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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 2

1268 Kommentare | 471242 Aufrufe
KurtWeill | 22. März 2017 - 21:25

Bauunternehmen in Süddeutschland, Überstunden abgegolten - mein Gehalt nach 5 Jahren Erfahrung ca. 50.000 Euro/Jahr + Dienstwagen bei tatsächlich ca. 40-45 Wochenstunden.

Bauleiter bei zeitaufwendigen Projekten (= 50 h/Woche im Schnitt), je nach Erfahrung und Verhandlungsgeschick 60.-70.000 Euro incl. aller Boni. Berufsanfänger 40.000 Euro. Oberbauleiter ca. 70.-80.000 Euro Jahresgehalt. Das deckt sich mit den Größenordnungen, was ich von Kollegen anderer Firmen in Süddeutschland höre. Sofern man den Gesprächen glauben schenken mag, aber warum soll man da lügen?

Gehaltsniveau scheint in meinem Umfeld also nicht ganz so schlecht zu sein, wie Hornisse stets meint. Auf den Stundenlohn gerechnet, im Verhältnis zu den Tarifverträgen der Energie oder Autobranche - in der Tat scheisse! Und nicht zu vergessen, Süddeutschland soll angeblich besser zahlen, als andere Bundesländer.

Zu Abwerbungsversuche: Bauleiter werden gerade händeringend gesucht. Da rennen wirklich haufenweise Recruiter rum! Was allerdings nicht bedeutet, dass utopische Gehälter angeboten werden! Denn komischerweise wird in der Branche weiter kalkuliert wie bisher, im schlimmsten Fall bleibt die Stelle eben vorübergehend vakant und man bietet nicht oder nicht ernsthaft überall mit, sodass man temporär 2-3 Projekte weniger annimmt. Ein paar Firmen haben eben doch noch den einen Bauleiter, den es braucht und die kriegt den Auftrag für wenig Geld. Bei Abwanderung kommt die Firma eben bei den Projekten ins Wackeln, aber irgendwie klappts schon - wobei es ja nun auch kein Hungerlohn ist, den man als Bauingenieur in der Baubranche bekommt.

Reiner | 22. März 2017 - 20:41

Ich bin durch Zufall auf das Forum gestossen. Wenn man in einer Nische tätig ist, kann man ein gutes Gehalt erzielen. Aber man kann doch keinem empfehlen ein Studium zu beginnen weil man evt. in einer Nische gut verdient. Der Großteil der Bauingenieure wird später Bauleitung machen müssen, da hier der größte Bedarf vorherrscht. 2009 wollte man mir zum Einstieg ca. 3000 € Einstiegsgehalt bieten in der Bauleitung (natürlich inkl. Überstunden). Habe aber auch bei einem Unternehmen direkt nach dem Studium eine "freie Mitarbeit" als Bauleiter angeboten bekommen, also Scheinselbstständigkeit, war ein großes Unternehmen aus der Branche, k.A. was die gezahlt hätten, habe das Gespräch abgebrochen.

Wolf | 22. März 2017 - 19:11

Bei einem Anfangsgehalt von 2700,- € brutto sollte man vielleicht erwägen in den öffentlichen Dienst zu gehen und Beamter zu werden; lebenslanger sicherer Arbeitsplatz und stetige Steigerung wir mitgeliefert. Ein Einstieg mit A13 ist sicher machbar, wenn man mit gutem Masterabschluß antritt.

Glücklicher | 22. März 2017 - 18:33

@Hornisse:
Etwas überspitzt dargestellt, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Die Frage ist, warum die Statistiken so schlechte Gehälter aufführen. Ich denke, dass viele ältere Kollegen zu alten schlechteren Konditionen angestellt sind und sich hier im Forum nicht äußern bzw. kennen oder besuchen das Forum nicht. Hatte vor einigen Jahren mal einen Zeitungsartikel über eine Studie gelesen, wonach Absolventen in Krisenzeiten zu deutlich schlechteren Konditionen angestellt werden und es ohne Jobwechsel nicht schaffen, ihre zu späteren guten Zeiten eingestellten Kollegen gehaltstechnisch einzuholen.

Hornisse | 21. März 2017 - 18:22

Man kann also mal festhalten: Alle einschlägigen und halbwegs seriösen Statistiken weisen unterirdische Bauingenieursgehälter auf. Das wird auch durch die durchschnittlichen Jahres-Umsätze je Mitarbeiter in Planungsbüros (gabs hier zu lesen!) von 90.000EUR bis 100.000 EUR bestätigt.

Aber, 99 % der User hier haben ein Gehalt von 60.000 EUR bis 70.000 EUR aufwärts bereits nach 2-3 Jahren im Job, erhalten zwei mal pro Woche Abwerbungsversuche von Recruitern (weil man ein Social Media Profile besitzt) und bekommen die wenigen Stellen ausserhalb der Baubranche in lukrativen Sparten, wie z.B. Automobilbau, Pharma, Chemie oder Energiebranche nachgeworfen. Einige der ganz strammen Lobeshymnenschreiber haben sich sogar eine SIM-Karte besorgt um hier die Handy Nummer anzugeben. Wofür? Was macht irgendeine Pay as you go SIM-Karte an den Postulaten hier glaubwürdiger? Ich lese also in einem Forum, in welchem sich zu 99 % die Elite des Bauingenieurnachwuchses austauscht. Ein echtes Privileg hier mitlesen zu dürfen.

