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16. Jahrgang | Ausgabe 5669 | Nr. 57
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Studium Bauingenieurwesen beginnen?

51 Kommentare | 23677 Aufrufe
| 08. August 2005 - 13:14

Hallo,
ich wollte nächstes Jahr ein Bauingenieurstudium an der FH Hildesheim beginnen. Habe bereits eine Berufsausbildung zum Vermessungstechniker und will nun Bauingenieurwesen studieren, weil ich die Richtung schon immer einschlagen wollte. Nun habe ich hier im Forum soviel "schlechtes" gelesen, was die Zukunftsaussichten und das Gehalt eines Bauingenieurs angeht. Würdet ihr mir raten trotzdem mit dem Studium zu beginnen? Wäre über viele Meinungen sehr dankbar!
Gruß Andre

GaLa | 09. Februar 2017 - 10:02

@Hind:
Zur Zeit werden mehr denn je Bauingenieure gesucht. Und es wird in den nächsten Jahren mehr als genug Arbeit für Bauingenieure geben! Auch wenn es immer mehr Absolventen im Bereich Bauingenieurwesen geben sollte, bedeutet das heutzutage leider nicht mehr, dass all die Absolventen auch als "Fachkräfte" zu gebrauchen sind. Daher hast du es eigentlich selbst in der Hand!

Klar, dass Maschinenbauingenieure im Einstiegsgehalt noch etwas höher angesiedelt sind, aber letztendlich bist du selbst dafür verantwortlich, wie sich dein Gehalt in der beruflichen Laufbahn entwickelt. Und viel wichtiger ist doch, dass du einen Beruf ausübst, der zu dir passt und an dem du 40 Jahre lang Freude hast! Das ist auch die Voraussetzung für den Erfolg im Beruf. Mein Tipp: Mach das was dir Spaß macht, nicht das, wo du anfangs vllt. das meiste Geld bekommst.

DA73 | 09. Februar 2017 - 09:01

@Hind:
Maschinenbauer verdienen nach erfolgreichem Studium mindestens zwanzig Prozent mehr als Bauingenieure - ein Leben lang. Das liegt daran, dass Maschinenbauer häufiger in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. Außerdem ist Bauingenieurwesen low tech, während Maschinenbau mehr am technischen Fortschritt partizipiert. Wenn dir beides gleich liegt, dann mach Maschinenbau.

Bauing | 08. Februar 2017 - 20:37

@Hind:
Die Entscheidung ob du Bauingenieurwesen studieren willst oder nicht wird dir niemand in diesem Forum abnehmen können. Es ist auch wichtig zu wissen in welchem Bereich des Bauwesens du später arbeiten willst. Hier gibt es in puncto Gehalt gewaltige Unterschiede. Zudem ist deine persönliche geistige Leistungsfähigkeit sehr entscheidend für das spätere Gehalt. Wenn du eher ein schlechter Theoretiker bist und schon bei kleineren mathematischen Modellen an deine Grenzen stößt, dann wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit in den klassischen Disziplinen wie Statik, Geotechnik, Hydromechanik, FE usw. keine überragenden Leistungen bringen können und somit auch kein überdurchschnittliches Gehalt in diesen Bereich erreichen.

Im Projektmanagement sieht es ähnlich aus. Ich sag das jetzt mal ganz ehrlich und frei raus. Wer gut organisieren kann und auch bei hohem Stress nicht aus der Ruhe zu bringen ist, der kann in diesem Bereich durchaus überdurchnittlich verdienen. Wer jedoch zu den typischen 3 Schachtel Zigaretten bei Projekten bis 2 Mio. € Rauchern zählt und schon bei diesen überschaubaren Projekten täglich bis 19 Uhr im Büro sitzt, der wird auch in diesem Bereich wenig verdienen und niemals bspw. ein komplexes Tunnelprojekt mit entsprechendem Gehalt leiten. Es ist leider auch in anderen Ingnenieurdisziplinen so. Wer geistig topfit ist, fachlich überzeugen kann und dazu noch sicher und charmant auftritt, der verdient entsprechend viel Geld.

