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16. Jahrgang | Ausgabe 5760 | Nr. 148
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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

1278 Kommentare | 477013 Aufrufe
| 20. Februar 2010 - 12:16

Ich bin 29 und habe im Jahr 2005 erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Arbeite jetzt seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro in Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio €). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen ob ein Monatseinkommen von 2700 € brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

Kalle357 | 25. Mai 2017 - 11:14

Dipl.-Ing. mit > 2 Jahre Berufserfahrung
56.000-60.000 EUR Jahresgehalt bei 40 Std.
Projektmanagement bei einem großen Unternehmen

Attacke | 17. Mai 2017 - 20:27

Ich verfolge diese Seite auch seit einer Ewigkeit, so bleibe ich immer am Ball, was sich am Arbeitsmarkt so tut. Erst mal zu meiner Person: Ich bin Dipl.-Ing, also alte Generation, meinen Abschluß habe ich schon 2008 erledigt. Direkt nach dem Studium habe ich bei einem mittelständischen Unternehmen als Tragwerksplaner angefangen. Einstiegsgehalt vor 10 Jahren 3300 € Gehalt mit 38 Stunden die Woche und insgesamt 12.75 Gehälter. ( bei 38,5 Std. / Woche ca. 45.000 €) Wenn man seine Arbeit gut und mit Gewissen macht, bekommt man immer, was man möchte.

Nach 6 Jahren musste ich den Job wegen meiner Familie wechseln, In diesen 6 Jahren habe ich mich weiter ausgebildet zu SFI und ZfP-Personal, d.h. ich war nicht nur im Büro und Theoretiker, sondern auch im Betrieb tätig. Also nach 6 Jahren wechselte ich zum weltweit führenden Anlagenbauer, die haben natürlich andere Konditionen als ein kleines mittelständisches Unternehmen - z.B. ERA Tarif / IG-Metall , 13,25 Gehälter. Und so kam ich nach 3 Jahren auf ein Jahresgehalt von ca. 89.000 € (regulär 35 Std. / Woche) tatsächlich 38-40 Stunden.

Ich meine, mit ein bisschen Glück und Ehrgeiz, kann man viel erreichen. Und somit erreiche ich nach 9 Jahren als Bauingenieur eine sechsstellige Arbeitsvergütung. Ich kenne groß Konzerne auch die kleinen Unternehmen, man kann überall Geld machen, aber nicht vergessen, Geld ist nicht alles, sondern die Familie und die Gesundheit.

Ole | 15. Mai 2017 - 07:40

@Magnus:
Ich bin bereits über 10 Jahre im Ausland. Ich war 5 Jahre in Afrika, 3 in Indien, 1 Jahr in Middle East, 1 Jahr in China und jetzt in Rumänien. Man verdient zwar deutlich mehr Geld, aber der Job bleibt im Prinzip der gleiche. Ausruhen kann man sich hier auch nicht. Das ist so ein Märchen. Eigentlich ist es sogar so, das 6 Tage Woche normal sind und 10 bis 12 Stunden am Tag mit Nachtschichten usw auch.

MasterBauing | 08. Mai 2017 - 10:39

Ich verfolge das Forum hier schon seit Beginn meines Studiums und es hat mir so manche emotionale Höhenflüge als auch Tiefschläge verpasst. Jetzt nach Beendigung meines Studiums und ersten Eindrücken aus dem Berufsleben kann ich endlich auch eigene Erfahrungen beitragen:

Ich, 27 Jahre, Master of Science Bauingenieurwesen in Bayern mit mittelmäßiger Note (2,3), eingestiegen nach dem Studium in ein Ingenieurbüro, Projekt- und Vertragsmanagement von Großprojekten (Projektgröße ca 500 Mio €). Monatliches Einstiegs-Bruttogehalt war 3.800 € plus eine jährliche Bonusauszahlung. Macht in der Summe etwa 48.000 € im ersten Jahr. Nach circa einem Jahr gabs die erste Gehaltserhöhung, bin jetzt bei ca. 52.000 € nach der nächsten planmäßigen Erhöhung dann ca. 55.000 €. 40-45h/Woche, kein Firmenwagen.

Hatte nach meinem Abschluß noch ein etwas besseres Angebot (knapp 50.000 €/Jahr), habe mich aber für mein jetziges Büro entschieden, weil ich dort vorher schon als Werkstudent tätig war. Mir war einfach wichtiger meinen Arbeitgeber zu kennen und zu wissen, auf was ich mich einlasse.

Hier noch ein paar Vergleichsdaten meiner Kommilitonen (Einstiegsgehälter, derzeitiges Einkommen ist mir nicht bekannt):
- Projektsteuerer in großem Ingenieurbüro, 40 h/Wo., 52.000 €
- Vertragsmanager in großem Ingenieurbüro, 45 h/Wo., 52.500 €
- Planer in mittelgroßem Ingenieurbüro, 45 h/Wo., 49.000 €
- Tragwerksplaner in kleinem Ingenieurbüro (3 Mann), 45 h/Wo., 39.000 €
Alle Master-Absolventen der gleichen Uni und alle mit "Berufserfahrung" als Werkstudenten.

