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16. Jahrgang | Ausgabe 5666 | Nr. 54
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Erfahrungen für Bauingenieure auf dem deutschen Arbeitsmarkt

2 Kommentare | 2479 Aufrufe
| 23. Januar 2008 - 15:41

Hiermit möchte ich mal eben meine Erfahrungen mit dem deutschen Arbeitsmarkt kurz darstellen...!

Ich, mitte 30, Bau.-Ing. habe ca. 8 Jahre Erfahrung als Tragwerksplaner, weiterhin hab ich ein betriebswirtschaftliches Aufbaustudium bis auf die Diplomarbeit zusätzlich durchgezogen.

Nach Eigenkündigung im letzten Jahr habe ich zunächst meine letzten Scheine für das Aufbaustudium geschrieben und parallel etwa 25 Bewerbungen verschickt, in 8 Monaten!

Bis auf zwei Angebote im letzten Jahr, welche ich selbst abgelehnt hatte, wollte mich zunächst keiner...! Was dumme Fragen in den Vorstellungsgesprächen, man glaubt es kaum! "Was bedeutet Teamfähigkeit für Sie?" oder "Warum haben Sie gekündigt!" oder "Wie, sie sind nicht arbeitslos gemeldet, wovon leben Sie?" oder "Wie, Sie haben keine kaufmännischen Erfahrung, wieso haben sie sich dann als Bauleiter beworben?"

Letztere fand ich besonders dumm. Eigentlich eine Frechheit, dass Unternehmen erwarten das man sich mit Ihnen vor einem Vorstellungsgespräch auseinandersetzt, andererseits einen Lebenslauf mal soeben überfliegen. Also im Dezember 2007 stand ich ohne Job da, ich fragte mich schon, war die Kündigung doch verfrüht. Zwar habe ich mich bei meinem letzten Unternehmen nicht mehr wohl gefühlt, aber ich hätte ja auch erst kündigen können, wenn ich einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hätte.

Wie auch immer! Seit Januar rennse mir die Bude ein!

1. Ich könnte in einem sehr renommierten Ingenieurbüro in einer hessischen Stadt beginnen, durchschnittliches Gehalt, angenehme Chefs
2. wie oben, aber in Sachsen
3. Bauleiterstelle bei einem großen bekannten Bauunternehmen, Niederlassung in Süddeutschland
4. Fa. wie zuvor, jedoch in einer anderen Niederlassung auch Bauleiter, das Beste die hier besonders arroganten Personaler wissen nichts voneinander
5. Großer Baukonzern, Projekt in Asien, guter Verdienst, 3000 km von hier entfernt, symphatischer Projektleiter
6. Vertriebsingenieur für eine neue Top CAD-Lösung, mir würde Süddeutschland als Vertriebsgebiet gehören, wer gut verkauft verdient viel, jedoch soll der Schuster ja bei seinen Leisten bleiben (auch hier scheint eine angenehme Atmosphäre zu herrschen)
7. Bauleiterstelle bei einem großem Bauunternehmen

Innerhalb von 2 Wochen haben sich nun alle diese Möglichkeiten ergeben...! Erklär mir einer den Arbeitsmarkt! Zumindest an Ingenieuren mit 5-10 Jahren Erfahrung scheint nun doch ein Mangel zu herrschen.

Dabei habe ich gerade mal 25 Bewerbungen geschrieben, in 8 Monaten erscheint mir das nicht wirklich viel. Gar kein Jobangebot zu haben ist gar nicht schön, aus 7 wählen zu müssen nicht weniger!

Mach ich das, oder mach ich das...!

Haben andere von Euch ähnliche Erfahrungen, gemacht?

Lando | 23. Dezember 2016 - 16:00

Ich habe jetzt einige Forenbeiträge hier durchgelesen zum Thema "Arbeitsmarkt bzw. Arbeitsbedingungen der Bauingenieure", diese waren allerdings alle ziemlich "alt". Deshalb wollte ich mal fragen, ob sich da etwas geändert hat und sich die Bedingungen verbessert haben, sich nichts geändert hat oder schlechter geworden sind? Wie seht Ihr das?

Der Statiker | 24. Januar 2008 - 13:36

@Ralf:
Ich bin auch definitiv der Meinung, daß sich der Arbeitsmarkt z.B. gegenüber 2002 spührbar erholt hat! Ich selbst hatte mich so um 2006 beworben und auch eine große Anzahl von Einladungen zum Gespräch bekommen. Bei vielen hätte ich sofort anfangen können. Mit großer Aufmerksamkeit habe ich die verschiedenen Darstellungen in diesem Forum verfolgt - und muss dazu noch folgendes sagen: Ich habe selbst mitbekommen, wie sich teilweise in Ingenieurbüros beworben wird. Sehr schlechte Anschreiben; Formulierungen, die an der Stellenausschreibung vorbei gehen; Unflexibilität und eine schlechte Präsentation im Vorstellungsgespräch... usw. Ich finde, man sollte nicht immer den Arbeitsmarkt für eine fehlgeschlagene Stellensuche verantwortlich machen, sondern auch mal auf sich selbst achten, bzw. sein eigenes Vorgehen reflektieren! Gruß, der Statiker

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