Diese Geschichten von den besser bezahlten Maschinenbauingenieuren beziehen sich meist auf das Einstiegsgehalt. Es setzt aber auch vorraus, dass man den Einstieg in einen großen Konzern schafft. Das gelingt nicht vielen. Und die die dann wirklich dort anfangen und gut sind, die verdienen dann entsprechend gutes Geld. Die meisten schaffen das jedoch nicht und landen bei irgendeiner Leihbude und verdienen weniger als ein Bauingennieur bei einem Bauunternehmen im Mittelstand. Später ist die Gehaltsentwicklung grundsätzlich abhängig von deinem Können und deinem Netzwerk. Egal ob nun Bauwesen oder Maschinenbau. Die Realität sieht leider so aus. Wer überdurchscnittlich arbeitet verdient entsprechend gut, wer hingegen unterdurchschnittlich arbeitet wird in beiden Branchen niemals viel verdienen und mit hoher Wahrscheinlichkeit mit 45+ mit veraltetem Wissen unvermittelbar auf der Straße stehen.

DK | 08. Februar 2017 - 10:01

Also ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit als Bauingenieur und stehe daher auch vor der Frage wo ich nach meinem Studium arbeite. Da ich bislang nur im Umfang meines Ingenieurspraktikum in der Bauleitung eines mittelständischen Unternehmens und danach dort als Werkstudent gearbeitet habe, sind meine Eindrücke vom Beruf des Ingenieurs noch etwas einseitig. Tatsache ist, dass Ingenieure im Maschinenbau mehr verdienen bei weniger Arbeitszeit. Im Baugewerbe kannst du scheinbar, wenn überhaupt, gehaltmäßig mit den Maschinenbauern mitziehen, wenn du in die Bauleitung gehst.

Bauleitung ist ein wirklich interessanter Beruf, keine Frage. Abwechslungsreich, man ist viel draußen, etc. Damit kommt aber auch die Kehrseite der Medaille zum Vorschein wie ich feststellen musste. In der Bauleitung bist du natürlich in erster Linie auf der Baustelle. Und da deine Baustellen als Bauleiter keine Einfamilienhäuser sind, sondern über große Gebiete verteilt, kommst du zumindest für eine gewisse Zeit nicht umhin unter der Woche nicht zu Hause sein zu können. Gegebenenfalls musst du auch Samstags vor Ort sein, wodurch du auch mal zwei Wochen am Stück nicht zu Hause sein kannst.

Hinzukommt, dass du als Bauleiter regelmäßig mindestens 60-h-Wochen hast. Mein Bauleiter z.B. Kommt morgens um 8 und geht abends um 7-9, manchmal sogar bis 10 oder 11 (Was mitunter der Tatsache geschuldet ist, dass er nicht zu Hause ist und es ihm egal ist, wann er Feierabend macht). Außerdem hat man auf der Baustelle enormen Zeitdruck. Es müssen nur ein paar Sachen schief gehen und der ganze Terminplan verschiebt sich nach hinten, wodurch sich dein Stress erhöht. Außerdem musst du immer genauestens auf dein Budget achten, was ich persönlich sehr hinderlich finde. Nach dieser Erfahrung habe ich für mich beschlossen, dass ich nicht in die Bauleitung gehen werde.

Ich bin nun mal in einer Großfamilie aufgewachsen und daher ein Familienmensch, der später um 5 Uhr Feierabend haben möchte und nach Hause kann. Außerdem war mein Vater früher auch immer erst spät zu Hause und gestresst, was ich als Kind nie gut fand. Andere Jobs für Bauingenieure finden dann eher im Büro statt. Bei mehr oder weniger geregelten Arbeitszeiten, dafür aber mit wesentlich geringerem Gehalt.

Ich habe mich damals für Bauingenieurwesen angemeldet, das ich aus einer Handwerkerfamilie entstamme und der Bau immer Teil meines Lebens war. Im Nachhinein bereue ich es nicht, nicht Maschinenbau studiert zu haben, da das auch durchaus eine Option für mich gewesen wäre. Natürlich muss man beachten, dass das aus dem Mund eines Berufsneulings kommt. Ich weiß selber noch nicht genau wo mich die Reise hinführt. Ich habe auch schon über einen Branchenwechsel nachgedacht. Es soll angeblich gute Jobs für Bauingenieure in der Pharmaindustrie und der Windenergie geben. Mal sehen wo mich die Reise hinführt.

