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Hallo alle zusammen!
Ich bin 29 und habe im Jahr 2005 erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Arbeite jetzt seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro in Raum Osnabrück.
Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio €). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände).
Jetzt würde ich gern wissen ob ein Monatseinkommen von 2700 € brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?
Ich sehe hier immer mal wieder rein, allerdings bietet dieses Forum nur sehr begrenzt eine Orientierung in Gehaltsfragen. Am sinnvollsten sind noch jene Beiträge, in denen Einzelne ihr Gehalt in Verbindung mit gelebten Erfahrungen veröffentlichen. Ich möchte Euch daher auch an meinen teilhaben lassen:
Studium Bauingenieurwesen (TU), eher "mittelprächtig" 2006 abgeschlossen. Im Anschluss diverse Praktika bei kleineren lokalen Bau-Unternehmungen im Tiefbau (Ausführung) und in einem Ingenieurbüro (Planung, Ausschreibung) absolviert, in der Hoffnung, übernommen zu werden. Bezahlung: Speis und Trank :) (Raum Berlin, für die Miete nebenher nachts in der Gastro gejobbt). Schließlich durch einen Bekannten in ein kleines mittelständiges Ingenieurbüro für Infrastrukturprojekte vermittelt worden. Anfangsgehalt: 1500 Euro Netto (all inkl.) (d.h. ohne weitere Vergütung von Nachtarbeit oder Überstunden). Hier festgestellt, dass das Studium lediglich der Vermittlung von Arbeitsweisen und der Fertigkeit der zielgerichteten Organisation dient. Das im Studium erworbene "Wissen" nutzt selbst wenig bis gar nichts.
Maßgeblich für meinen Alltag sind inzwischen Vertragsrecht, Nachtrags- und Qualitätsmanagement sowie Kostenkontrolle und Ablauforganisation. Dazu muss man die internen Abläufe der Auftraggeber kennen. Ich habe erst jetzt die notwendigen Referenzen und Kontakte, um für meinen Arbeitgeber "eine lohnende Investition" zu sein. Den Absolventen sei gesagt: Dies ergibt sich erst mit einer Spezialisierung und dauert mehrere Jahre!
Mein derzeitiges Bruttogehalt beträgt 13 x 3750 € = 48.750 € + Diäten (min. 200 € netto im Monat, weil defacto immer auf Montage im DACH-Raum) + Zulagen (ca. 60 € netto / Monat) + Dienstwagen auch zur Privaten Nutzung (Passat (-1%)). Dafür meist 60h-Woche und rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit ohne weitere Vergütung. Urlaub nur von Nov-Feb realistisch. Unterkunft (je nach Projektdauer: Wohnung, Pension oder Hotel) wird von der Firma übernommen. Streßig, aber es macht auch Spaß. Ich bin verantwortlich für die Umsetzung von Projekten im einstelligen bis unteren zweistelligen Millionenbereich. Je nach Aufwand habe ich 1-2 Projektmitarbeiter. Burn-Out irgendwann wahrscheinlich, daher werde ich auch demnächst umsatteln. Ziel wäre ein öffentlicher Arbeitgeber. Dann klappt es vllt. auch noch mit der Familienplanung.
Fazit: Als Absolvent solltet Ihr versuchen, in einer möglichst großen Firma unterzukommen (Macht also nicht den selben Fehler wie ich: Wer in einer kleinen Firma unterbezahlt anfängt, kommt selten finanziell vom Fleck). Persönliche Beziehungen und Kontakte sind das Wichtigste, ohne geht gar nichts. Zu hohe Erwartungen werden schnell enttäuscht. Bleibt realistisch und aufgeschlossen. Erst nach 3-5 Jahren zeigt sich euer wirklicher Wert und gibt Euch eine vernünftige Verhandlungsposition. Dann gibt es auch das Gehalt, von dem Einige hier zu denken scheinen, es würde Ihnen nur für ihren Bachelor zustehen. Insbesondere sollte jedem klar sein, dass "beratende Ingenieure" Dienstleister sind, und sich daher die bei der Vergabe erfolgreichen Preiskalkulationen eher auf dem Niveau von Haareabschneidern und Heißgetränkezubereitern befinden.
Für ein hohes Einkommen empfehle ich Euch NICHT:
- Planungsbüros
- Ingenieurdienstleistern (Ausführung (BOL/BÜ), ausgelagerte Berechnungen (CAD/FEM))
- Bauunternehmen aller Art mit weniger als 100 Angestellten
Vorteil hier: Ihr bekommt schnell Verantwortung in personeller und finanzieller Hinsicht.
Hohe Einkommen könnt ihr am ehesten erzielen:
- große Baukonzerne mit guter Durchsetzung der Gewerkschaften
- fachübergreifende Weiterentwicklung (z.B. FEM-Konstrukteur im Machienenbau/Luft und Raumfahrt (NICHT bei einem externen Dienstleister, nur direkt in der eigenen F&E-Abteilung))
Ein mittleres Einkommen in Verbindung mit Planungssicherheit und geregelten Arbeitszeiten sowie möglicher Familienplanung: Gibt es eigentlich nur im öffentlichen Dienst. Zum Thema Selbständigkeit: Sollte man immer versuchen, aber nur, mit ausreichendem finanziellen Polster und entsprechenden Kontakten zu mehreren Auftraggebern, die Euch in der ersten Zeit mit Aufträgen versorgen und danach weiterempfehlen. Mundpropaganda ist Alles! Wem es liegt: Vertreter für Baustoffe und oder Maschinen, getreu dem immer noch geltendem Motto: Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein ;)
Einen schönen Tag noch,
Hans
Also beide Firmen, bei denen ich mich vorgestellt habe, haben mir jetzt einen Job angeboten. Das kleine Ingenieurbüro ist ein Planungsbüro, die Bauschäden analysieren, Gutachten dazu schreiben, Instandsetzungslösungen erarbeiten und bei der Ausschreibung helfen - genau das was ich eigentlich gesucht habe.
