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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

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| 20. Februar 2010 - 12:16

Ich bin 29 und habe im Jahr 2005 erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Arbeite jetzt seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro in Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio €). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen ob ein Monatseinkommen von 2700 € brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

Hornisse | 27. März 2017 - 08:30

@Tiefbauer:
Du hast recht. Ich werde in diesem Forum nichts mehr posten. Haut euch doch gegenseitig die Hucke voll mit euren plumpen Lügen. Nach 3-4 Jahren 72.000 EUR Gehalt plus Bonus (plus Auto?). Es ist hier wie im zivilen Leben. Ein paar besonders laute und dreiste Typen geben mit ihrem "Narrativ" den Ton an, die Masse ist feige und schweigt.

HolgerM | 25. März 2017 - 23:59

Ich bin erst vor Kurzem auf das Forum aufmerksam geworden, aber es geht ja teilweise heiß her. Wenn ich das alles so lese, kann ich nur sagen, dass man auch im Öffentlichen Dienst nicht schlecht verdienen und dabei recht entspannt arbeiten kann. Ich bin mit meinen 45 Jahren bereits seit Abschluss meines Studiums bei einer großen Kommune angestellt (18 Jahre mittlerweile) und in die E13 eingruppiert (Endstufe 6). Mit einer alten Zulage komme ich damit auf knapp 71.000 € brutto Jahresgehalt. Das Ganze allerdings bei regulären 39 h pro Woche, flexible Gleitzeit ohne Kernzeit und als Sachbearbeiter für komplexe Bauten auch ohne Führungsverantwortung. Zusätzlich kommt noch ein ordentlicher Zuschuss zum Jobticket. Kann mich also wirklich nicht beschweren.

Flip | 25. März 2017 - 18:27

Ich bin froh, dass es hier einen Augenöffner wie "Hornisse" gibt, der aufzeigt, wie erbärmlich Bauingenieure in der Branche entlohnt werden - bemessen an der Verantwortung - die sie übernehmen. Hier im Forum geht einem Vorposter mit "Ingenieurstunde 75 EUR" einer ab... einfach mal schauen was eine Kfz-Mechanikerstunde bringt.

Ich selbst war hier vor Jahren im Forum unterwegs, als ich mich darüber informierte, was man so als Absolvent verlangen kann. Da gurkte die naive "Biene" noch rum und auch Hornisse gab es hier schon. Nach Jahren der Praxis sieht es im Bauopferbüro bei uns so aus: Anfangs waren 10 Leute angestellt, vor wenigen Monaten flogen 3 raus und das Büro wurde räumlich verkleinert, schlechte Auftragslage und das 3 km neben einer 1,8 Millionen-Einwohner-Stadt. Liegt aber auch daran, dass der Chef eben Bauingenieur ist, also Techniker und kein Verkäufer, Hauptsache der Job macht Spaß, so ein Motto als ich ihn fragte, warum er sich die Sch... antut.

Meine Analyse nach den wenigen Jahren im Büro über Bauingenieure:

  • katastrophale Verkäufer
  • Mischung aus Galgenhumor und Selbstaufgabe
  • minderwertiges Selbstwertgefühl, denn wer tut sich den Schwachsinn freiwillig an
Ständig wird man verarscht von Rechtsanwälten, Kunden, Bauherren und Konkurrenzbüros. Neulich rief einer an, er wollte eine Leistung von uns abrufen: "es darf aber nichts kosten" lol, so einen Ruf haben Bauingenieure bereits, soweit ist es schon gekommen.