Hind | 07. Februar 2017 - 15:47

Ich mache gerade mein Abitur und habe mich für Bauingenieurwesen entschieden, aber da "alle" mir gesagt haben, dass Maschinenbau vom Gehalt und Berufschancen besser wäre, bin ich jetzt ein bisschen verwirrt. Stimmt das, dass Bauingenieure nach dem Abschluss kein Arbeitsplatz finden oder wenn nichts gebaut wird, werden sie arbeitslos? Ist Maschinenbau viel besser? Mich interessieren beide Studiengänge, deswegen bin ich jetzt ratlos. Danke im voraus!

Max | 19. August 2014 - 15:50

Mein Nachbar (Niederlassungsleiter einer Baufirma in München) ist seit 1994 Bauingenieur und stets erfolgreich gewesen. Ihm scheint der Job sehr gut zu gefallen und hat mich, 20-jährigen Jungspund, natürlich ein wenig damit angesteckt, was dazu führte, dass ich zum kommenden WS an der TU München ebenfalls das Studium zum Bauingenieur beginnen werde. Ich weiß in etwa, was Absolventen bei ihm verdienen und muss sagen, dass sie sich gehaltstechnisch keines Falls vor Maschbau- oder E-Technik-Absolventen verstecken müssen. Da in diesem Forum aber überwiegend negative Stimmung bzgl. des Berufsbildes anzutreffen war (siehe Beiträge bis 2011 und früher) wollte ich mal fragen, ob sich seither im Allgemeinen etwas verbessert hat oder die Situation in München eine Ausnahme darstellt. Vielen Dank im Voraus!

abc | 18. August 2014 - 22:43

@Sven:
Als Angestellter sind auch 5000-6000 Brutto drin mit BE und Führungsverantwortung. Es gibt Bauingenieure die verdienen 3000, es gibt welche, die verdienen 10 000, wie in vielen anderen berufen auch. Als Selbstständiger GmbH Geschäftsführer einer Ingenieurgesellschaft auch deutlich mehr. Vor allem soll der Beruf aber Spaß machen, das Geld kommt dann schon wenn man auch bereit ist Risiko einzugehen und Verantwortung zu übernehmen.

Tobias | 15. August 2014 - 12:50

@BauIng25:
Die Kombination aus BWL und Bauingenieurwesen ist aber auch abseits von der Bauleitung eine ungewöhnliche und vor allem gesuchte Kombination. Ich merke das zum Beispiel direkt bei uns im Konzern im Einkauf. Dort wird seit langer Zeit händeringend ein junger Bauingenieur gesucht, der aber eben neben dem technischen Wissen noch vertiefte Kenntnisse in BWL,etc. hat. Ziel soll langfristig die Abteilungsleitung Einkauf sein.

Auch dein Alter ist kein Problem. Gerade im Bauingenieurwesen - so habe ich es selbst im Studium erlebt - gibt es einige, die nach Ausbildung und nachgeholtem Abitur erst mit 30 oder 32 Jahren ihren Abschlus haben. Die angepeilten 10 Semester sind zwar eine sehr optimistische Ansage, aber durchaus zu schaffen. Ich selber habe 12 Semester bis zu meinem Master gebraucht und das mit einem Auszeitsemester im Bachelor und dann noch mit Kind im Master.

Grüße, Tobias

abc | 14. August 2014 - 13:57

BauIng25:
Aus meiner Sicht vollkommen ok. Ich bin 29 1/2 nach Studienabschluss, habe eine 3-jährige Ausbildung allerdings vorher gemacht, aber du ja ein BWL-Studium. Ich finde nur deine Rechnung geht nicht ganz auf. Du gehst von 10 Semestern aus bis zum Master? Also ich brauche regulär ca. 16-17, habe aber auch intensivst vertieft und Jahr 1/2 gearbeitet und 1/2 Jahr Pause gemacht nach dem Bachelor wegen Burnout Symptomen. Um etwas Schwieriges im Bauingenieurwesen zu vertiefen braucht man aus meiner Sicht deutlich länger als 10 Semester. Kommt aber auch drauf an was du machen willst. Für Bauleitung mit deinem BWL-Studium reicht ein Bachelor denke ich.

