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16. Jahrgang | Ausgabe 5669 | Nr. 57
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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 8

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Berufserfahrung+++ | 15. Februar 2016 - 13:24

@Mapaba:
Die Erfahrung habe ich auch gemacht, heutzutage muss man einfach flexibel sein. Und wenn das heißt, dass man einfach 1h-Fartstrecke hat. Wer Karriere machen will, der muss auch bereit dafür sein. Und dann sind auch hohe Gehälter möglich, nur sind - wie bereits erwähnt - die meisten mit der Region verheiratet. Jobwechsel bringen Gehaltsplus. Das habe ich mittlerweile schon 3 mal miterlebt. Und wenn es "bloß" 5000 € mehr Gehalt sind. Beim nächsten mal wieder und wieder und wieder. Wer mit 10+++ Jahren Berufserfahrung keine 55.000 € sieht (als Statiker) bzw. 65.000-70.000 € als Bauleiter/Projektleiter, der ist diesen Weg nicht gegangen. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies möglich ist! Aber man muss bereit sein, auch etwas dafür zu opfern und vielleicht nicht jeden Tag von der Frau daheim bekocht zu werden. Jeder darf und soll das für sich selber entscheiden, aber sich darüber beschweren, dass man nix verdient und dass der Bauingenieur nichts verdient ist so auch nicht richtig. Alles ist möglich, und jeder ist für das selbst verantwortlich, was er aus sich macht!

Mapaba | 14. Februar 2016 - 21:25

Ich habe 15 Jahre Berufserfahrung als Bauingenieur. Als Einstiegsgehalt sind 40.000 .- Euro im Jahr realistisch. Wer dann gelegentlich die Firma wechselt, wirklich gute Ergebnisse abliefert und bereit ist Verantwortung zu übernehmen, kann auch sein Gehalt steigern. Ich selber bin bei der Eisenbahn gelandet und verdiene mittlerweile über 80.000.- Euro per anno. Aber hier ist wirklich jeder selber seines Glückes Schmied. Wer immer - aus welchem Grund auch - mit seinem Büro verheiratet und örtlich ganz unflexibel ist, wird wohl kaum große Gehaltssprünge machen.

Daniel | 13. Februar 2016 - 13:23

Ich bin 30 Jahre alt und seit knapp 3 Jahren im öffentlichen Dienst (TV-L in NRW) mit meinem Bachelor of Science angestellt. Hier liege ich mit der E11 in Stufe 3 und einer Techniker-Zulage bei 3560 €/Monat bei 12,8 Gehältern. Insgesamt sind das etwa 45.600 € brutto Verdienst im Jahr. Was man dabei aber nicht vergessen darf, ist meiner Meinung nach die Betriebsrente (VBL). Hierfür gehen etwa 55 € netto von meinem Gehalt ab, allerdings bezuschusst das Land diesen nochmal, sodass insgesamt fast 300 € in die Betriebsrente eingezahlt werden.

Sollte ich in unserer Behörde keine höhere als meine jetzige Sachbearbeiterstelle bekommen, so läge ich nach heutigem Tarif in der Endstufe (in 7 Jahren) bei etwa 57.000 € im Jahr. Ich denke da geht es manch anderem Akademiker schlechter. Zusätzlich macht mir die Arbeit auch Spaß und ich gehe gerne ins Büro.

Realist | 12. Februar 2016 - 10:34

@Alter Hase:
Das ist echt erschütternd! Dass dieses Lohngefälle so dramatisch ist, kann und mag man sich gar nicht vorstellen. Aber jemand mit 20 Jahren Berufserfahrung ist das schon eine absolute bodenlose Frechheit. Da fehlen mir leider Gottes die Worte. Und dass von diesem Verdienst nicht viel hängen bleibt, das glaube ich gerne! Ich sehe das bei mir, als Alleinverdiener, Haus abzahlen, Kinder, Auto usw. Da bleibt selbst von 70.000 € nicht mehr die Welt über. Ich weiß da selber jetzt auch keinen Rat mehr, die Zelte abbrechen und woanders neustarten wird vermutlich auch keine Option mehr sein?!

