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16. Jahrgang | Ausgabe 5666 | Nr. 54
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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 6

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okto | 15. April 2016 - 23:06

@Marx:
Was sagt schon der Begriff Durchschnittsgehalt. 50 % verdienen mehr. 50 % verdienen weniger. Und nochmal zurück auf deinen dir bekannten Schlosser mit 40000 Jahresgehalt. Man kann jetzt zwar argumentieren, der Ingenieur steht rangmäßig höher. Sollte deshalb auch deutlich mehr verdienen, Er verdient auch mehr. Allerdings nicht so die Welt, wie man sich das mal ausgemalt hat. Und nochmal zurück. Die Menge an Studienabsolventen ist einfach viel größer als früher. Was bedeutet, immer weniger Menschen ergreifen einen Handwerksberuf. Sprich wenn man sich hart tut einen handwerklich begabten Schlosser aufzutreiben, kann man ja nicht einfach einen höher ausgebildeten Ingenieur hinstellen, der dann den Job macht.

Womöglich hat dieser 2 linke Hände. Macht also keinen Sinn. Dem mit der Ausbildung nützt das bei seinem Gehalt. Es gibt eine Nachfrage, aber wenig Angebot. Bei einigen Studienfächern ist es halt so, sehr großes Angebot an Absolventen, wenig Nachfrage. Wobei im Bauingenieurwesen es nicht unbedingt an der Nachfrage liegt. Es werden viele gebraucht. Da gibt es noch durchaus schlimmere Fächer als das unsere. Was im Bauingenieurwesen auch noch eine Bremse ist, ist folgende Tatsache. Ich spreche jetzt nur vom Planungsbereich. Es gibt sehr viele selbstständige kleine Büros. Um das diese sich über Wasser halten können, gibt es dort immer welche, die mit lächerlichen Stundensätzen anbieten. Ich selbst kenne kleine 1- Mann Büros die kommen auf einen Stundensatz von 35 Euro in Bayern!

Die kriegen halt sonst keine Aufträge, wenn Sie teurer sind. HOAI interessiert keinen privaten Hausbauer. Und dieser Wettbewerb wirtschaftet das Planungsgewerbe ziemlich runter. Wir selbst schauen, dass wir einen Stundensatz von 80 Euro für den Ingenieur kriegen. Ist aber schwierig. Und einige Aufträge gehen so auch flöten. Schau das nächste Mal, wenn Du in einer KFZ Werkstätte bist auf deine Rechnung für den Stundensatz eines KFZ- Mechanikers (neudeutsch
KFZ- Mechatroniker), die sind auch in etwa in der Größenordnung. Interessanterweise zahlt das der Kunde auch. Vielleicht mit etwas murren. Aber er erhält ja dafür auch wieder eine für Ihn sichtbare Leistung in Form eines PKWs, der anständig fährt.

Das schaut bei Planungen (besonders im privaten Bereich) ganz anders aus. Ich habe hier schon öfters den Satz gehört: Jetzt wollen die vom Amt noch eine Statik. Die Leistung dahinter wird nicht gesehen. Einige denken, hier werden nur Kosten unnötig in die Höhe getrieben. Die Tragfähigkeit wird quasi so einfach vorausgesetzt. Ich achte deshalb darauf überwiegend mit öffentlichen Auftraggebern zu arbeiten. Da kann man noch nach HOAI arbeiten und dann geht es schon besser.

Ich weiß nicht wo deine Interessen liegen. Du schreibst, du hängst nicht so am Bau. Also von dem her denke ich bist du auch nicht der Bauleitertyp. Maschinenbau ist auch nicht so die Welt anders. Ich selbst hatte mal ein Vorstellungsgespräch als Berechnungsingenieur im Fahrzeugbau. Hab die Stelle aus privaten Gründen nicht angenommen. Das ich Bauingenieur bin war hier kein Nachteil. Im Gegenteil, mir wurde gesagt, Sie haben die Erfahrung das Bauingenieure in der FEM oft fitter sind als Maschinenbauer.

Zuletzt noch kurz zu deinem Vorschlag mit den Überwachungskameras und den Drohnen. Schöne Vorstellung. Realität komplett anders. Bei meinem ersten Arbeitgeber war es so, dass ich viele Projekte im europäischen Ausland hatte. Diese Bauwerke habe ich noch nie live gesehen. Ich habe für diese die Statik gemacht. Bauleitung wurde hier an andere Büros vergeben. Macht ja auch keinen Sinn mich wegen einer Bewehrungsabnahme nach Spanien zu schicken. Also sprich dort gab es Bauleiter von den Firmen und noch Bauleiter oder eher externe Bauüberwacher von anderen Büros. Das waren allerdings große Projekte.