Also ich denke wenn man es drauf anlegt, kann man auch im Ingenieurbüro schon mit etwa 50.000 € Einstiegsgehalt rechnen. Man muss sich halt auch verkaufen können. Habe auch bei mir im Büro Kollegen die schimpfen, aber seit mehreren Jahren die gleiche Arbeit machen und auch sonst nicht bereit sind sich zu verändern. Denen kann man halt dann auch nicht helfen.

ABG | 05. Mai 2017 - 09:42

Ort: Speckgürtel von Hamburg, eher ländlich
Abschluss: Master (TU)
Berufseinstieg Statikbüro: 3300 € Gehalt monatlich
nächster Job im anderen Statikbüro: 3500 € Gehalt monatlich
(nach 1/2 Jahr, also immer noch Berufseinstieg)

whong | 25. April 2017 - 10:41

Bei mir: Masterabschluss als Bauingenieur, Fachhochschule 2013, dann Direkteinstieg in einem Baukonzern Baden-Württemberg. Dort tätig im Innendienst: Angebotsbearbeitung und Kalkulation Rohbau, Vergabe Nachunternehmerleistungen (Projektgröße 5. - 40. Mio €). Tarifvertrag, 40 h Woche (fünf Uhr ist meißt Feierabend), 30 Tage Urlaub, kein Firmenwagen. Jedes Jahr 2 - 3 Schulungen Hard- und Softskills. Einstieg 2013 mit Tarifgruppe A6, jedes Jahr eine "kleine" Gehaltserhöhung. Jetzt nach vier Jahren Eingruppierung in A7, ca. 57.000 € brutto Jahresgehalt.

Dipl-Ing | 25. April 2017 - 10:37

Kurz und knapp: Wechselt den Job, bewerbt euch, schaut euch um! Ich verstehe viele Kommentare hier, die sowohl positiv als auch negativ sind. Ich kann sie sehr gut nachvollziehen, und kann nach 15 Jahren im Beruf als Bauingenieur sagen, dass beide Seiten recht haben!

Ich selber war jahrelang geknechtet im Job, wurde als Statiker mit 3000 € Gehalt abgefrühstückt, wurde als Bauleiter mit 4500 € Verdienst verheizt (60 h die Woche) und bin jetzt aber als Projektleiter bei einem Mittelständler angekommen und sehr zufrieden. Ich verdiene mit Boni ca. 70000 €, bei einer realen Woche von 40 h, wobei auch mal bei Bedarf mehr gemacht wird, aber dafür auch kulant damit umgegangen wird, wenn man mal einen halben Tag braucht für Arztbesuch o.ä.

In meinen Augen ist es immens wichtig sich umzusehen, ich selber habe viele Angebote bekommen über Headhunter, habe mir viele Angebote angehört und Vorstellungsgespräche geführt. Schon allein, um zu sehen wie mein Marktwert ist. Und dann, wenn mal das passende Angebot dabei ist, kann man wechseln. Ich verstehe nicht, wie jemand nur rumjammern kann und den Beruf schlecht macht. Der Verdienst ist nicht so gut wie bei anderen Ingenieuren, aber du bist was du aus dir machst. Und wer es nicht versucht, der darf sich dann auch nicht beschweren!

Also mein Rat an alle, die unzufrieden sind: Bewerbt euch, hört euch an was man zu bieten hat. Man kann doch nichts verlieren, wenn man schon einen Job hat. Irgendwann kommt die Möglichkeit, dass ein gutes Angebot dabei ist.

Magnus | 22. April 2017 - 17:12

@Ole:
Deine Kunden verlangen wahrscheinlich, dass das Gebäude in 20 Monaten fertig sein soll, weil sie es gewohnt sind, das ohne Aufpreis zu bekommen? Wenn man hierfür einen Preis verlangen würde, für den 2 oder 3 Oles tätig sein könnten, würde das vielleicht ganz anders bewertet.

Mit einem deutschen Paß, kannst du dir doch fast auf der ganzen Welt Stellen suchen. Wenn du auf das viele Arbeiten keinen Bock mehr hast, such dir doch einfach was anderes. Im Baubereich gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten, als in der Bauleitung auf Seiten der Ausfühung. Mit deinem Wissen müßte da doch irgendwo was drin sein. Vielleicht einfach mal ein bisschen Zeit damit verbringen und darüber nachdenken, wo es besser passen würde, als permanent dem nächsten Termin auf der Baustelle hinterherjagen.