Sven | 13. August 2014 - 15:35

@BauIng25:
Mein Werdegang ist ähnlich zu Deinem. Zuerst BWL-Studium und anschließend noch den Bachelor im Bauingenieurwesen nachgeschoben. Der Berufseinstieg in die Bauleitung war dann auch erst mit 33 Jahren. Einen Job als Bauingenieur zu finden stellte kein Problem dar. Ich würde dir nur zum nachgeschobenen Bauingenieurstudium raten, wenn du ernsthaft Interesse an der Materie hast. Das Studium ist knüppelhart und nicht mit BWL zu vergleichen. Da sind vom Anspruch wirklich Welten zwischen. Die Regelstudienzeit ist auch kaum einzuhalten.

Gehaltstechnisch bringt es dich vermutlich auch nicht besonders nach vorne. Einstiegsgehalt im Bauhauptgewerbe ca. 3300 - 3500 EUR. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung bleibt man dann als Angestellter zwischen 4000 - 4500 EUR stecken. Da sollte man als BWL`er wohl auch hinkommen. Man muss schon wirklich Freude am Bau haben, ansonsten lohnt ein Zweitstudium in diesem Bereich nicht.

Tom | 13. August 2014 - 15:29

@BauIng25:
Mach dir mal beim Alter keine Gedanken! Bei mir damals an der FH waren auch Jungs die um die 30-35 waren und jeder von denen hat einen Job bekommen. Praktika kannst du waehrend des Studiums machen oder sogar als Werkstudent arbeiten. Also meiner Meinung nach kein Problem.

BauIng25 | 13. August 2014 - 14:24

Ich stehe momentan vor einer schwierigen Entscheidung. Ich habe gerade mit Erststudium (BWL) abgeschlossen, kann mir jedoch schwer vorstellen, in dem Bereich zu arbeiten. Während meines Studiums reifte der Entschluss, nach dem Studium was Technisches zu machen, was sich aber mit einem BWL Studium relativ schwierig gestaltet. Daher hatte ich den Entschluss gefasst, Bauingenieurwesen zu studieren. Das Problem ist nur, dass ich bei Beginn des Studiums 25 bin und im Optimalfall (10 Semester für BA und Master) mindestens 30 bin. Zusätzlich wäre für Praktika natürlich nicht wirklich Zeit. Zusätzlich müsste ich mir einen Studienkredit aufnehmen (ca. 500 Euro) im Monat, um das Zweitstudium überhaupt stemmen zu können.

Vor kurzem hatte ich mit einem Bekannten gesprochen, der selbst Bauingenieur ist. Dieser hatte mir davon abgeraten mit der Begründung, dass es sehr wenige Absolventen gibt, die über 30 sind und mir zusätzlich die Berufserfahrung fehlen würde, wenn ich mit 30/31 in den Job einsteigen würde. Daraufhin habe ich bei den großen deutschen Baufirmen angerufen und dieses sagten mir eigentlich das Gegenteil. Oft auch mit der Begründung, dass Diplomstudenten in der Regel auch erst mit 28/29 ihr Studium abgeschlossen haben. Zusätzlich wäre auch ein kaufmännisches Studium eher von Vorteil als von Nachteil im Baugewerbe. Hat jemand dazu Erfahrungen mit einem Einstieg mit 30-32 im Baugewerbe?

Giovanotto | 06. August 2013 - 16:15

Hallo, meine Studienortwahl steht demnächst an und ich habe mich sozusagen schon auf das Fach Bauingnieurwesen festgelegt. Nur der Studienort ist mir noch unklar? Ich habe gehört das die ETH in Zürich sehr gut sein soll. Hat eventuell jemand dort studiert, der mir Tipps geben kann bezüglich Kosten und Vertiefungsrichtungen bzw. Möglichkeiten, die dort geboten werden. Danke im voraus!

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