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16. Jahrgang | Ausgabe 5727 | Nr. 115
Fachbeiträge für Bauingenieure » Konjunktur
 
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Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst
 

Jedes zweite Ingenieurbüro will 2017 einstellen

 

Umfrage ermittelt steigenden Personalbedarf und guten Auftragsbestand. Bundesingenieurkammer fordert Hochschulen zum Handeln auf. Aktuell durchschnittlich zehn feste Bauingenieure pro Büro

 

Gute Auftragslage lässt Personalbedarf steigen

Mehr als die Hälfte der Ingenieurbüros erwartet 2017 einen erhöhten Bedarf an festangestellten Ingenieuren. Grafik: Institut für Freie Berufe (IFB) Mehr als die Hälfte der Ingenieurbüros erwartet 2017 einen erhöhten Bedarf an festangestellten Ingenieuren. Grafik: Institut für Freie Berufe (IFB)

Der deutschen Wirtschaft geht es seit Jahren gut. Ob dies auch für die deutschen Ingenieur- und Architekturbüros gilt, wollte eine gemeinsam von der Bundesingenieurkammer, dem Ausschuss für die Honorarordnung (AHO), dem Verband Beratender Ingenieure (VBI) sowie dem Bund Deutscher Baumeister in Auftrag gegebene Umfrage wissen.

Im entstandenen "Gesamtbericht zur wirtschaftlichen Lage von Ingenieur - und Architekturbüros 2015" erfährt man, dass der Bedarf an angestellten Ingenieuren im kommenden Jahr in über der Hälfte (53,2%) der befragten Büros steigen wird. Für technische Mitarbeiter nehmen 34,1 Prozent der Befragten einen zusätzlichen Personalbedarf an. Ein Viertel gibt an, im Bereich der freien Mitarbeiter ebenfalls zusätzliche Stellen schaffen zu müssen.

Über alle Mitarbeitergruppen hinweg wird in jedem Fall kaum von einem geringeren Bedarf in 2017 ausgegangen. Ein Grund dafür dürfte ein guter Auftragsbestand sein, welcher von den Ingenieurbüros im Schnitt mit acht Monaten angegeben wurde.

 

Bundesingenieurkammer fordert bessere Ausbildung

"Diese Zahlen freuen uns natürlich sehr", meint der Präsident der Bundesingenieurkammer, Hans-Ullrich Kammeyer. Umso wichtiger sei es, den Ingenieur-Nachwuchs gezielt zu fördern.

"Das beginnt schon mit der Stärkung der MINT-Fächer in den Grundschulen. Aber auch die Universitäten und Hochschulen sind gefragt. Es ist nicht hinnehmbar, dass im Bauingenieurwesen noch immer mehr als die Hälfte der Studierenden keinen Abschluss machen", macht Kammeyer seinem Ärger über den Status quo Luft.

 

Im Schnitt zehn Ingenieure in einem Büro

Neben der positiven Zukunftsprognose für Bauingenieure gibt die Mitte dieses Jahres vom unabhängigen Institut für Freie Berufe (IFB) durchgeführte Studie konkreten Aufschluss darüber, wie die Ingenieur- und Architekturbüros in Deutschland aktuell aufgestellt sind.

Über alle 504 betrachteten Unternehmen hinweg ergibt sich ein Mittel von 18 tätigen Personen. Ein befragtes Büro beschäftigt somit durchschnittlich etwa zehn angestellte Ingenieure, vier technische und ein bis zwei kaufmännische Mitarbeiter. Hierzu kommt im Durchschnitt in jedem zweiten Büro ein Auszubildender sowie ein sonstiger Mitarbeiter.

 

Viele Honorareinnahmen außerhalb der HOAI

Wer seine planerischen Leistungen als Einzelkämpfer anbietet, erwirtschaftet damit im Schnitt etwa 89.000 Euro Umsatz. Bei Büros mit zwei bis zu fünf Personen beträgt der durchschnittliche Umsatz je tätiger Person knapp 94.000 Euro und bei Büros mit sechs bis zu zehn tätigen Personen knapp 90.000 Euro.

Auch in den Kategorien mit über 10 Personen zeigen sich Büroumsätze je tätiger Person in ähnlichen Größenordnungen. Die höchsten durchschnittlichen Umsätze sind laut Umfrage im Bereich des Sachverständigenwesens vorzufinden.

Ein großer Teil der Büros (44,1 Prozent) gibt an, ein Viertel der Honorareinnahmen außerhalb der HOAI zu erzielen. 20,3 Prozent der Befragten rechnen gar mindestens drei Viertel der Honorareinnahmen nicht über die HOAI-Leistungsbilder ab.

 
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