Bauwerkserhaltung: Mit digitalem Zwilling Vorhersagen treffen

Verfasst von: Fabian Hesse
Veröffentlicht am: 25. Mai 2021
Kategorie:

# 26.05.2021

Dresdner Massivbauinstitut erhält 7,2 Millionen Euro Förderung für Schwerpunktforschung. Deutsche Bahn an Drei-Jahres-Projekt beteiligt. Reales Objekt soll Zustandsinformationen auf 3-D-Modell übertragen

TU Dresden setzt Forschungsschwerpunkt auf Bauwerkserhaltung

Mithilfe eines 3-D-Modells als digitalem Zwilling (hier Grubentalbrücke in Südthüringen) soll künftig der Zustand von Bauwerken besser überwacht werden können. Grafik: Forschungsprojekt DiMaRB
Mithilfe eines 3-D-Modells als digitalem Zwilling (hier Grubentalbrücke in Südthüringen) soll künftig der Zustand von Bauwerken besser überwacht werden können. Grafik: Forschungsprojekt DiMaRB

An der Technischen Universität Dresden ist ein neues Schwerpunktprogramm (SPP) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum Thema Bauwerkserhaltung gestartet. Aktuell wird an der Ausschreibung für das SPP "Hundert plus" gearbeitet, die für den Sommer 2021 angestrebt wird.

Das Projekt "Hundert plus – Verlängerung der Lebensdauer komplexer Baustrukturen durch intelligente Digitalisierung" ist eines von insgesamt 13 DFG-Schwerpunktprogrammen.

Die Förderung in Höhe von 2,4 Millionen Euro pro Jahr (7,2 Mio. Euro Gesamtförderung) erfolgt zunächst für drei Jahre, eine zweite Förderphase wird angestrebt.


Deutsche Bahn durch Stiftungsprofessur an Forschung beteiligt

Initiator des Projekts ist Steffen Marx, ehemals Professor für Massivbau an der Leibniz-Universität Hannover und seit einem Jahr Inhaber der "DB Netz AG – Stiftungsprofessur für Ingenieurbau" am Institut für Massivbau der TU Dresden.


Forschungsziel: Bauwerkszerfall durch prädiktive Instandhaltung verhindern

Das Schwerpunktprogramm setzt bei der Tatsache an, dass der Zustand eines Bauwerks mit fortschreitendem Lebensalter von einer immer schneller zunehmenden Degradation bzw. Materialermüdung geprägt ist. Frühzeitige vorbeugende Maßnahmen gegen diese Alterung sind Grundvoraussetzung, um die Nutzbarkeit komplexer Bauwerke zu verlängern.


Digitaler Zwilling soll automatisierten Zustandsbericht liefern

Die Grundlagenforschung ist in drei interdisziplinären Forschungsbereichen geplant. Im Bereich "Digitale Modelle" sollen Methoden entwickelt werden, um aus heterogenen Bestandsdaten weitgehend automatisiert georeferenzierte, objektorientierte 3D-Modelle als digitale Zwillinge zu erzeugen, die neben der Geometrie auch semantische Informationen enthalten.



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