Alter Hase | 11. Februar 2016 - 17:23

@Realist:
Arbeitsort Sachsen (Ostsachsen), Unternehmensgröße 5 bis 10 MA, insbesondere in den Jahren 1999 bis 2010 hieß es, die Lage ist schlecht, die Honorare werden unterboten oder es steht allen frei, ihr Glück woanders zu versuchen - "Es gibt nichts zu verteilen." Die Strategie, sich unter diesen Umständen vom Angestelltendasein zu befreien und einen eigenen Betrieb aufzumachen hat sich dabei häufig als wenig hilfreich erwiesen. Netto wurde es kaum mehr, allerdings reichte das Geld nicht für eine vernünftige Altersvorsorge oder die Arbeitszeiten fraßen das Familienleben völlig auf.

Bauing | 11. Februar 2016 - 08:38

@Alter Hase:
Für das Gehalt, nach 20!! Jahren Berufserfahrung, brauche ich nicht zu studieren, sorry. Jeder Bachelorabsolvent steigt mittlerweile besser ein bzw. bei schlecht bezahlten Positionen minimal darunter. Aber nach 20 Jahren so ein Gehalt, dann sind Sie entweder genügsam und loyal, unglaublich naiv und dumm, oder haben verschlafen was mittlerweile gezahlt wird. Ohne Sie hier angreifen zu wollen, aber wofür haben Sie studiert und geackert, tragen einen Haufen Verantwortung auf ihrem Rücken? Sie sind streng genommen für Menschenleben verantwortlich! Dafür ist das einfach zu wenig Geld.

Während dem Studium haben uns Leute der Ingenieurkammer schon gesagt, dass man mit Bachelor gute 40.000 € Einstiegsgehalt fordern und erwarten kann. Und diese Forderungen sind bei uns (Bayern) meistens auch gezahlt worden bzw. noch übertroffen worden. Also kann ich ihre Situation absolut nicht nachvollziehen, das ist echt traurig!

Bärchen | 10. Februar 2016 - 22:28

Mein Alter ist 31 Jahre und ich habe gerade jetzt mein Studium beendet, Bauingenieurwesen Bachelor an der Ohm Hochschule Nürnberg. Ich arbeite hier in der Region in einem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung - 10 Personen sind Angestellt. Mein Verdienst ist 9 Monate 1800 Brutto (Davon 3 mit meinen Bachelor-Abschluss) und dann 9 Monate 2300 Brutto und dann 3200 Brutto. Es gibt kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die Arbeitszeit ist 44 Stunden die Woche, Überstunden werden nicht bezahlt oder abgefeiert. Der Urlaubsanspruch ist 28 Tage. Die Stelle ist in Mittelfranken (Bayern). Wie findet ihr diese Situation?

Rotkehlchen | 10. Februar 2016 - 18:50

Erfahrungen/Werdegang in Baden-Württemberg: Ingenieurbüros zahlen nicht besonders. 2013 mit 36.000 € bei 40 h/Woche und Überstunden abfeiern eingestiegen, 2015 mit 43.000 € wieder ausgestiegen. Planung, Überwachung, Gutachten. Daraufhin im Projektmanagement bei einer ausführenden Firma mit 52.000 € und Dienstwagen bei einer 42 h/Woche incl. Überstunden eingestiegen. Realarbeitszeit 42-46 h/Woche. Demnächst Verhandlung, ich sehe realistisch einen Verdienst von 54.000 €. Das ist dann ok für mich.

Die Erfahrung deckt sich mit meiner Umwelt. Wobei kleinere Ingenierbüros auch mal nur 36.000 € nach 2-3 Jahren Erfahrung zahlen und größere Baufirmen auch mal mehr. 60.000 € zu Beginn oder auch nach nur zwei-drei Jahren hingegen habe ich in der Baubranche noch nicht gesehen- würde es aber auch nicht völlig ausschließen.

Realist | 10. Februar 2016 - 15:39

@Alter Hase:
Wo bitte arbeiten Sie? Welches Bundesland? Unternehmensgröße? Ich finde es eine bodenlose Frechheit was Sie verdienen! Aber diese Meinung hier zu propagieren, tut mir als Statiker und Bauingenieur weh! Denn es geht auch definitiv anders, und unser Job ist abwechslungsreich und spannend. Ich mache das mit Leib und Seele. Ich kann nur von mir selber reden, ich bin seit fast 10 Jahren angestellter Statiker (in Nordbayern), aber die 40.000 € hatte ich fast als Berufseinstieg. Nach nunmehr 10 Jahren habe ich fast 70.000 €, wobei ich auch sehr gut mitgeholfen habe, das Büro aufzubauen.

