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16. Jahrgang | Ausgabe 5586 | Nr. 340
Fachbeiträge für Bauingenieure » Tiefbau
 
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Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst
 

Stadtverkehr in München unter die Erde verlegt

 

Tunnel Luise-Kiesselbach-Platz nach sechs Jahren Bauzeit fertig gestellt. Veranschlagte Kosten von knapp 400 Millionen Euro eingehalten. Bis 2017 Parkanlage an der Oberfläche geplant

 

Großbaustelle nach sechs Jahren Bauzeit vollendet

Der Tunnel noch im Bau: Hier wird gerade die obere Tunneldecke am Übergang zur Bundesautobahn A95 bewehrt. Foto: Obermeyer Der Tunnel noch im Bau: Hier wird gerade die obere Tunneldecke am Übergang zur Bundesautobahn A95 bewehrt. Foto: Obermeyer

München taucht ab. Mit gleich drei großen Tunnelprojekten will die bayerische Landeshauptstadt den Verkehr des Mittleren Rings - von oben gesehen - unsichtbar machen. Neben dem Petueltunnel und dem Richard-Strauss-Tunnel gehört die Röhre unterhalb des Luise-Kiesselbach-Platzes und der Heckenstallerstraße zu dem Mammutumbau. Letztere konnte im Juli nach sechs Jahren Bauzeit feierlich eröffnet und schließlich für den Verkehr freigegeben werden.

Für das 2,8 Kilometer lange Bauwerk wurden im Vorfeld Kosten in Höhe von 398,5 Millionen Euro veranschlagt. Diese konnten laut Bauüberwachung ebenso wie die Termine zur Fertigstellung eingehalten werden. Imposant: 241.000 Kubikmeter Beton und 31.000 Tonnen Bewehrungsstahl wurden verbaut – dreimal so viel Stahl wie für den Bau des Pariser Eifelturms. Täglich waren bis zu acht Ingenieure mit der Bauüberwachung Mittlerer Ring Südwest betraut.

 

Autobahn A95 an Tunnelanlage angeschlossen

Das Bauwerk besteht aus zwei Einzeltunneln. Der eine ist der 1,5 Kilometer lange Tunnel unter dem Luise-Kiesselbach-Platz und der Garmischer Straße. Zu diesem gehören zwei jeweils 600 Meter lange Seitentunnel von und zur Bundesautobahn A 95. Der andere ist der 620 Meter lange Heckenstallertunnel. Beide Tunnel sind durch einen 400 m langen Einschnitt voneinander getrennt.

 

Herausfordernde Verkehrsführung während der Bauphase

Der Tunnel wurde größtenteils in Deckelbauweise erstellt. Dazu wurden insgesamt 10.091 Pfähle mit einer Gesamtlänge von 110 Kilometern in das Erdreich gebohrt. Anschließend wurde darauf die Tunneldecke in drei Abschnitten betoniert, um den Verkehr an der Baustelle vorbeiführen zu können. Die aufwändigen Verkehrsführungen wurden in allen Phasen durch eine Arbeitsgemeinschaft aus Ingenieuren der Münchner Büros Obermeyer und Vössing überwacht.

2014 waren die Rohbauarbeiten größtenteils abgeschlossen. Seit Ende 2013 war bereits abschnittsweise mit dem Straßenbau und dem technischen Innenausbau begonnen worden. Neben Belüftungs- und Beleuchtungsanlagen wurden 210 Videokameras installiert, um das Geschehen im Tunnel zu überwachen. Sie werden von der Verkehrsleitzentrale aus koordiniert.

 

15 Notausgänge führen an die Oberfläche

Beim Brandversuch im Mai 2015 wurde der Notfall simuliert. Foto: Obermeyer Beim Brandversuch im Mai 2015 wurde der Notfall simuliert. Foto: Obermeyer

Seit April 2015 liefen Tunneltests. So wurden unter anderem Brandversuche durchgeführt, um die ausgeklügelte Brandmeldetechnik zu testen. Im Notfall sollen Personen, die sich gerade im Tunnel befinden, durch Türen in der Mittelwand in die jeweils andere Röhre oder über insgesamt 15 Notausgänge flüchten können, die über Treppen an die Oberfläche führen.

Zusätzlich gibt es im Tunnelbauwerk vier Betriebsstationen. Sie dienen unter anderem der Notstromversorgung. Mit Hilfe von vier Dieselgeneratoren kann der Tunnel rund um die Uhr "am Leben" erhalten werden.

 

Parkanlage über dem Tunnel soll 2017 stehen

Nachdem der Verkehr - ungefähr 120.000 Fahrzeuge täglich - zum größten Teil unter der Erde verschwunden ist, gehen bis Mitte 2017 die Arbeiten an der Oberfläche weiter. Dort sollen unter anderem eine neu gestaltete Grünanlage, der Heckenstallerpark mit circa 28.000 Quadratmetern Fläche, 450 Bäume und viele Spielangebote für Kinder und Jugendliche Platz finden. Nur der ein oder andere Notausgang wird dann noch Zeugnis geben, dass man sich über einem der größten Tunnelbauwerke Münchens befindet.

 

Die Unternehmensgruppe OBERMEYER

ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit den Geschäftsbereichen Gebäude, Verkehr sowie Energie und Umwelt. Hier werden Planungs- und Beratungsleistungen, die Projektsteuerung sowie die Objektüberwachung und -betreuung in nahezu allen Fachbereichen des Bauwesens erbracht. Das Unternehmen wurde 1958 gegründet. Heute sind in der Unternehmensgruppe weltweit mehr als 1.200 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Das Ingenieurbüro Dipl.-Ing. H. Vössing GmbH

wurde 1980 gegründet und gehört zu den führenden Consulting-Unternehmen im Bereich des Bau- und Verkehrswesens in Deutschland. Im Rahmen der Vössing Gruppe kann das Unternehmen heute weltweit auf ein Expertenteam von nahezu 650 Mitarbeitern zurückgreifen. Das Spektrum der Arbeitsgebiete umfasst Ingenieurleistungen für Verkehrsplanung, Eisenbahnbau, U- und S-Bahnbau, Straßenbau, Flughafen- und Hafenbau, Stadtplanung, Hoch- und Tiefbau sowie die Wasserwirtschaft.

 
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