurden 690 Kubikmeter Holz verarbeitet. Dabei wurden 1.080 x 1.400 mm große Accoya-Schichtholzbalken verwendet. Diese Holzart stammt aus den Wirtschaftswäldern in Neuseeland und wird von der niederländischen Firma Titan Wood hergestellt und geliefert. Um eine lange Lebensdauer garantieren zu können, wird das Holz durch ein neues Verfahren, das Acetylierungsverfahren, konserviert. Bei diesem Verfahren wird die Zellenstruktur des Holzes mithilfe von Essigsäureanhydrid so verändert, dass die Eigenschaften mit denen von Tropenhartholz vergleichbar sind oder diese sogar noch übertreffen.


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