Glücklicher | 20. März 2017 - 17:53

@Sandro:
1. Ich bin nun > 5,5 Jahre im Geschäft und keine 2.
2. Google einfach mal einen halbwegs aktuellen Tarifvertrag aus der Energiebranche. Da wirst du schnell feststellen, dass 70.000 € Gehalt im Jahr absolut nichts ungewöhnliches ist. Und da in den Tarifverträgen nicht nach Ingenieurberufen unterschieden wird, profitiert man auch als Bauingenieur davon.
3. Das mit dem Nonsens posten kann ich also nur zurück geben.

M.Eng. | 20. März 2017 - 06:57

@Hornisse:
Ich bitte dringend um deinen Kontakt, gib mir eine E-Mail oder sonst etwas, ich kann es dir beweisen. Noch dazu kennst du meine Vorgeschichte nicht und meine Tätigkeit vorher auch nicht. Und es war nicht nur Statik, sondern eher eine ganzheitliche Stelle in der Projektabwicklung (Statik, Planen, Überwachen vor Ort je nach Bedarf).

Es ist schon faszinierend, wie vehement du versuchst Sachen ungläubig zu reden, anstatt dass du einfach mal akzeptierst, dass es auch Leute gibt die Karriere machen. Sehr amüsant, v.a. da du es ja in mehreren Threats hier im Forum machst. Also wenn du wirklich willst, dann hab endlich mal den Mumm und lass deine Kontaktdaten da, oder traust du dich nicht aus Angst von der Wahrheit erschlagen zu werden?

Glücklicher | 16. März 2017 - 21:03

@Hornisse:
Quatsch. Wenn du bei einem der einschlägigen Business-Netzwerke ein halbwegs gepflegtes Profil hast, fallen die Headhunter quasi über dich her. Ich hatte im Schnitt 2 Stellenangebote pro Woche. Einige waren so dreist, sich über das Sekretariat verbinden zu lassen. Das ging auch meinen Kollegen so.

Im Übrigens haben es Arbeitgeber abseits der Baubranche schwer, gutes Bauingenieur-Personal zu bekommen, da diese Branchen einfach nicht im Fokus stehen und sich damit zu wenig bewerben. Ist bei uns im Unternehmen ein echtes Problem, trotz sehr guter Konditionen.

@M.Eng.:
Ich bin jetzt auch in einer Art Projektmanagement-Stelle, obwohl ich vorher Objekt- u. Tragwerksplanung im Bereich Spezialtiefbau/Geotechnik gemacht habe. Meine Erfahrung: Wichtig ist, dass man möglichst viele und interessante Projekte in den ersten Berufsjahren bearbeitet hat, offen ist und sich vor allem gut verkaufen kann. Wer nur TWP in den LP 1-5 bei Einfamilienhäusern macht und nicht gut rüber kommt, hat schlechte Karten.

Sandro | 16. März 2017 - 10:15

@Glücklicher:
Selbst Einsteiger bei den Top-Beratungsunternehmen wie McKinsey und Co. verdienen nicht so viel nach 2 Jahren. Aber Du als Bauingenieur bist gehaltstechnisch sicherlich ganz vorne. Wie geschrieben: Hauptsache man glaubt selber an seine eigenen Worte. P.S.: Relativ gute Gehälter sind momentan in der Baubranche möglich. Realistisch sollte man aber in diesem Forum schon bleiben und nicht nur Nonsens posten.

Stahler | 16. März 2017 - 08:16

Im Bauwesen gibt es - wie überall anders auch - verschiedene Klassen. Gehst du in die Bauleitung, verdienst du definitiv mehr, hast aber weniger vom Leben wegen den Überstunden. Gehst du in die Statik, hast du weniger Geld aber mehr vom Leben. Ich persönlich bin in die Statik gegangen nach den Studium, bin damals mit 3500 € Gehalt eingestiegen. Mittlerweile nach 5 Jahren bin ich bei 4800 € monatlich + Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Somit liegt mein Gehalt bei ca. 62000 €. Ich bin in einer mittelständischen Stahlbaufirma angestellt, habe 3 Zeichner unter mir die ich betreue.

Ich kann mit diesem Geld gut leben, arbeite i.d.R. 40 h, es kommt auch mal vor dass wir mal 2-3 h mehr machen, aber da ist selbst unser Chef sehr dahinter, dass wir auch unsere Freizeit haben. Das ist nicht selbstverständlich, aber sehr lobenswert. Dementsprechend haben wir in meinen Augen auch ein sehr tolles Betriebsklima. Selbst habe ich zwei sehr gute Studienfreunde, die auch in die Statik gegangen sind, die haben aber nicht mein Gehalt, liegen aber auch bei knapp um die 55.000 €.

