Betonstützen: Neues Verfahren zur Verstärkung mit Carbon

Verfasst von: Fabian Hesse
Veröffentlicht am: 9. Nov. 2017
Kategorie:

# 13.11.2017

Leipziger Technik-Hochschule ehrt Nachwuchsforscher für bautechnische Problemlösung. Verwendung von carbonfaserverstärktem Kunststoff verspricht Effizienzsteigerung gegenüber herkömmlicher Praxis. Bauaufsichtsbehörde erteilt Zustimmung im Einzelfall

Textilbeton: Umfangreiche Förderung zeigt Wirkung

Dr.-Ing. Stefan Käseberg testete für seine Dissertation das Materialverhalten von über 150 carbonverstärkten Probestützen aus Beton. Foto: Johannes Ernst / HTWK Leipzig
Dr.-Ing. Stefan Käseberg testete für seine Dissertation das Materialverhalten von über 150 carbonverstärkten Probestützen aus Beton. Foto: Johannes Ernst / HTWK Leipzig

Über die Entwicklung des neuartigen Baustoffs Textilbeton haben wir bereits mehrfach berichtet (siehe Quellen und Verweise). Die breite öffentliche Unterstützung unter anderem des Bundes, welcher das um die Technische Hochschule Dresden angesiedelte Forschungs-Konsortium "Carbon Concrete Composite" - kurz C³ - bis 2020 mit insgesamt 45 Millionen Euro fördert, trug zuletzt erneut Früchte.

Mit seiner Dissertation unter dem Titel "Verstärkung von Stahlbetonstützen mit Kreisquerschnitt durch Umschnürung mit CFK-Werkstoffen" (siehe Quellen und Verweise) ist es dem Nachwuchsforscher Stefan Käseberg von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) gelungen, ein Berechnungsmodell für den sicheren und effizienten Einsatz eines Verfahrens zur Verstärkung von Betonstützen mittels Carbon vorzulegen.


CFK-Schicht wirkt wie ein Korsett

Eine dünne Schicht aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) werde dabei wie ein Korsett um die Stütze aus Stahlbeton gelegt. "Das erhöht mit minimalem Ressourceneinsatz die Tragfähigkeit der Stütze", erklärt der Bauingenieur Käseberg. Die Grundlage seiner Forschungen bildeten über 150 eigens durchgeführte Versuche.


Hohe Nachfrage durch breiten Anwendungsbereich wahrscheinlich

In der Fachwelt wird Käsebergs Forschung bereits mit regem Interesse diskutiert. Tatsächlich dürfte der Bedarf an dem neuen Verfahren groß sein, ist es doch bislang nur mit viel Aufwand und bei ausreichend Platz möglich, bestehende Bauwerke für größere Lasten - etwa durch ein weiteres Stockwerk oder mehr Verkehr - zu verstärken, indem man auf die Stützen eines Gebäudes oder einer Brücke eine zusätzliche Schicht Beton aufträgt.


Nachwuchsforscher: Vom Zimmerer zum ausgezeichneten Wissenschaftler

Stefan Käseberg machte eine Lehre zum Zimmerer, bevor er an der HTWK Leipzig Bauingenieurwesen im Diplom und anschließend im Master studierte. Seit 2008 forscht er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen Forschungsprojekten am Institut für Betonbau (IfB) der HTWK Leipzig.


Hochschul-Stiftung zeichnet Dissertation aus

Käsebergs Doktorarbeit erlangte den diesjährigen Dissertationspreis der Stiftung HTWK in Leipzig. Dieser wird seit 2014 jährlich an eine herausragende Dissertation mit maßgeblicher Entstehung an der HTWK Leipzig verliehen.



QUELLEN UND VERWEISE:

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