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15 Jahre [2001-2016] - Online-Magazin mit Stellenmarkt für Bauingenieure
15. Jahrgang | Ausgabe 5428 | Nr. 182
Fachbeiträge für Bauingenieure » Stahlbau
 
Autor: 
Herausgeber: Bayerische Ingenieurekammer - Bau
 

WTC e.XTRA - Analysen zur Einsturz-Ursache

 

Warum sind die Türme des World Trade Center eingestürzt, die doch selbst den Bombenanschlag auf die Fundamente 1993 überstanden haben? Experten sind sich einig - Der Anschlag auf die Zwillingstürme des World Trade Centers ist das Werk von Attentätern, denen die Statik des Bauwerks bestens bekannt war

 

Prof. Masoud Sanayei / Prof. Hyman Brown

Aufräumarbeiten am World Trade Center, Foto: Ian Jacobs Aufräumarbeiten am World Trade Center, Foto: Ian Jacobs

Tufts University, Boston - Der Kombination aus den heftigen Aufschlägen großer Flugzeuge und dem folgenden Feuer infolge auslaufenden Kerosins kann nach Meinung von Professor Masoud Sanayei von der Tufts-Universität in Boston kein Gebäude widerstehen. Professor Hyman Brown vermutet, dass die Hitze von ca. 90.000 Liter brennenden Kerosins die Stahlträger der Gebäude habe schmelzen lassen.

Prof. Klaus Rückert, Technische Universität Berlin
Prof. Klaus Rückert von der Technischen Universität Berlin beschreibt das seit 1962 von Minori Yamasaki entworfene World Trade Center als typische "Tube." Die Statik der Konstruktion sei 1964 von Skilling, Helle, Christiansen und Robertson entwickelt worden. Wie fast alle Hochhäuser bestehe der Bau aus einer in sich stabilen Röhre aus vertikalen Stahlstützen, in welcher die Geschossplatten die horizontale Aussteifung gegen Windlasten bewirken würden. Im Kern der beiden Türme hätten 44 Stahlstützen gestanden, von denen aus sich die Decken über die zehn und 18 Meter breiten Büros bis zur Außenwand gespannt hätten. Diese sei wiederum aus vertikalen Stahlstützen aufgebaut gewesen und habe so das Gebäude mitgetragen.

 

Norbert Rehle, Ingenieurbüro Sobek

Bei dem Durchschlagen der Fassade wurden bereits erste Stahlstützen zerstört, der Brandschutz bei anderen vermutlich beschädigt. Auch wurden durch die Flugzeuge wahrscheinlich die Wasserleitungen zu den Brandschutzanlagen unterbrochen. Tragende Elemente hätten so nicht mehr gekühlt werden können. Da bei Temperaturen oberhalb von 500 Grad, Baustahl seine Festigkeit verliere, hätten, so Norbert Rehle vom Ingenieurbüro Sobek in Stuttgart, selbst beindicke Träger schlagartig versagt

 

Rainer Barthel, Technische Universität München

Rainer Barthel, Ordinarius am Lehrstuhl für Hochbaustatik und Tragwerksplanung der Technischen Universität München - Deutsche Normen sehen vor, dass der Brandschutz der Stahlkonstruktion durch aufgespritzten Putz mindestens 90 Minuten durchhalten muss. Genug Zeit, so Rainer Barthel, Ordinarius an der Technischen Universität München, um ein Gebäude zu evakuieren. Die "Tube" sei eigentlich ein sehr sicheres System, weil die Gesamtstabilität nicht von einzelnen Stützen abhängt. Selbst ein Bombenanschlag, der mehrere Streben wegreißen würde, könne dem Gebäude kaum etwas anhaben, weil die verbliebenen Stahlstützen die von oben druckende Last untereinander aufteilen würden. Die Flugzeuge hätten allerdings einen großen Teil der Struktur im Innern zerstört.

 

Büro Skilling, Helle, Christiansen und Robertson

Unterdessen erklärte ein Sprecher vom Architekturbüro Skilling, Helle, Christiansen und Robertson an, dass die Konstruktion so ausgelegt sei, dass sie dem Winddruck eines Hurrikans hätte standhalten können. Auch der den Aufprall einer voll beladenen, voll getankten Boeing 707, sei berücksichtigt gewesen. Die Konstruktion habe über enorme Sicherheitsreserven verfügt. So habe das Stahlskelett, das wie eine Röhre das Etageninnere umschloss, dem Angriff mit der entführten Boeing 767 zunächst standhalten können.

 
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