Zu den Gehältern bei uns im Büro (7 Personen Klitsche), die Dienstverträge liegen offen am Server, alle Gehälter x14, 40 h-Woche wenn nicht anders erwähnt:
  • 2 Statiker, jeweils ca 3500 EUR Gehalt, beide ca. 20 Jahre in der Branche
  • Schalltechniker (Gewerbelärm, Schallschutzwände, Schallpegelmessungen): 4600 EUR Gehalt, 25 Jahre
  • Teilzeit-Bauphysiker, bei uns eingestiegen, ca 1400 EUR Gehalt für 20 h, 9 Monate dabei
  • Tochter vom Chef: ca. 1700 EUR Gehalt für 20 h, seit ca. 10 Jahren dabei
  • technische Zeicherin, nicht relevant
  • Chef unbekannt
Zu mir: 3359 EUR Gehalt, 5 Jahre. Habe mich "gut" verkauft, eingestiegen mit 2800 EUR Gehalt, nach 1,5 Jahren - als der Laden noch gut lief - 3200 EUR ausverhandelt, kenne aber auch die mitleidigen Blicke branchenferner Techniker. Aktuelles Erlebnis aus dem Bekanntenkreis: Telekommunkation, Admin, nur Abitur, 67.000 EUR Jahresbruttogehalt, 43 h Woche, ca. 16 Jahre dabei.

Unser Chef hat bereits eine Lebensversicherung aufgelöst und sein Haus verpfändet, damit er unsere Gehälter bezahlen kann, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wie lange der Laden noch rennt, weiß niemand, nicht mal der Chef, weil ganz offensichtlich kann er nicht mit Bilanzen umgehen, teilweise mussten wir 6 Monate auf Urlaubsgelder warten, weil 5 vor 12 kommt er drauf, dass sein Konto fast leer ist. Ein Bilanzgenie ist er wohl nicht und dem Büro geht es sehr schlecht. Niemand von uns schafft einen Umsatz von ca. dem 2 bis 2,5-fachen des monatlichen Bruttogehalts, was finanziell gesund wäre für so ein Büro.

Was habe ich nun daraus gelernt: Ich werde aus der Baubranche aussteigen, ich kann es mit meinem Selbstwert nicht vereinbaren, weiter in dieser minderwertigen Drecksbranche zu verweilen. Dazu habe ich mich all die Jahre zusammengerissen, weitestgehend auf Konsum verzichtet (Keine Autos, keine Reisen etc.) und ordentlich an Kohle gespart bzw. Daytrading erlernt und als Daytrader vermehrt. Im Juni werde ich den Laden verlassen und mich weiter aufs Daytrading fokussieren. Ich habe jedenfalls die Schnauze voll von der Branche und will nichts mehr damit zu tun haben. Keine Ahnung wie man sich sein Leben damit so dermassen versauen kann, wie es 95 % der Bauingenieure tun.

Bei 2 Personen möchte ich mich speziell bedanken: Ich war seiner Zeit Zivildiener und hatte beim Roten Kreuz einen Patienten, der in der Örtlichen Bauaufsicht gearbeitet hat. Er fragte mich eingehend, als ich ihm sagte, was ich studiere (Bauwesen): "Wie kannst du dir diesen Sch... freiwillig antun?" Ich verstand diese Aussage damals nicht, aber google führte mich in dieses Forum und auf die zweite Person: Danke Hornisse.

Tiefbauer | 25. März 2017 - 08:30

Leute, lasst Hornisse doch weiterhin mit seiner unterhaltsamen Schreibweise hier den einen oder anderen Akzent setzen. Was jedoch klar ist: eine objektive Diskussion ist nicht möglich und sollte man auch nicht weiter verfolgen. Und lasst doch auch den Quatsch mit "es ist schade, dass Du in Deinem Beruf nicht glücklich bist..." usw. Mitleid hat er durch seine destruktive Sichtweise doch nun wirklich nicht verdient. Ich glaube, damit fahren wir hier alle insgesamt besser, wenn er konsequent ignoriert wird!

Und nun zu mir: Einstieg 2013 mit A6 + Leistungszulage und Firmenwagen. Nach 4 Jahren im Beruf steht es jetzt bei A8, höhere Leistungszulage und höherwertigem Firmenwagen. Jahreszieleeinkommen 2017 ca. 72.000 € Jahresgehalt, ohne Tantiemen. Tätigkeit: Bauleitung im Tief-, Kanal- und Straßenbau. Raum Ruhrgebiet. Mittelständisches, inhabergeführtes Bauunternehmen.

