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Hallo Marc, hallo Lutz,
aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, ihr habt beide "irgendwie" recht.
Es gibt diese Jobs, aber mit Spezialanforderungen.
Es wird aber wohl niemand privat diese Anforderungen zeit- und geldaufwändig erwerben (zum Bsp. im Bahnbau oder der Wasserversorgung oder auch Facility Management), wenn nicht am Ende auch ein anständiges Auskommen dabei rumkommt.
Die Frage, die sich mir stellt, ist, warum die entsprechenden Firmen nicht "vielversprechende" Bewerber einstellen, diese 2-3 Monate fortbilden und los kann es gehen.
Wenn Aufträge vorhanden sind?!? So "händeringend" scheint es dann doch nicht zu sein. In den angloamerikanischen Ländern gibt es z.B. gar kein richtiges Berufsausbildungssystem (Geselle, Meister etc.), somit ist deren Herangehensweise auch im Bereich der hochqualifizierten Arbeitskräfte nicht ganz so steif wie in Kontinentaleuropa.
Wer nicht passt wie die Faust auf´s Auge, wird aussortiert.
Trotzdem sollten alle die es gebeutelt hat, nicht den Kopf hängen lassen. Irgendwie geht´s immer weiter. Auch als Bauingenieur, hoffe ich ;-)...
Grüße N.
Hallo Harc,
also woher Du deine Informationen hast, würde mich auch einmal interessieren. Bei meiner letzten Arbeit habe ich in einem kleinen Ingenieurbüro gearbeitet und wir haben jeden Tag Bewerbungen bekommen. Und ich denke mal JEDER Absolvent bzw. Arbeitslose, wird sich bei diesen großen Firmen bewerben, da es ja nicht soviele große Bauunternehmen in Deutschland gibt. Das es weniger Bewerber als offene Stellen gibt, ist lächerlich, bei solchen Aussagen wird nur nicht erwähnt, dass dabei geeignete Bewerber (high potentials) gemeint sind. Das könnte durchaus zutreffen.
Aber die Anforderungen sind auch teilweise zu hoch. Jede kleine Klitsche erwartet ja von einem Absolventen, dass er ein Predikatsexamen hat. Zudem sollte man nicht vergessen, dass viele Stellenangebote gar keine konkreten Stellenanzeigen sind, sondern man einfach nur mal den Markt sondieren will.
Ich kann Lutz nur beipflichten, ich habe von den großen Unternehmen wie Hochtief und Co. nur Absagen bekommen, obwohl ich ein Diplom von 1,7 habe, 8,5 Semester studiert habe incl. 8 Monate Praktikum während der Studienzeit.
Marc schrieb: Aber ich kann auch aufstehen und etwas tun.
Toller Spruch, aber was meinst du damit konkret? Sich täglich bewerben bei Firmen, die einem eine Absage zurück schicken? Also ich für meinen Teil habe das einzig vernünftige gemacht und werde die Baubranche (nach dem dreijährigen Versuch, hier Karriere zu machen) verlassen. Es hat einfach keinen Sinn sich ständig in Baubereichen weiterzubilden, um dann eine unterbezahlte Stelle zu bekommen.
Hallo Bauigel,
also doch aufgestanden und etwas getan. Dieses ewige Gejammere wie schlecht alles ist, kann ja keinem Mut machen. Vielleicht gibt es immer noch welche, die nicht verstanden haben, was ich meine.
Hier gibt es ein Forum, wo kaum einer die fachlichen Beiträge liest. Nein, dort wo gejammert wird, das scheint den meisten am interessantesten.
Übrigens werden in jeder Branche, in jedem Bereich, immer nur geeignete Bewerber gesucht. Und was ist schon ein High Potential? Jemand der optimal auf die ausgeschriebene Stelle passt und das beste Potential für die ausgeschriebene Tätigkeit mitbringt. Wer möchte nicht das Beste für sein Geld? Jeder!
Hallo Marc,
ehrlich gesagt frage ich mich, woher Du Deine Arroganz beziehst?
Wer weit über hundert Bewerbungen geschrieben hat, wie einige hier, der darf doch ein wenig Enttäuschung und Verzweiflung zeigen, oder nicht?
Hier äußern sich nicht Leute die keine Ausbildung haben und zu faul sind zum "Spargelpflücken", sondern Ingenieure die wie Reinigungskräfte bezahlt werden, wenn überhaupt bezahlt.
Schreib doch zur Abwechslung mal etwas Fundiertes oder gehe auf die Anfragen, die an dich gestellt wurden, ein (siehe oben).
Da wäre für Dich die Möglichkeit gewesen, einmal etwas Konstruktives beizutragen.
Grüße N.
Mal was Gutes!
Vier meiner Studienkollegen sind vor 2 Monaten fertig geworden und haben alle schnell einen guten Job in der Baubranche bekommen.
Alle in ganz verschiedenen Bereichen und Firmen. Teilweise haben die nur 2 Bewerbungen geschrieben. Einer hat 10 Bewerbungen geschrieben und konnte sich dann unter 4 Zusagen eine Stelle aussuchen.