Die andere Firma greift mehr oder weniger diese Gutachten auf und setzt die Vorschläge dann um, wenn Sie das Konzept als tauglich erachten und suchen deshalb mehr einen Bauleiter für diese Bereiche. Also eher weniger das was ich wollte. Allerdings wurde mir jetzt erörtert, dass nach den 6 Monaten Probezeit die Gehaltsstufe nochmal um 300-350 € pro Monat erhöht werden soll. Bei einem Einstiegsgehalt von 43000 und dieser Steigerung wäre ich dann in dem Bereich, den andere als "würdig" erachten. Soweit meine aktuellen Erfahrungen.
@Maik:
40-45 k würde ich eher als Bachelor einfordern. Als Master sollte es schon etwas mehr sein (kommt allerdings auf die Vertiefung und Branche an, in der du anfängst). Guck mal hier: 3800-4000 brutto pro Monat als Master sind angemessen. Du bist Ingenieur und da sollte man auch mal etwas einfordern (was einige ja auch tun). An diese Nummer von dem Link würde ich mich an deienr Stelle halten.
karriere.de/service/gehaltscheck/bauingenieur-uni-37/
Ich bin gerade mit meinem Studium [Masterabschluss "Bauingenieurwesen-Fachrichtung Infrastruktursysteme" (Verkehr und Wasserwirtschft)] mit der Note 2.0 fertig geworden und will mich dementsprechend bewerben. Das Problem ist, dass viele Arbeitgeber schon bei der Bewerbung die Gehaltsvorstellungen wissen wollen und ich mir nicht sicher bin was ich verlangen soll. Im Netz stehen einfach zu viele unterschiedliche Dinge, genauso wie in diesem Forum.
Deshalb wollte ich die Leute bitten, die in diesem Segment arbeiten, ihre Erfahrungen(Jahresgehälter, Einstiegsgehälter) kund zu tun. Kurz meine Daten:
Einsatzort: Dreieck Köln, Düsseldorf und Wuppertal / Betriebsgröße: würde gerne bei einer großen Firma arbeiten, also mehr als 1000 Mitarbeiter (wenns klappt). Also ich habe mir überlegt zwischen 40.000 - 45.000 EUR zu verlangen. Ist das realistisch?
Ich (seit fünf Jahren im Rhein-Main-Gebiet tätig) halte Kiras Angaben zum Einstiegsgehalt für durchaus realistisch (jetzt mal losgelöst davon, ob angemessen oder nicht).
@Kira: Hilfreich wäre noch zu wissen, auf was für eine Stelle Du Dich beworben hast (Fachplanung, Bauleitung, Kalkulation ...)
@Kira:
Ich bin letztes Jahr mit dem Master FH fertig geworden. Angefangen habe ich mit 3 Monaten Kennenlerngehalt in Höhe von 2000 Euro. Nach den 3 Monaten folgte die vertraglich festgelegte Steigerung auf 3650 x 13. Dazu einen Skoda-Oktavia. Fachbereich: Bauleitung-Kanalbau
Aus Gesprächen mit Studienkollegen weiß ich, dass der Master eigentlich kaum eine Gehaltssteigerung gegenüber dem Bachelor bringt. Die ehemaligen Kommilitonen, die direkt nach dem Bachelor in die Bauleitung gegangen sind, sind nun 2 Jahre weiter und haben schon die erste Gehaltssteigerung hinter sich. Ich bin zwar trotzdem nicht unzufrieden, aber etwas frustrierend ist das niedrigere Gehalt nach der langen Studienzeit dann doch.
34.000 Euro Jahresgehalt? Ich hätte beim Vorstellungsgespräch mit ziemlicher Sicherheit los gelacht und Ihn dann darauf hingewiesen, dass ich eigentlich gerne ein 100% Arbeitspensum bestreiten möchte und kein Teilzeitpensum von 60%. Zur Orientierung noch mein Gehalt (FH-Bachelor)
Nach Studium: 84 000 Fr. pro Jahr
nach 1 Jahr: 93 000 Fr. pro Jahr
Nach 2 Jahren: 99 000 Fr. pro Jahr
@Kira:
Welchen Abschluss hast du? Master oder Bachelor oder noch Dipl.-Ing., Dipl.-Ing. (FH)? Gut, die 34.000 Euro sind ein schlechter Witz, ganz ehrlich. Da brauchen die sich nicht wundern, dass sie keine guten Leute finden. Als Master sind 48-50 000 Brutto p.a. angemessen und nicht 34 000!
So, ich habe jetzt zwei Gespräche hinter mir und hier mal ein kleines Fazit (beide Firmen im Rhein/Main Gebiet): Die eine Firma war ein mittelständisches Unternehmen mit etwas mehr als 1000 Mitarbeitern deutschlandweit. Jahresgehalt für mich als Einsteiger: ca. 43000 €.
Die andere war ein kleines Ingenieurbüro mit 5 Mitarbeitern. Einstiegsgehalt hier ca. 34000 €. Das die kleinen natürlich nicht so zahlen können wie die Großen ist vollkommen klar. Dennoch war ich von der Summe etwas schockiert um ehrlich zu sein. Nach 5 Jahren Studium ist das nicht unbedingt das was ich hören wollte, zumal der Rest der Firma genau meinen Vorstellungen entsprach.
MfG
5 Jahre Berufspraxis mit ETH Master, Jahreslohn 200 000 Franken, 42h Woche und 5 Wochen Ferien pro Jahr