Bei kleinen Hochbauten und dergleichen ist der Bauleiter natürlich nicht permanent vor Ort. Allerdings haben die Bauleiter dann oft mehrere Baustellen und tingeln von einer zur anderen, bis Sie mal wieder 1 Monat Ihren Schein abgeben müssen, weil Sie zu viele Punkte in Flensburg haben (kein Witz kenn ein paar von der Sorte Bauleiter). Die müssen halt da sein wo das Bauwerk ist und nicht umgekehrt. Das wird auch so bleiben. Stell ich mir aber lustig vor mit einer Drohne eine Bewehrungsabnahme zu machen!

Glückspilz | 15. April 2016 - 22:37

Ich kann den Unzufriedenen empfehlen, auch mal über den Tellerrand zu schauen. Ich habe knapp 5 Jahre Berufserfahrung in einem renommierten Ingenieurbüro gesammelt und durch den Wechsel in die Energiebranche nun 67.000 € Verdienst im Jahr mit diversen weiteren kleinen Annehmlichkeiten (iPhone, Laptop, Altersvorsorge, Arbeitszeitkonto, etc.) bei einer 37 h Woche (Tarifvertrag). Vorher habe ich etwa 47.000 € verdient. Beides in Berlin. Es gibt zum Teil auch bei Banken und Versicherungen sehr gut bezahlte Stellen für Bauingenieure abseits des klassischen Berufsbildes.

Marx | 15. April 2016 - 11:12

Das Durchschnitts-Einstiegsgehalt liegt doch schon bei 39.000 € von Akademikern, soll man jetzt mit weniger einsteigen als die anderen und sich noch paar Jahre hocharbeiten? Man macht schon Abitur + Studium (sagen wir man braucht mal mind. 1 Jahr länger) dann sind das schon 8 - 9 jahre in denen man nix verdient hat während die anderen eine Ausbildung gemacht haben und seit fast einem Jahrzehnt berufstätig sind.

Ich hänge nicht besonders am Bau, würde auch Maschinenbau studieren, aber dann würde ja mein Studium noch länger dauern, und da sagen manche dass das noch schwieriger ist, ob das wahr ist kann ich nicht beurteilen. Ich versteh aber auch nicht warum ein Bauleiter in der heutigen Welt ein Nomadenleben führen muss. Wir haben so viel Technik und Kommunikationmittel, Computer, Drohnen, Kameras, da muss der Leiter doch theoretisch nicht ständig vor Ort sein.

Realist | 14. April 2016 - 15:30

Interessiert habe ich die letzten Beiträge in diesem Forum gelesen. Nach einer vom VDI veröffentlichten Gehaltsstudie verdienen Bauingenieure im Vergleich zu anderen Ingenieursparten schlecht. Was immer schon so war und immer so sein wird. Zu stark ist der Preiskampf innerhalb der Branche und die hohen Konjunkturschwankungen. Dessen sollte man sich schon vor Beginn des Studiums bewusst sein. Trotzdem sollte auch ein Bauingenieur angemessen entlohnt werden. Wer auf geregelte Arbeitszeit wert legt und jeden Tag seine Familie sehen will, sollte in einem Ingenieurbüro oder im Öffentlichen Dienst tätig werden. Ich denke da sollten mit 5 Jahren Berufserfahrung auch 60.000 Euro brutto drin sein. Wer Geld machen will und kein Familienleben braucht, muss eben Bauleiter und dann Oberbauleiter werden.

Bau-Sepp | 13. April 2016 - 07:52

@Marx:
Lass dich nicht täuschen. Es gibt hier zu viel Gerede um das Gehalt, es künstlich niedrig zu halten. Wenn du in eine Baufirma gehst, in die Bauleitung, wirst du nie unter 40.000 € als Ingenieur starten. Es ist leider regional schon gravierend unterschiedlich, aber ich spreche jetzt mal für Bayern. Und ich kenne keinen meiner Kommilitonen, die nach dem Studium unter 42000 € (Bachelor) bzw. 45000 € (Master) Verdienst eingestiegen sind. Und bedenke, das ist nur der Anfang. Ich persönlich bin mittlerweile nach über 3 Jahre im Beruf als Bauleiter bei über 60000 € Gehalt jährlich bei gemittelt 40 h. Klar, im Sommer sind es mehr wie 40 h, dafür darf ich die Stunden im Winter wieder ausgleichen. Also ich kann mich nicht beklagen. Und vergiss nicht andere Vorzüge wie z.B. das Firmenauto. Also lass dich nicht täuschen, wer fleißig ist, und sich gut verkaufen kann, der kommt auch als Bauingenieur zu seinem Geld!