Alle haben 11 Semester benötigt und der beste Notendurchschnitt war 2,6. Also Kopf hoch, zur Zeit klappt es wohl.
Hallo zusammen
ich habe die Diskussion jetzt geraume Zeit mitverfolgt und möchte nun von meinen Erfahrungen berichten:
Ich habe an einer zukünftigen "Elite-Uni" studiert, Konstruktiver Ingenieurbau vertieft (Massivbau und Bauwerkserhaltung), das ganze in netto 10 Semestern + 1 Semester Bauleitungs-Praktikum, Abschlussnote 1,5
Insgesamt habe ich 4 Bewerbungen verschickt, wobei ich mich speziell für Technische Büros bei den großen Baufirmen beworben habe. Auf diese 4 Bewerbungen habe ich 3 Vorstellungsgespräche erhalten, hatte am Ende zwei Zusagen und eine quasi-Zusage - und konnte mir meinen Job aussuchen. Das bedeutet, dass es so schlecht auf dem Markt nicht aussehen kann! Also, nicht den Kopf in den Sand stecken - es geht eindeutig bergauf!
Grüße
Hallo Forumsteilnehmer,
Es wäre schön, wenn Ihr den "Ball flach halten" würdet und keine persönlichen Angriffe aufeinander startet! Das man hier auch mit Herzblut schreibt und auch seine Meinung zum Besten gibt, ist natürlich in Ordnung und bringt natürlich auch ein bißchen Farbe in den Thread.
Das hier sehr viel Negatives über die Baubranche formuliert wird, hat seine Ursachen und als Bauingenieur sollte man da sich auch offen die Karten legen und natürlich auch Erfahrungen weitergeben.
Schön und hoffnungsvoll sind auch Erfolgsmeldungen über Arbeitsangebote und Möglichkeiten für Absolventen und Berufserfahrene.
Als ich 1980 das Studium an der TU BS begann, steckte die (west)deutsche Bauindustrie bis 1985 in einer fetten Strukturkrise, wo damals viele Leute entlassen und die Gehälter gedrückt wurden.
Von einer händeringenden Suche nach Bauingenieuren konnte man damals auch nicht sprechen. In meiner gesamten Berufszeit in der Bauindustrie als konstruktiver Ingenieur, war es immer ein Auf und Ab, ausgenommen die Zeit von 1990 bis 1996.
In einer Abschlußschrift einer Uni wurde von einem Geschäftsführer ebenfalls von dem
verzweifelten Ringen nach qualifizierten und erfahrenen Bauingeniuren berichtet, was natürlich völliger HUMBUG ist. Am Markt gibt es eine Vielzahl von qualifizierten und gut ausgebildeten Bauingenieuren (Absolventen und Berufserfahrene), deren Potential einfach brach und ungenutzt liegenbleibt.
Eine gewisse Anfangsinvestition und in kürzester Zeit hätte man wieder einen guten Mitarbeiter! Aber diese geistige Flexibilität ist in Deutschland sehr rar, wie in einem Beitrag schon erwähnt wurde.
Inwieweit der Beruf des Bauingenieurs gefragt ist, läßt sich eindeutig an dem Indikator Gehalt darstellen und hier zeigt sich der wahre Marktwert. Bauingenieure verdienen im Vergleich zu ihren Ingenieurkollegen anderer Fachrichtungen erheblich weniger, trotz hoher Anforderungen in Ausbildung und Praxis und die Wertschätzung dieses Berufes ist in Deutschland, gemessen an der Verantwortung, eher gering.
Diese Situation wird sich meines Erachtens nur unwesentlich verändern und diese Fakten sollte man zur Kenntnis nehmen. Wer halt Bauingenieur werden will, Spaß an Regelungswerken, DIN Normen mit hundertfachen Formelzeichen und 20-facher Indizierung hat, der soll es machen. Ich habe nach vergangener turbulenter Zeit die Branche gewechselt und bin nicht unzufrieden.
In der Zukunft wird es immer auch Chancen für Bauingenieure geben, aber die Bäume werden nicht so hoch wachsen, wie es von den einschlägigen Vertretern, die eine ganz andere Motivation haben, propagiert werden.
(Die Werkstoffe sind so zu lagern, dass der fachgerechte Einbau möglich ist), DIN 18 800, irgendein Element, (oder so ähnlich)
WERDE BAUINGENIEUR!???
Mit freundlichen Grüßen aus dem hohen Norden
Michael
Kein Grund zur Depression!
Die Differenz zwischen den Daten des Statistischen Bundesamtes und des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie lässt sich leicht erklären: Die Daten des Statistischen Bundesamtes enthalten z.B. Studierende im Fach Gewerbelehrer Bau sowie Zahlen angrenzender Studiengänge (Wirtschaftsingenieure Bau).
Die unabhängige Befragung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie basiert auf einer wesentlich detaillierteren Erfassung der Studierendenzahlen im Bauingenieurwesen, als die des Stat. Bundesamtes. Für die Arbeitgeber des Bauwesens ist es notwendig, einen genauen Überblick über die Studierendenzahlen im Fach Bauingenieurwesen zu erhalten, die später in Behörden, Büros und Bauunternehmen tatsächlich zum Einsatz kommen können. Daher die gesonderte Erfassung und Auswertung.