Flip | 22. April 2017 - 13:15

@Magnus:
Job wechseln bringt nix, die Angebotspreise der Baubranche sind bei Bauherren, Investoren, Architekten, Behörden etc bekannt. Da kann man nicht einfach die Angebotspreise um 50 % erhöhen, damit die Gehälter um 50 % wachsen (damit man mit anderen technischen Fachkräften mehr oder weniger gleichziehen könnte). Ich habe mich natürlich auch bei Kollegen umgehört, die in anderen Büros und großen Firmen arbeiten - überall der gleiche Sch.... Es wird bestenfalls eben so gebaut, dass Richtlinie, Normen und Gesetze gerade noch erfüllt sind. In der Elektrotechnikbranche zahlt hingegen der Kunde gerne Aufpreise für OLED Displays in Smartphones (obwohl LCD es auch tut), in der Automobilbranche wird gerne die Rückfahrkamera bezahlt, als ob Rückwärtseinparken bisher nicht möglich gewesen wäre etc.

Ich kenne wirklich niemanden, der eine positive Meinung über die Baubranche hat. Die naiven Absolventen sind mit dem Thema überfordert und haben mangels Erfahrung keine echte Meinung dazu oder teils wird sogar geleugnet und jene die schon länger dabei sind haben eine negative Meinung entwickelt.

Beim Kurs zum Ziviltechniker wird sogar beigebracht, was man als Büro so für Stundensätze verlangen soll, "bitte nicht auf die Idee kommen unter 80 EUR pro Stunde anzubieten, besser 100-120 EUR", wurde mir berichtet. Dachte Preisabsprachen sind verboten, aber ok, zeigt nur wie kaputt die Branche ist.

Mein Chef ist 75, da is nix mit "ich suche mir mal Arbeit"! Ich habe ihn gefragt, warum er sich das noch antut (er stellt immerhin von selbst fest, er wird von allen verarscht, Bauherren, Rechtsanwälte, Architekten, Ausführende etc...), er meint: Weil ihm der Job Spaß macht. Das glaube ich ihm sogar (sonst wäre er in Rente), aber es ist eben die völlig falsche Einstellung. Richtig ist: Er soll Spaß machen UND angemessen entlohnt werden.

Gsiberger | 21. April 2017 - 19:08

Statiker mit 1,5 Jahren Erfahrung in Österreich in einem kleinen Statikbüro mit 7 Mitarbeitern, 37000 € Jahresgehalt. Kommt mir relativ wenig vor, habe aber trotzdem andere Vorteile wie z.B. wenig Stress, Überstunden die zu mehr Freizeit führen (1 Monat Urlaub an Weihnachten). Das ist sicher sehr wichtig fürs persönliche Leben. Ich frage mich wie viel Urlaub in einem großen Konzern gegeben wird. (Von den gesetzlichen Urlaubstagen darüber hinaus)

Ole | 21. April 2017 - 08:27

Ich habe hier ja bereits gepostet, aber eigentlich ist es eher selten geworden. Was mir hier zu kurz kommt, ist die Diskussion über die Zeit und die Umstände in denen Bauingenieure arbeiten. Ich verdiene außergewöhnlich gut, der Teil fällt hier also aus.

Was mich allerdings mehr und mehr stört, sodass ich wirklich an Branchenwechsel denke, sind meine Arbeitszeiten. Außerdem hatte ich in 20 Jahren nur Arschlöcher als Kunden. Es wird immer vorausgesetzt, das wir pausenlos arbeiten. Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Nachts - alles kein Problem. Wozu eigentlich muss ein Bauwerk, das vermutlich so 100 Jahre steht und 20 Stockwerke plus hat in 20 Monaten fertig sein? Zinsen sind unglaublich günstig. Ich habe in 20 Jahren fast nie einen Bauzeitenplan gehabt, der machbar war, nicht mal mit außergewöhnlichem Aufwand.

Wir müssen permanent mit dem Bodensatz der Gesellschaft arbeiten. Mehr als die Hälfte der Typen in der Ausführung sind irgendwelche gescheiterten Vollidioten. Den Typischen Oberpolier, den viele Ältere noch kennen, gibt es kaum noch. Die Anforderungen werden immer höher, die Ausbildung immer schlechter. Oft können die Typen nicht mal untereinander reden, weil die alle möglichen Sprachen sprechen. Richtige Gesellen sind viele auch schon nicht mehr.

Magnus | 17. April 2017 - 00:03

@Flip:
Wieso hast du nicht einfach das Büro gewechselt? Die Erfahrungen die Du schilderst, entsprechen so überhaubpt nicht meinen. Scheint eher am Büro als an der Branche zu liegen. Vielleicht wäre auch dein Chef besser gefahren, wenn er sich eine Anstellung als Projektleiter gesucht hätte, wenn ihm das Finanzielle nicht so liegt.

Merkaba | 07. April 2017 - 21:18

Was verdient man in München als Tragwerksplaner (Statiker) mit 5 Jahre Erfahrung?

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