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Autor: Christian Wieg Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst |
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"Was bei Lebensmitteln selbstverständlich ist, muss auch für Gebäude gelten" |
| 21.09.2007 |
Die Bundesvereinigung der Prüfingenieure (BVPI) fordert schärfere Kontrollen für Brücken
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Am Rande der diesjährigen Jahrestagung der BVPI in Weimar, warnte der Präsident Dr.-Ing. Hans-Peter Andrä vor den Folgen zurück gehender Investitionen im Verkehrshaushalt des Bundes. "Es ist fahrlässig, die Investitionen für die
Verkehrsinfrastruktur in den kommenden Jahren nicht auf den Bedarfsfall
einzustellen und sogar weiter zu kürzen, obwohl eine Sanierungswelle bei
den Brücken bevorsteht", so Andrä. Schon heute würden viele
Bauwerke nicht ausreichend überprüft und in Stand gesetzt. 15 Prozent der
Autobahnbrücken hätten Mängel. Mit Sorge beobachten die Prüfingenieure
auch die Diskussion um Gigaliner, die ein zulässiges Gesamtgewicht von 60 Tonnen haben. Andrä bezweifelte, dass herkömmliche Brücken dem kräftig wachsenden Güterverkehrsaufkommen in Verbindung mit Gigalinern
standhalten würden. Die bisher noch vorhandenen Reserven bei der Tragfähigkeit
und Dauerhaftigkeit der Bauwerke, seien allmählich aufgebraucht. |
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| Skeptisch sieht der BVPI den wachsenden Schwerverkehr und den Einsatz von sogenannten Gigalinern als Belastung für Straßen und Brücken, Foto: Redaktion |
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Der Rückgang bei der Überwachung von Bauwerken sei in allen anderen
Bereichen ebenso festzustellen. Bad Reichenhall scheint vergessen zu sein und Bund,
Länder sowie Kommunen kontrollieren immer weniger, erklärte der BVPI-Präsident. 52 Prozent aller Bauwerke, die unmittelbar nach dem Unglück in
Reichenhall geprüft worden waren, hatten starke Mängel. |
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Aber auch im Ein- und Zweifamilienhausbau stieg bei Neubauten die Zahl
der Schadensfälle in den letzten fünf Jahren um rund 30 Prozent. Die Ursachen dafür seien immer mehr Pfusch und das Ergebnis des "Deregulierungswahns in Deutschland". Andrä erklärte, dass Baurecht und Verbraucherschutz kein Widerspruch sein dürfte. "Der Staat hat die Verantwortung für Sicherheit. Wer deregulieren will,
muss auch sicherstellen, dass die wenigen Vorschriften, die es noch gibt,
auch eingehalten werden", so der Präsident. |
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Das Ziel, Kosten zu sparen und damit auf die Überprüfung und Überwachung vieler Bauten zu verzichten und die Verantwortung auf den Betreiber abzuwälzen, sei ein Irrweg. Hinzu komme ein starker Rückgang bei fachkompetenten Mitarbeitern in den Bauämtern. Die Behörden achteten heute nur noch auf die Einhaltung der Bebauungspläne. Ob das Gebäude selbst überhaupt standsicher ist, werde nicht mehr überprüft. "Gebäudesicherheit darf nicht länger nur noch nach ökonomischen
Gesichtspunkten beurteilt werden. Was bei Lebensmitteln selbstverständlich ist, muss
auch für Gebäude gelten", so Andrä. |
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Während in Deutschland die Deregulierung einen "Raubbau an der Qualität betreibt", kopieren immer mehr Nachbarländer das frühere deutsche Prüfwesen. Norwegen beispielsweise hat aus den Erfahrungen mit laxen Bauvorschriften gelernt und die bautechnische Prüfung nach deutschem Vorbild eingeführt. |
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