Hier so pauschal zu propagieren, dass man als Bauingenieur nichts erreichen kann, ist wieder einmal typisch und halte ich persönlich mehr für Lobbyarbeit als so manch anderer. Was auch ich am Rande mitbekommen habe ist, dass diese Einstiegsgehälter von 50.000 € aufwärts für Berufseinsteiger als Bauleiter mittlerweile durchaus realistisch sind. In der Statik ist das leider nicht so der Fall, aber auch hier habe ich jüngst mitbekommen, dass Berufseinsteiger mit Master schon gerne mal 42.000-45.000 € Verdienst als Einstieg bekommen.

"Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" sag ich da nur! Wir Bauingenieure werden gerne künstlich unten gehalten, aber wenn ich hier so manche lese, die vehement die niedrigen Gehälter vertreten und sagen es gibt nicht mehr, dann wundert mich das nicht mehr! Steht endlich auf und fordert was für eure Arbeit! Wir sind verdammt nochmal Ingenieure, und müssen auch wie solche bezahlt werden.

Und wenn man nach 20 Jahren 40.000 € verdient, dann haben Sie irgendwas nicht richtig gemacht. Schauen Sie sich mal etwas um, wie soll man von 40.000 € noch vernünftig leben? Und es gibt immer einen Trumpf als Tragwerksplaner: Machen Sie sich selbstständig! Hier liegt das Geld vergraben...

Alter Hase | 10. Februar 2016 - 14:05

Wie der jüngste Bürokostenvergleich des AHO (Arbeitsausschuss Honorarordnung der Ingenieur- und Architektenkammern) zeigt, sind von 2013 bis 2014 die Gehälter der angestellten Ingenieure mit drei bis zehn Jahren Berufserfahrung von 46.060 Euro brutto im Jahr ohne Arbeitgegeranteil auf 45.494 Euro um 1,2 Prozent gesunken
(Folie 76/155 http://www.aho.de/pdf/jahresumfrage...).

Nach knapp 20 Jahren in der Tragwerksplanung komme ich seit Anfang 2011 auf 40.000 € Verdienst und vielleicht einem Montatsgehalt pro Jahr verteilt auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Vorher hatte ich zehn Jahre lang unverändert 31.200 pro Jahr. Den Kolleginnen und Kollegen geht es nicht besser. Von 1996 bis 2009 gab es keine Veränderung der Honorarordnung bei gleichzeitig im Zuge der Baukrise signifikant sinkenden Baukosten und damit auch über die Kopplung der anrechenbaren Kosten sinkenden Honoraren. Wer technisch begabt und interessiert ist, sollte in den Maschinenbau, die Elektrotechnik oder die Informationstechnologie gehen. Dort gibt es interessante technische Aufgaben, gute Gehälter, Aufstiegsmöglichkeiten, irgend eine Form von Personalmanagement, Tarife, Anerkennung, kurz eine berufliche Perspektive.

Bauleiter | 10. Februar 2016 - 13:49

Ich bin mit Master in A5 eingestuft worden, bin allerdings auch bei einer kleinen Baufirma am Land. Hier wird einfach nicht das Geld gezahlt, was die großen Konzerne leisten können. Das muss einem einfach bewusst sein. Ich muss jedoch dazusagen, dass 2 meiner besten Freunde bei großen Bau-Konzernen untergekommen sind, und dort direkt zum Berufseinstieg mit A7 eingestellt wurden. Die haben natürlich 53.000 € + Auto zum Einstieg, was ich durchaus für respektabel halte im Alter von 24-26. Mittlerweile ist der Verdienst auch nochmal angestiegen, so dass ich persönlich auch schon überlege, mehr Richtung Großstadt zu gehen und für mehr Geld anzuheuern (vorausgesetzt, es findet sich eine Stelle). Also meine persönliche Einschätzung: Die hier aufgerufenen Gehälter von 60.000 €sind nicht die Regel, jedoch bei manchen Glücklichen durchaus machbar.