Deshalb mein Resümee: Ich kann manche Gehälter durchaus nachvollziehen und glaube das auch. Ich denke mal jeder kann machen was er will, und es ist auch bedeutend mehr Geld zu holen in der Bauleitung/Projektleitung. Aber das geht auf Kosten der Gesundheit und Freizeit. Mir persönlich ist mein Leben sehr viel wert, denn wenn du im Ruhestand bist und dein ganzes Leben an dir vorbeigegangen ist, dann ist es zu spät. Und danken tut es dir sowieso keiner, dass man jede Woche 10-20 h mehr arbeitet wie vertraglich festgehalten. Da wird deine Stelle neu besetzt und schon bist du aus den Köpfen der Leute.

Also liebe Kollegen und Studenten/Studieninteressierten: Lasst euch nicht beirren, wer wirklich Interesse am Bauingenieurwesen hat, der soll es machen. Es ist nicht so schlimm wie manche Leute propagieren. Leider gibt es immer wieder solche "krassen" Fälle, wo Leute elendig bezahlt werden. Aber es liegt an einem selbst dies zu ändern (Bewerbungen schreiben, Job wechseln) und ich persönlich kenne niemand, der nach dem Studium unter 3400 € eingestiegen ist (mit Master/Dipl.-Ing). Und wer sich macht wird auch belohnt, und wenn das nicht so ist, dann Job wechseln!

Wer aber das Studium machen will um reich zu werden, der sollte es vielleicht besser sein lassen!

Hornisse | 15. März 2017 - 18:40

@M.Eng.:
Als Statiker mit nur 2 Jahren im Job wird man nicht vom Headhunter für eine Position recruited, bei welcher man als Allrounder im Projektmanagement tätig ist! Das wirst Du dann in der Praxis auch noch lernen. Solche Firmen wie die in der Energiebranche, oder Automobilbau oder Chemie suchen in den Bauabteilungen Projektmanager (gerne mit langjähriger praktischer Berufserfahrung). Als Statiker hast Du mit deren Anforderungsprofil an diese Positionen nullkommanull gemeinsam.

PM | 15. März 2017 - 14:20

Man muss sich nur mal anschauen, was für eine Zeit Hornisse hier im Forum investiert und was für Aussagen von ihm kommen. Da wundert es mich nicht, dass er nur für den Mindestlohn angestellt ist. Ich vermute fast, dass er überhaupt keinen Job hat, oder nur 50 % arbeitet. Ich kann auch gar nicht mehr glauben, dass er noch wirklich ernst genommen wird.

MS | 15. März 2017 - 13:32

@Hornissse:
Leider hatte ich immer noch keinen Anruf von Ihnen/Dir, mein Handy liegt hier neben mir. Wir können gerne mal sprechen, würde mich freuen, vielleicht kann man dann raus bekommen, warum du unzufrieden bist und was dagegen unternehmen.

Ein bisschen was kann man schon aus deinem Beitrag vom 12.03.2017 um 13.00 Uhr herauslesen. Die Stundensätze, die du nennst gibt es bei uns im Münchner Raum nicht. Selbst die Landeshauptstadt München hat inzwischen Ihre Sätze angepaßt und die Enden nicht bei 75 €. Auch bei kommunalen Auftraggebern kommt man (zumindest unser Büro) gut weg. Noch besser bei privaten Auftraggebern. Aber vermutlich läuft es im Bereich der Verkehrsanlagen halt momentan gut. Und seit 2009 haben wird doch auch keine festgesetzten Zeitsätze mehr in der HOAI, aber ich bin ja nur der Prakitkant, der seine Informationen nicht aus Fortbildungen bezieht, sondern nur im Internet recherchiert.

Wie auch immer, warum sind denn die Stundensätze entscheidend? Maßgeblich ist doch die Bausumme und der Aufwand den ich dafür habe. Bausumme von 10 Mio. €, Ortsumfahrung über Feld und Wiese, zwar nur Honararzone II - aber habe ich viel Arbeit damit? Wenn die Trasse mal in ProVi drin ist, liegt die Datenbank vor. Änderungen sind schnell eingearbeitet, Gradiente und Achse anpassen, Trasse neu zeichnen. Ende. Dann gibts noch eine Verschiebung der Achse, die vorher nicht zu erkennen war und der AG fordert. Oder die Kreuzung wird dann doch ein Kreisverkehr. Was machen wir dann? Richtig: Einen Nachtrag, wiederholte Grundleistung. Also ich habe hier kein Problem an mein Geld zu kommen. Achso, alles oben gesagte, habe ich natürlich aus meiner heutigen 10:30 Uhr Vorlesung "Straßenentwurf mit digitalen Zeichenprogrammen" und 13:00 Uhr "Bauwirtschaftslehre und Vertragsrecht II".

Wie schon gesagt, ich finde es schade, dass einige den Beruf schlecht machen. Und ich sehe auch ein, dass in Deutschland nicht alles gleicht läuft, aber schaut euch die Jobs an, momentan ist es in unserer Branche definitiv nicht schlecht!

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