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16. Jahrgang | Ausgabe 5700 | Nr. 88
Fachbeiträge für Bauingenieure » Konjunktur
 
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Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst
 

Steigende Nachfrage bei Wohnungsbau und Infrastruktur sorgt für Orderplus

 

Wirtschaftsbau erstmals seit 2015 mit Orderrückgang. Öffentliche Investitionen und boomender Wohnungsbau lassen Auftragsvolumen dennoch steigen. Bauunternehmen überwiegend optimistisch

 

Wirtschaftsbau: Umsätze rauf, Aufträge runter

Während der Wohnungsbau und der Öffentliche Bau weiter boomen, ist im Wirtschaftsbau ein Auftragsrückgang zu verzeichnen. Grafik: HDB Während der Wohnungsbau und der Öffentliche Bau weiter boomen, ist im Wirtschaftsbau ein Auftragsrückgang zu verzeichnen. Grafik: HDB

Der Wirtschaftsbau bereitet der Bauindustrie Sorgen. Nach einem Jahr anhaltender Steigerungsraten beim Auftragseingang kam es im November 2016 erstmals wieder zu einem Rückgang. Dieser fiel mit 10,8 Prozent deutlich aus. Das Wachstum der vergangenen Monate (Jan.-Nov.: + 10,9 %) war damit wieder aufgebraucht.

Nach Einschätzung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) hielten sich die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes offenbar aufgrund der unsicheren Lage auf den Weltmärkten erst einmal mit Aufträgen zurück. Die Ordereingänge im Wirtschaftshochbau sanken um satte 15,2 Prozent.

Auf den Umsatz im Wirtschaftsbau hatte dies aber noch keinen Einfluss, er legte im November um 3,4 Prozent zu (Jan.-Nov.: + 3,3 %).

 

Wohnungsbau und Öffentlicher Bau weiterhin stark nachgefragt

Die Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten trotz der Schwäche im Wirtschaftsbau für November 2016 immerhin noch ein Orderplus im Vergleich zum Vorjahresmonat von nominal 7,6 Prozent. Hauptgrund dafür ist, dass die Nachfrage im Wohnungsbau (+ 24,9 %) und im Öffentlichen Bau (+ 26,7 %, ) ungebrochen blieb.

Laut Hauptverband sei der vom Statistischen Bundesamt berechnete preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigte Rückgang des Auftragseingangs von einem Prozent zum Vormonat kein Ausdruck einer schwächelnden Baukonjunktur, sondern nach wie vor nur die Folge des mittlerweile erreichten außergewöhnlich hohen Auftragsniveaus. Die Bauunternehmen meldeten für die ersten elf Monate immerhin ein Orderplus von nominal 15,3 Prozent.

 

Bauunternehmen mit 3,2 Monaten Auftragsbestand

Entsprechend gut gefüllt sind die Auftragsbücher: Für Ende 2016 meldete das ifo Institut trotz reger Bautätigkeit für die Branche eine Reichweite der Auftragsbestände von weit überdurchschnittlichen 3,2 Monaten. So erwirtschafteten die Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im November ein Umsatzplus von nominal 6,2 Prozent. In den ersten elf Monaten lag der Umsatz um 6,8 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

85 Prozent der im Rahmen des ifo Konjunkturtests befragten Bauunternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage dementsprechend als gut bzw. befriedigend - so viele wie noch nie im Dezember.

 

Infrastrukturinvestitionen kommen bei Bauunternehmen an

Die Öffentliche Hand bleibt der Freund der Bauindustrie. Das starke Orderplus im Öffentlichen Bau geht einher mit einem Zuwachs des Umsatzes um 9,5 Prozent (Jan.-Nov.: + 7,5 %). Die Aufträge im Straßenbau sind hierbei signifikant: sie stiegen um ganze 50,2 Prozent (Jan.-Nov.: + 19,2 %). Damit kommen die zusätzlichen Bundesmittel langsam bei den Bauunternehmen an.

Laut aktuellem Monatsbericht des Finanzministeriums lagen die Ausgaben des Bundes für den Straßenbau in den ersten elf Monaten um 10,3 Prozent über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Für Dezember wird auch ein deutliches Plus erwartet: Von den 8,8 Mrd. Euro, die der Bund für 2016 für den Bau von Straßen angesetzt hat, waren im Januar erst 84 Prozent ausgegeben.

 

Wohnungsbau: Mehrfamilienhäuser im Trend

Im Wohnungsbau nahm der Umsatz ebenfalls gemeinsam mit dem deutlichen Orderplus (Jan.-Nov.: + 18,2 %) zu. Er lag um 6,2 % über dem vergleichbaren Vorjahresmonat (Jan.-Nov.: + 12,7 %).

Auch die Baugenehmigungen für Wohnungen legten in den ersten elf Monaten zu: Es wurde der Neu- und Umbau von 340.000 Wohnungen genehmigt, 63.600 bzw. 23 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dabei wurde für den Neubau von Mehrfamilienhäuser ein höheres Wachstum ausgewiesen (+ 27,4 %) als für Ein- und Zweifamilienhäuser (+ 3,2 %).

 
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