Okto | 12. April 2016 - 23:18

@Marx:
Ich mutmaße mal: Deine Eltern sind schätzungsweise keine Akademiker. Sie haben dir wahrscheinlich auch immer gesagt, sei fleißig in der Schule, dann kannst du was Ordentliches studieren, und dann verdienst du gut und hast einmal ein stressfreieres Leben. Von der Sorte gab es viele Eltern. Bei meinen war das nämlich auch so. Man kann es Ihnen auch nicht übel nehmen, allerdings hätte man einfach die Weitsicht benötigt, das Sie das nicht beurteilen können.

Diejenigen von meinen Schulfreunden, deren Eltern bereits eine akademische Bildung hatten, (so zumindest meine Erfahrung) haben Ihren Kindern dann schon ordentlichere Studienfächer schmackhaft gemacht, also das wurden dann Zahnärzte, promovierte Chemiker, zur Not Lehrer...

Jedenfalls war man ein fleißiger Schüler, hat was handfestes Ingenieurwissenschaftliches studiert, und stellt fest, das sein bester Freund mit Hauptschulabschluss (arbeitet ebenfalls als Schlossergeselle) eine stressfreie 35 Stundenwoche hat und dieser ebenfalls um die 40.000 Euro verdient.

Jetzt kann man sich zurecht Fragen ob sich das relativ anspruchsvolle Studium gelohnt hat. Man verdient zwar etwas mehr. Aber bei weitem nicht das doppelte (vielleicht so gute 25%). Von einer 35 Stunden Woche kann man träumen. Falls man als Bauleiter unterwegs ist, lebt man ein Nomadendasein, falls man in nem Planungsbüro ist, kann man von nem Tarifvertrag träumen usw.

Ich selbst arbeite in einem Planungsbüro, deshalb erwähne ich diesen Punkt mit dem Tarifvertrag. Ein paar ältere Kollegen so um die 60 verdienen das Gleiche wie ich mit Anfang 30! Das liegt einfach daran, dass die hier irgendwann mal den Anschluss bzw. den Blick auf die Gehaltsentwicklungen verloren haben. Das ist traurig aber wahr! Mit einem anständigen Tarifvertrag passiert dir das nicht so leicht.

Ansonsten wie gesagt, Lehrberuf im Handwerk ist mittlerweile keine allzu schlechte Option, denke ich. Es gibt mittlerweile vielmehr Studierende als zur Zeit unserer Eltern. Das spiegelt sich natürlich in den Gehältern der Studierten. Das darf man nicht vergessen. Früher war man beispielsweise als Tragwerksplaner noch eher angesehen. Heute is man halt eher der Hans-Wurst der es dem Architekten, den HSL und Elektro-Planern, und der Baufirma rechtmachen soll. Soviel noch zur Wertschätzung der planerischen Leistung.

Und deine Idee mit dem Zollamt ist auch nicht so schlecht. Habe noch einen Freund, dieser ist verbeamtet im Staatsdienst (ohne Studium). Ist gruppiert in Besoldungsgruppe A9. Und jetzt schau einfach mal in den Tabellen vom Bund, wieviel einem Beamten mit 2 Kindern da Netto übrig bleibt:
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte...

Ich bin verheiratet, habe Steuerklasse 3 und mir bleiben Netto auch nur 2800 Euro im Monat. Das haut als Beamter mit Stufe 9 (ohne Studium) auch noch hin. Weiterhin darf er jedes Monat 4 Stunden Dienstsport machen, die er an seine Arbeitszeit anrechnen kann und solche Dinge wie Elternzeit wurde auch ohne Murren genehmigt. Im Baugewerbe wünsche ich dir viel Glück bei der Suche nach solchen Bonies!