Statiker, M.Eng. | 10. Februar 2016 - 12:29

@M.Sc, Projektabwicklung:
Ich habe es selber schon angeboten, aber darauf geht ja niemand ein. Anscheinend haben die Leute Angst vor der Wahrheit, da Sie sich sonst eingestehen müssten, dass Sie irgendwas falsch gemacht haben.

TWPL | 10. Februar 2016 - 11:47

Also ich kann so manche Aussagen nicht ganz nachvollziehen. Habe vor 2,5 Jahren meinen Master als Bauingenieur in Deggendorf abgeschlossen. Wie es halt so ist habe auch ich einige Bewerbungen geschrieben und Gespräche geführt. Ich habe (bewusst) das Einstiegsgehalt mit 50.000 € angegeben, da ich wusste, dass einige meiner Kommilitonen ähnlich als Bauleiter gemäß Tarif eingestiegen sind.

Als angehender Tragwerksplaner war dieses Gehalt nicht so einfach zu erreichen, das musste ich schmerzlich feststellen. Schlussendlich habe ich aber eine Firma gefunden, bei der ich jetzt als Statiker (mit Personalverantwortung für 4 Konstrukteure) arbeite. Mein Wunschgehalt konnte ich nicht ganz erzielen, jedoch habe ich in der Probezeit 3.700 € und danach dann 4.000 € rausschlagen können. Somit war ich inkl. Weihnachtsgeld usw. im 1. Jahr bei ca. 48.000 € Verdienst bzw. Einstiegsgehalt, womit ich mich dann zufrieden gegeben habe. Mit dem Chef war vereinbart, dass wir uns nach dem 1. Jahr nochmal zusammensetzen, dann eben "weitersehen". Nach 14 Monaten (natürlich hat der Chef nicht von sich aus was gesagt) habe ich dann beim Chef eine Gehaltserhöhung anklingen lassen. Wir haben dann ein Gespräch geführt über das vergangene Jahr und was ich mir so vorstelle (ich habe einfach mal 60.000 € in den Raum geworfen). Er hat sich dann 2 Wochen Bedenkzeit erbeten und mich nach nicht einmal 2 Wochen ins Büro zitiert.

Kurzum, die 60.000 € habe ich nicht bekommen, jedoch wurde das Monatsgehalt auf 4.500 € angehoben (zuerst kam er mit 4.300, aber da habe ich nachgehakt). Mit Weihnachts-/Urlaubsgeld sowie einer kleinen Leistungszulage komme ich aber dennoch auf 57.000 €, und das damals vor knapp 1 Jahr. Für den Sommer haben wir wieder ein Gespräch über meinen Werdegang vereinbart, ich bin also gespannt wie es weitergeht. Die 60.000 € sollten dann hoffentlich auch geknackt werden.

Ich bin den klassischen Werdegang gegangen: Abitur mit 18, Studium in Regelstudienzeit (10 Semester), zwischendurch ein paar Praktika usw. Jetzt bin ich 27 Jahren bei einem Verdienst von 57.000 €. Ich kann also einige Aussagen meiner Vorredner durchaus nachvollziehen, da es auf meine Situation ähnlich zutrifft. Was im Detail möglich ist, hängt meiner Meinung nach viel von einem Selber ab, wie man sich verkauft, wie hartnäckig man ist. Aber viele verkaufen sich in meinen Augen wirklich komplett unter Wert. Einer meiner Kumpels hat nach dem Bachelor angefangen und hat keine 40.000 € gesehen. In meinen Augen absolut unter Wert! (Er ist gelernter Maurermeister). Aber so läuft es eben, manche geben sich mit wenig zufrieden, dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn andere mehr verdienen. Was ich damals auch sehr stark sehen konnte war, dass kleinere Büros mir trotz Master teilweise keine 40.000 € zahlen wollten/konnten. Da musste ich nicht lange überlegen.

Also in meinen Augen sind beide Seiten sehr plausibel, sowohl die guten Verdienste wie bei "Statiker, M.Eng." also auch die etwas schlechteren bzw. viel schlechteren Verdienste manch anderer Vorredner. Und dass es regional nochmal gewaltige Unterschiede (Ost/West oder Großstadt/Umland) gibt, sollte jedem bewusst sein. Also bringt es in meinen Augen nicht viel, hier Leute aus dem Großraum München mit Leuten aus dem Großraum Berlin oder Umland zu vergleichen. Dieses Lohngefälle ist faktisch einfach da.

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