Hornisse | 24. März 2017 - 18:21

@MS:
Naklar. Deine Firmennummer hast Du hier gepostet. Du kannst vielleicht die Erstsemester hier mit so einer Geschichte beeindrucken, aber sicherlich nicht mich.

Hornisse | 24. März 2017 - 06:33

@Glücklicher:
Genau! Das muss es sein. Die Leute mit genügend Berufserfahrung stecken alle noch auf ihren miesen Kriesenzeitengehältern fest und haben gar nicht mitbekommen, wie Absolventen ständig von Recruitern abgeworben und mit hohen Gehältern nach 2 Jahren im Job zugeschüttet werden. Bist Du ganz alleine auf diese geniale Begründung gekommen, oder gab es da ein wenig Hilfe?

KurtWeill | 23. März 2017 - 22:52

@Glücklicher, Post 22. März 2017 - 18:33:
Da magst du vollkommen Recht haben. Nur trifft das die anderen Branchen doch genauso. Schlimmer noch, in den letzten Jahr(zehnten) ist die Produktivität in der Baubranche deutlich weniger gewachsen/gestiegen, als die der anderen Ingenieurbereiche. Das macht sich auch an den Gehälter fest. Ergo müsste dieser Umstand (unterbezahlte ältere Mitarbeiter) die anderen Branchen viel gewichtiger treffen, als die Baubranche. Aber trotzdessen bekommen Bauingenieure im Querschnitt weniger Gehalt als Maschinenbauer/Elektrotechniker... lasse ich nicht gelten.

MS | 23. März 2017 - 12:47

@Hornisse:
Es ist wirklich schade, dass du so negativ eingestellt bist. Ich hätte gerne mit dir telefoniert, du hast meine geschäftliche Telefonnummer - und wenn die Mailbox ran geht, hast du auch meinen Namen. Mittels einer Suchmaschine deiner Wahl lässt sich alles Übrige herausfinden. Auf deine Kommentare werde ich nicht mehr eingehen. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute für deinen beruflichen Erfolg, viel Gesundheit und ein glückliches Leben.

@An alle anderen:
Lasst euch nicht entmutigen, Bauingenieurwesen ist ein schöner Beruf!

KurtWeill | 22. März 2017 - 21:25

Bauunternehmen in Süddeutschland, Überstunden abgegolten - mein Gehalt nach 5 Jahren Erfahrung ca. 50.000 Euro/Jahr + Dienstwagen bei tatsächlich ca. 40-45 Wochenstunden.

Bauleiter bei zeitaufwendigen Projekten (= 50 h/Woche im Schnitt), je nach Erfahrung und Verhandlungsgeschick 60.-70.000 Euro incl. aller Boni. Berufsanfänger 40.000 Euro. Oberbauleiter ca. 70.-80.000 Euro Jahresgehalt. Das deckt sich mit den Größenordnungen, was ich von Kollegen anderer Firmen in Süddeutschland höre. Sofern man den Gesprächen glauben schenken mag, aber warum soll man da lügen?

Gehaltsniveau scheint in meinem Umfeld also nicht ganz so schlecht zu sein, wie Hornisse stets meint. Auf den Stundenlohn gerechnet, im Verhältnis zu den Tarifverträgen der Energie oder Autobranche - in der Tat scheisse! Und nicht zu vergessen, Süddeutschland soll angeblich besser zahlen, als andere Bundesländer.