Marx | 12. April 2016 - 17:58

Ich finde die ganzen Debatten über die Gehälter völlig demotivierend! Ich bin mittem im Studium und werde es auch auf jedene Fall abschließen. Aber was bringt mir ein Job bei dem ich weniger verdienen sollte als so mancher mit ihrer Ausbildung und dabei noch nicht mal bei meiner Familie zuhause bleiben kann und dabei noch so ein schwieriges Studienfach bewältigen muss?! Da kann ich mich auch jetzt einfach direkt beim Zollamt oder so bewerben, da direkt anfangen und nachher stressfrei das Geld verdienen, indem ich die meiste Zeit rumstehe.... alle heulen rum. Zeigt doch mal eure Gehaltszettel... Ich kenne einen Schlosser der ist immer zuhause und arbeitet in einem Baubetrieb, er ist etwas über 30, verdient knapp über 40.000. Wie könnten die Ingenieure - die in dem selben Betrieb arbeiten - weniger oder gleich viel verdienen wie Er?

Magnus | 24. März 2016 - 18:08

@Ole:
Mega = eine Million von was auch immer, ansonsten würde ich sagen, dass was man dafür hält, für den einen ist es Stuttgart 21, für den anderen vielleicht einfach ein Projekt was im Verlgleich zu den anderen Projekten besonders groß ist.

Ole | 23. März 2016 - 09:24

@Stefan:
Was sind denn in Deutschland "Mega Projekte"? Ich dachte immer das geht erst so ab 1 Milliarde los. Mir fallen da nur der BER, Elbphil und Stu 21 ein.

@Oberbauleiter:
Stimme Dir da zu. Oberbauleiter, Projektmanager auf Grossprojekten, Niederlassungsleiter usw. verdienen bei meinem Arbeitgeber aussergewoehnlich gut.

Bauleiter | 14. März 2016 - 09:16

@Oberbauleiter:
Sehr richtig. Als Statiker sieht man (leider) dieses Gehalt nicht. Wer aber den Schritt in Richtung Bauleitung/Projektleitung geht, der kann auch als Bauingenieur ein gutes Geld verdienen. Ich selber bin nach dem Studium (Master) mit A7 eingestiegen. Von diesen Gehältern träumen natürlich die Statiker. Dafür sind diese zumeist nach 40 h daheim und jeden Tag bei der Familie. Ich selber schlafe je nach Projekt auch mal die ganze Woche auswärts. Es ist also immer an einem selbst, was man für sich und seine Familie will. Wer Karriere machen will und Geld verdienen will, der muss auch zu Einbußen im Privatleben bereit sein. Nur habe ich heutzutage immer mehr das Gefühl, dass die Leute alle 100.000 € bei 40h verdienen wollen, Überstunden natürlich ausbezahlt oder abfeiern + Firmenwagen und und und.

Tatsache ist aber, dass leider viele Bauingenieure unterbezahlt sind und in ihren Ingenieurbüros bei 50.000 € mit 20 Jahren + Berufserfahrung versauern. UND was ich so mitbekomme, viele Leute, zumeist ältere bzw. schon länger tätige, verschlafen den Wandel im Gehalt. Wo diese Leute heute noch mit 50.000 € rumeiern, und das mit 20 Jahren Erfahrung, bekommen mittlerweile Leute mit Master, selbst als Statiker, gerne schon mal 45.000 €. Dass das im Vergleich zu dem Gehalt der anderen Angestellten in keiner Relation steht, darüber brauchen wir nicht reden. Jedoch muss ich da sagen, dass es dann die anderen verschlafen haben, was Sie vielleicht fordern könnten.

Stefan | 11. März 2016 - 13:36

Ich arbeite momentan seit einem Jahr fast als Projektleiter. Kurze Infos: Es arbeiten hier eigentlich nur Meister oder evtl. Techniker als Projektleiter. Hier bin ich der einzige Bauingenieur. Ich habe einen 1-Jahresvertrag, der nun mit Ablauf des Vertrages in einem Festvertrag geändert werden soll. (was normalerweise erst nach dem 2. 1-Jahresvertrag geschieht. Wurde mir vorzeitig angeboten.)

Gehalt: Hier im Betrieb gibt es einen Tarifvertrag. Von Spalte zu Spalte gibt es etwa 70-120 Euro mehr. (Automatisch jedes Jahr eine Spalte mehr, bis zum Ende der Spalte) Jetzt bin ich in Zeile 4, Spalte 2. (inkl. Weihnachts- und Urlaubsgeld 3129 Euro/Monat) Angeboten wurde mir 4/4. (3380 Euro/Monat) Ich wollte aber gerne 5/1 (3461,70 Euro/Monat, nach 4/4 kommt 5/1). Gibt es zwar keinen großen Unterschied, aber: Wollen sie mir nicht geben, da sie meinen, dass das bei keinem so ist/war. (also damit meinen sie wohl, dass man am Anfang nicht so schnell in Zeile 5 kommt.

