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12. Jahrgang | Ausgabe 4296 | Nr. 145
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Fachbeitrag aus Strategie für Bauingenieure
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Initiative PraxisRegelnBau: Normen sollen Hilfestellung leisten

09.02.2011

Mehrere Interessensverbände auf dem Bausektor haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um effektiv an den Eurocodes, also den Bemessungsregeln für Bauwerke, zu arbeiten. Der neu gegründete Verein will dabei vor allem die Praxis mit einbeziehen.


"Mit unserer Initiative wollen wir Motor sein, um praxisgerechte Regelwerke im Bauwesen professionell vorzubereiten. Unser Ziel ist es, dass Normen Hilfestellung und nicht Hemmnis oder Risiko sind", erläuterte Professor Dr. Manfred Nußbaumer, Vorsitzender des Deutschen Beton- und Bautechnik-Vereins e.V., den Hintergrund, der zur Gründung des Vereins "Initiative Praxisgerechte Regelwerke im Bauwesen", kurz: "PraxisRegelnBau", geführt haben.

Nußbaumer, der zum Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde, sieht die Hauptarbeit des Vereins in den nächsten Jahren bei den "Eurocodes", also den in und für Europa erarbeiteten Bemessungsregeln für Bauwerke. Die in der Initiative zusammengeschlossenen Verbände wollen dabei auch ein eigenes Versäumnis korrigieren: "Ohne die Praxis geht es eben nicht – wir müssen uns wieder mehr engagieren als in den vergangenen Jahren", lautete eine selbstkritische Einschätzung der Gründungsmitglieder.

Die Initiative PraxisRegelnBau will die europäische Normung Eurocode verbessern und dabei praxistauglicher gestalten, Foto: Stephanie Hofschlaeger / Pixelio
Die Initiative PraxisRegelnBau will die europäische Normung Eurocode verbessern und dabei praxistauglicher gestalten, Foto: Stephanie Hofschlaeger / Pixelio

Der Präsident der Bundesvereinigung der Prüfingenieure, Dr.-Ing. Hans-Peter Andrä, der zum Stellvertreter Nußbaumers gewählt wurde, pflichtete bei: "Nicht mehr überschaubare "Black-Box"-Regelwerke, die sogar bei einfachen Problemstellungen keine Handrechnung mehr ermöglichen, sind ein Risiko – nicht nur für die Sicherheit, sondern auch in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht! Dies müssen und werden wir schnellstmöglich korrigieren."


Dr.-Ing. Volker Cornelius, Präsident des VBI und ebenfalls stellvertretender Vorsitzender des Vereins, erläuterte: "Die Initiative wird in Projektgruppen, in denen Praktiker aus Ingenieurbüros, aus Bauunternehmen und auch Prüfingenieure vertreten sein sollen, die Eurocodes verbessern und dabei praxistauglicher gestalten. Dies ist eine notwendige Professionalisierung, ohne die es nicht mehr geht."


Zum Hintergrund sagte Nußbaumer weiter: "Die derzeitige Generation der Eurocodes ist ein erster guter Schritt für eine einheitliche Sprache in der Bemessung – dieser hat viel Kraft gekostet und ist absolut anerkennenswert. Jedoch gibt es in einem zweiten Schritt noch Einiges zu verbessern und aus Sicht der Praktiker zu vereinfachen. Und nur wenn auch dieser zweite Schritt getan wird, werden die Eurocodes ein Erfolg werden. Wir Ingenieure in der Initiative "PraxisRegelnBau" wollen uns an dieser wichtigen Aufgabe aktiv beteiligen und unsere Expertise einbringen. Motto ist dabei: Das Bessere ist des Guten Feind!"


An der Initiative sind neben dem Verband der Beratenden Ingenieure e.V. (VBI), der Bundesvereinigung der Prüfingenieure für Bautechnik e.V. (BVPI) sowie der Bundesingenieurkammer e.V. (BIngK) auch die Spitzenverbände der Bauwirtschaft – der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) – beteiligt. Weitere Mitglieder sind der Deutsche Ausschuss für Stahlbeton e.V. (DAfStb), der Deutsche Beton- und Bautechnik-Verein E.V. (DBV), die Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. (DGGT), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V. (DGfM) und der Deutsche Stahlbau-Verband e.V. (DSTV).


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