Zu Abwerbungsversuche: Bauleiter werden gerade händeringend gesucht. Da rennen wirklich haufenweise Recruiter rum! Was allerdings nicht bedeutet, dass utopische Gehälter angeboten werden! Denn komischerweise wird in der Branche weiter kalkuliert wie bisher, im schlimmsten Fall bleibt die Stelle eben vorübergehend vakant und man bietet nicht oder nicht ernsthaft überall mit, sodass man temporär 2-3 Projekte weniger annimmt. Ein paar Firmen haben eben doch noch den einen Bauleiter, den es braucht und die kriegt den Auftrag für wenig Geld. Bei Abwanderung kommt die Firma eben bei den Projekten ins Wackeln, aber irgendwie klappts schon - wobei es ja nun auch kein Hungerlohn ist, den man als Bauingenieur in der Baubranche bekommt.

Reiner | 22. März 2017 - 20:41

Ich bin durch Zufall auf das Forum gestossen. Wenn man in einer Nische tätig ist, kann man ein gutes Gehalt erzielen. Aber man kann doch keinem empfehlen ein Studium zu beginnen weil man evt. in einer Nische gut verdient. Der Großteil der Bauingenieure wird später Bauleitung machen müssen, da hier der größte Bedarf vorherrscht. 2009 wollte man mir zum Einstieg ca. 3000 € Einstiegsgehalt bieten in der Bauleitung (natürlich inkl. Überstunden). Habe aber auch bei einem Unternehmen direkt nach dem Studium eine "freie Mitarbeit" als Bauleiter angeboten bekommen, also Scheinselbstständigkeit, war ein großes Unternehmen aus der Branche, k.A. was die gezahlt hätten, habe das Gespräch abgebrochen.

Wolf | 22. März 2017 - 19:11

Bei einem Anfangsgehalt von 2700,- € brutto sollte man vielleicht erwägen in den öffentlichen Dienst zu gehen und Beamter zu werden; lebenslanger sicherer Arbeitsplatz und stetige Steigerung wir mitgeliefert. Ein Einstieg mit A13 ist sicher machbar, wenn man mit gutem Masterabschluß antritt.

Glücklicher | 22. März 2017 - 18:33

@Hornisse:
Etwas überspitzt dargestellt, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Die Frage ist, warum die Statistiken so schlechte Gehälter aufführen. Ich denke, dass viele ältere Kollegen zu alten schlechteren Konditionen angestellt sind und sich hier im Forum nicht äußern bzw. kennen oder besuchen das Forum nicht. Hatte vor einigen Jahren mal einen Zeitungsartikel über eine Studie gelesen, wonach Absolventen in Krisenzeiten zu deutlich schlechteren Konditionen angestellt werden und es ohne Jobwechsel nicht schaffen, ihre zu späteren guten Zeiten eingestellten Kollegen gehaltstechnisch einzuholen.

Hornisse | 21. März 2017 - 18:22

Man kann also mal festhalten: Alle einschlägigen und halbwegs seriösen Statistiken weisen unterirdische Bauingenieursgehälter auf. Das wird auch durch die durchschnittlichen Jahres-Umsätze je Mitarbeiter in Planungsbüros (gabs hier zu lesen!) von 90.000EUR bis 100.000 EUR bestätigt.

Aber, 99 % der User hier haben ein Gehalt von 60.000 EUR bis 70.000 EUR aufwärts bereits nach 2-3 Jahren im Job, erhalten zwei mal pro Woche Abwerbungsversuche von Recruitern (weil man ein Social Media Profile besitzt) und bekommen die wenigen Stellen ausserhalb der Baubranche in lukrativen Sparten, wie z.B. Automobilbau, Pharma, Chemie oder Energiebranche nachgeworfen. Einige der ganz strammen Lobeshymnenschreiber haben sich sogar eine SIM-Karte besorgt um hier die Handy Nummer anzugeben. Wofür? Was macht irgendeine Pay as you go SIM-Karte an den Postulaten hier glaubwürdiger? Ich lese also in einem Forum, in welchem sich zu 99 % die Elite des Bauingenieurnachwuchses austauscht. Ein echtes Privileg hier mitlesen zu dürfen.

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