Kann ich hier mit dem Argument kommen, dass ich eine ganz andere Ausbildung (Bauingenieur) habe? Oder bin ich da selber schuld, da ich eben diese Tätigkeit ausübe und keine bei der nur Bauingenieure tätig sind?

Weitere Argumente wären:

  • mir wurde der Festvertrag von alleine angeboten
  • habe Mega-Projekte übertragen bekommen, die sie nicht jedem geben wollten (weiß ich)
  • alle sehr erfahrenen Mitarbeiter loben mich und meinen, dass ich wirklich gut bin und schnell in die Sache rein gekommen bin.


Weiteres überlege ich mir noch und bereite mich noch auf das Gespräch mit dem nächst-höheren Chef vor. Bisher war das Gespräch nur mit meinem direkten Vorgesetzen. Vielen Dank für eure Hilfe!

Max | 11. März 2016 - 10:22

Der Vergleich der einzelnen Einkommen ist nicht realistisch, da jedes Projekt anders dotiert ist, jede Baufirma, jedes Ingenieurbüro andere Verhältnisse hat, andere Bereiche abdeckt oder ein anderes Niveau besitzt. Und so sind auch die Einkommen der Firmen und deren Gehaltspolitik.

Ich habe in rund 30 Jahren mit Gehältern zwischen 26.400 Eur/a und 84.000 Eur/a gearbeitet, aktuell bin ich bei 58.500 Eur/a. Aber auf dem Arbeitsamt stehen viele Ingenieure an und drücken den Preis. Es gibt leider immer einen, der für weniger Geld arbeiten geht und das macht es dem Rest schwer, eine ordentliche Anstellung zu bekommen. Es nutzt nichts, ob du was kannst oder nicht, bei einer Einstellung wirst du vorrangig nach den Gehaltsansprüchen bewertet. Leider traurige Realität. Vor 100 Jahren war der Bauingenieur eine Respektsperson - heute ist der Ingenieurberuf mehr und mehr unattraktiv.

Wayne90 | 11. März 2016 - 07:50

Ich bin derzeit noch Student im 5. Bachelor-Semester, sicherlich folgt jedoch noch der Master im Anschluss. Um aber gut auf meine eigtl. bevorstehende Gehaltsverhandlung als B.Eng (oder später als M.Eng) vorbereitet zu sein, muss ich einfach mal fragen, was hier als realistisch empfunden wird.

Kenndaten:
26 Jahre, FH, B.Eng. / M.Eng., Sachsen-Anhalt (Magdeburg). Ich arbeite seit Beginn des Studiums (2013) als Werkstudent im Bereich Projekt- und Facilitymanagement eines Immobilienunternehmens (knapp 30 Mitarbeiter), in dem ich durch eine bereits zuvor erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum Immobilienkaufmann (IHK) schon seit 2010 tätig bin. Mein Aufgabenbereich bezieht sich später quasi weiterhin auf die Instandhaltung/Sanierung des Bestandes, die Steuerung (teilweise LPH 1-9) von Modernisierungs- und Investitionsvorhaben (bis ca. 1 Mio.).

Vorweg: unternehmensweit kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ca. 40 Std./ Woche. Da ich bereits seit 2010 im Unternehmen bin, kenne ich sowohl das Personal und die Geschäftsleitung sehr gut als auch den Wohnungsbestand, alle Arbeitsprozesse, spezifische EDV, usw. Weiterhin bewerte ich eher positiv, dass ich im Zeitraum meiner Betriebszugehörigkeit bisher nur 2 Tage krank war. Ich weiß, dass das Unternehmen starkes Interesse hat, mich zu binden bzw. mich nach dem Studium zu verpflichten. Im Grunde ist die Stelle (ob nach Bachelor oder nach dem Master) schon eingeplant. Ich weiß jedoch auch, dass die Unternehmensleitung sehr bemüht ist, die Personalkosten so gering wie möglich zu halten.

Was wäre für mich eine solide Verhandlungsgrundlage? Leider habe ich branchen- und regionalbedingt keinerlei Orientierung. Ich möchte mich einfach nicht unter Wert verkaufen.

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