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15 Jahre [2001-2016] - Online-Magazin mit Stellenmarkt für Bauingenieure
16. Jahrgang | Ausgabe 5586 | Nr. 340
Fachbeiträge für Bauingenieure » Nachgefragt bei
 
Autor: 
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst
 

Nachgefragt bei: Manuela Seeler

 

Manuela Seeler vom Planungsbüro Bauen und Umwelt (PBU) - Jeder Bauingenieur tickt in seiner beruflichen Praxis anders. Arbeitsabläufe und Planungen gestalten sich, je nachdem, worauf der Einzelne Wert legt, unterschiedlich. Um den individuellen Eigenschaften erfolgreicher Ingenieure auf die Spur zu kommen und ihre Tipps und Hinweise für den Beruf für alle nutzbar zu machen, heißt es bei bauingenieur24 einmal im Monat Nachgefragt bei ...

 
Dipl.-Ing. Manuela Seeler wird in nächster Zeit das elterliche Planungsbüro Bauen und Umwelt (PBU) in Kempten übernehmen. Foto: PBU Dipl.-Ing. Manuela Seeler wird in nächster Zeit das elterliche Planungsbüro Bauen und Umwelt (PBU) in Kempten übernehmen. Foto: PBU

Dipl.-Ing. Manuela Seeler ist Projektleiterin im elterlichen Planungsbüro Bauen und Umwelt (PBU) in Kempten (Allgäu). Das Unternehmen beschäftigt insgesamt zwölf Mitarbeiter und bietet als Tiefbauspezialist seit 25 Jahren Leistungen im Straßen- und Kanalbau sowie der Erschließungsplanung an. Mit Manuela Seeler sprach bauingenieur24-Redakteur Fabian Hesse.

Frau Seeler, was fordert Sie gerade besonders in Ihrem Job?

Ich möchte in naher Zukunft das Büro meiner Eltern übernehmen. Dazu bedarf es derzeit der kontinuierlichen Erkenntniserweiterung auf zahlreichen Gebieten. Mit 29 kann man unmöglich schon alles wissen. Speziell in punkto Unternehmensführung besuche ich entsprechende Seminare. Auch das Baurecht beschäftigt mich momentan sehr.

Das Wort "Umwelt" in unserem Namen versuchen wir dadurch umzusetzen, dass wir unter anderem Ressourcen schonende Erschließungsplanungen betreiben. Dazu zählt beispielsweise die Aufbereitung des vorhandenen Bodens anstelle eines Austauschs. Unsere Kunden wissen diese Herangehensweise zu schätzen. Wir erfreuen uns einer guten Auftragslage, sodass ich auch in der Projektleitung voll ausgelastet bin.

Die Freizeit kommt bei alldem gerade etwas kurz. Ich lebe aber grundsätzlich für meinen Job, daher geht das in Ordnung.

Wie lange sind Sie schon in der Branche tätig und warum?

Ich habe mich schon sehr früh für technische Dinge begeistern können und entsprechend mein Fachabitur im naturwissenschaftlichen Bereich absolviert.

Nach meinem Masterabschluss 2009 an der Fachhochschule in Augsburg konnte ich drei Jahre in einem großen Ingenieurbüro Erfahrungen im Tiefbaubereich sammeln, bevor ich zurück in die Heimat ging, um hier den Familienbetrieb zu unterstützen.

Seit 2012 arbeite ich als Projektleiterin im Planungsbüro Bauen und Umwelt. Von Seiten meiner Eltern gab es nie irgendwelchen Erwartungsdruck. Was ich tue, entscheide ich selbst.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei Ihren jetzigen Kollegen und zukünftigen Angestellten am meisten?

Entscheidend ist für alle im Büro der Blick über den Tellerrand des eigenen Fachgebiets. Ich wünsche mir Mitarbeiter, die auch über branchenfremdes Wissen verfügen und sich dieses immer weiter aneignen.

Wir sind ein recht junges Team, das ein sehr freundschaftliches Verhältnis pflegt. Das Klima stimmt und so macht die gemeinsame Arbeit Spaß. Erst kürzlich konnten wir unseren 2000. Auftrag feiern. Das ist ein Meilenstein, der uns sehr motiviert.

Auf wen hören Sie beruflich?

Neben meinen Eltern sind es verschiedene Fachzeitschriften, wie das Ingenieurblatt der Bayerischen Ingenieurkammer, das VBI-Magazin oder die "Umwelt + Bau", die mir Tipps und Anregungen geben, welche ich gerne befolge. Ich weiß guten Rat zu schätzen, denn nur so lassen sich bestehende Defizite beheben.

Im Freundeskreis profitiere ich von den Erfahrungen einiger Personaler oder Verwaltungsfachleute.

 

In welche Informationstechnik investieren Sie in Ihrem Unternehmen?

Uns helfen vor allem Tiefbauzeichenprogramme sowie ein Terminal Server mit dazugehörigem Verwaltungsprogramm. Zuletzt haben wir eine 2D-Hochwasserberechnungssoftware erworben. Das erweitert unseren Horizont und gibt uns die Chance, neue Leistungen anbieten zu können.

 

Welchen Wunsch haben Sie an die Politik?

In den Kommunen muss ein Umdenken bezüglich des Wettbewerbs stattfinden. Andere Bewertungskriterien als nur der Preis müssen in den Vordergrund rücken.

Mit der neusten HOAI sind wir größtenteils zufrieden, da sie für uns z.B. im Bereich der Planung von Verkehrsanlagen unter Anlage 13 honorartechnische Verbesserungen gebracht hat.

 

Wie sieht Ihre individuelle Weiterbildung aus?

Ich möchte mit meiner Aus- und Weiterbildung nie stehen bleiben. Schließlich entwickelt sich auch die Branche ständig sehr schnell weiter.

Um für die Zukunft möglichst breit aufgestellt zu sein, besuche ich regelmäßig verschiedenste Seminare, zuletzt z.B. zum Thema Auftragsmanagement. Hierbei helfen mir nicht nur die vermittelten Inhalte, sondern auch der wertvolle Kontakt zu Kollegen und zum Teil auch zu Kunden.

Auch unsere Mitarbeiter bilden sich ständig mit Hilfe von Seminaren und Fachmessebesuchen weiter.

Welchen Ausgleich haben Sie zum Beruf?

Ich gehe gerne Reiten und genieße das abendliche Kochen zu zweit mit meinem Partner, der mich als ebenfalls gut beschäftigter Kaufmann nach Kräften unterstützt.

 
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