Zur Arbeitsmarktsituation bei Bauingenieuren: Die Daten sprechen für sich. 14.000 Bauingenieure waren zu Beginn 2006 bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitslos registriert. Aktuell sind es noch 6.100. Stellenausschreibungen an Bauingenieure erhalten aktuell kaum Rücklauf. Der Arbeitsmarkt bei Bauingenieuren dreht sich aktuell um. Die Absolventen aus den starken Studienanfängerjahren 1995 (über 12.000 Anfänger und daraus resultierend über 6.000 Absolventen p.a.)haben die Beschäftigungssituation für Bauingenieure in den vergangenen Jahren erheblich belastet. Dies gehört jedoch der Vergangenheit an.
Legt man die vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie genannte Einstellungsbedarfsziffer 4.500 p.a. unter die Kurve der Absolventenentwicklung, so stimmen Prognose und Einstellungsdearf überraschend genau überein.
Ich sehe nicht den geringsten Anlass, vor dem Bauingenieurberuf zu warnen. Im Gegenteil: Wer in jüngster Zeit begonnen hat, aus persönlicher Neigung Bauingenieurwesen zu studieren, wird nicht nur einen Arbeitsplatz nach Abschluss seines Studiums finden, auf ihn/sie wartet auch ein äußerst interessanter Beruf mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Voraussetzung dafür ist allerdings: Einsatz.
Sehr geehrter Herr Engelhardt,
ich freue mich, endlich einmal Äußerungen eines Vertreters der Bauindustrie hier zu lesen. In ihrer Argumentation behaupten Sie, dass momentan nur 6.100 Bauingenieure arbeitslos sind. Dazu muss ich anmerken, dass dies nur die registrierten arbeitslosen Bauingenieure sind. Ich erkläre mir die rasante Verringerung der arbeitslosen Bauingenieure zudem nur dadurch, dass durch den Ingenieurmangel in angrenzenden Branchen (Maschinenbau u. ä.) ein Branchenwechsel einfacher geworden ist.
Da ich selber arbeitsloser Bauingenieur (3 J. Berufserfahrung, 29 Jahre, Diplom 1,7, Abitur 1,7) bin und ca. 150 Bewerbungen geschrieben habe, finde ich diese "Bauingenieurmangel"-These einfach nur lachhaft. In den aus den 150 Bewerbungen folgenden 5 Vorstellungsgesprächen wurde ständig gejammert seitens der AG und eigentlich nur gefordert.
Erwartet wurden u.a.:
- bundesweite oder europaweite Mobilität (am besten noch ohne Auslöse)
- Arbeitszeiten von 60+ sowie Wochenendarbeit
- bei Krankmeldung erfolgt sofortige Kündigung
- Urlaub teilweise noch unter dem gesetzlichen Urlaubsanspruch
Sie werden jetzt sicherlich sagen, dass in anderen Branchen auch viel verlangt wird. Aber da stimmt die Bezahlung! Als Verkaufsstellenleiter mit solchen Arbeitszeiten verdient man bei Discountern 48.000+ Euro im Jahr - als Trainee!
Bei meinen 5 Vorstellungsgesprächen war das höchste Gehältsangebot (Brutto, incl. Überstunden) 2.500 Euro, das niedrigste 1.500 Euro. Dafür hätte ich nicht studieren müssen!
Zuletzt würde ich doch gerne von Ihnen wissen, warum (wenn denn so ein großer Mangel besteht) es denn kaum Stellenangebote für Absolventen gibt? Eine Stunde googlen ergibt nämlich bei mir nur 3 Stellenanzeigen, für Maschinenbauingenieure brauche ich 10 Minuten um 50 Stellenangebote zu finden.
Wer schlecht bezahlt werden will, gerne unbezahlte Überstunden macht, gerne im Container an der Baustelle 500Km von daheim weg wohnt und froh ist, seine Frau nie sehen zu müssen, soll bitte Bauingenieurwesen studieren. Allen andern rate ich weiterhin von diesem Studiengang ab! Ich habe mich glücklicherweise umorientiert und habe nichts mehr mit dem Bauwesen zu tun. Im nächsten Monat werde ich meine neue Arbeit mit guter Bezahlung und 37 Stundenwoche beginnen.
Zitat von Mark
Tatsache ist, dass große Unternehmen, wie zum Beispiel die Strabag, HochTief, Bilfinger etc. Leute suchen und es weniger Bewerber als offene Stellen gibt.
Ach ja? Komisch, dass ich von den betreffenden Unternehmen Absagen bekommen habe. Wenn das natürlich Stellen sind, wo man Bauingenieurwesen, Versorgungstechnik, Elektrotechnik und Maschinenbau (z.B. Richtung Anlagenbau) studiert haben muss, ist es natürlich kein Wunder, wenn man keinen findet, der diese Voraussetzungen erfüllt.
Sollte das jedoch nicht der Fall sein, dann mail mir doch mal, woher Du das weißt. Solltest Du da nähere Kontakte haben, kannst Du mir ja gleich sagen, an wen ich mich wenden muss.