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BranchenTREND: New Work für Bauingenieure belastender als Bürokratie

Verfasst von: Fabian Hesse
Veröffentlicht am: 2. Nov. 2023
Kategorie:

Berufsportal erhebt erstmals berufliche Tendenzen im Bauingenieurwesen

Das Berufsportal bauingenieur24 hat seine Nutzer gefragt, welche Themen sie neben ihrer fachlichen Arbeit beruflich im Moment am meisten beschäftigen. Das Ergebnis liefert die Grundlage für den ersten bauingenieur24-BranchenTREND (siehe Tabelle).

Wenig überraschend zählen die Auftragsbeschaffung sowie das Personalmanagement zu den wichtigsten aktuellen Betätigungsfeldern der Befragten. Etwa jeder Dritte (32,4 %) wird hier „relativ stark“ bzw. „sehr stark“ beansprucht. Den Hintergrund liefern die momentan sehr herausfordernde Marktlage sowie der Fachkräftemangel.

BranchenTREND
Tabelle: Für den ersten bauingenieur24-BranchenTREND hat das Berufsportal seine Nutzer nach ihrem nicht-fachlichen Arbeitsaufwand befragt.

Thema Nachhaltigkeit: Klimaschutz in Projekten gefragt, im Planungsbüro weniger

Wenn es um die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit geht, liefert die nicht repräsentative Erhebung ein weniger eindeutiges Bild: Während der Klimaschutz beim Planen und Bauen 23 Prozent der Befragten „sehr stark“ beschäftigt, gilt dies für die Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen nur für 8,6 Prozent. Eine Schlussfolgerung wäre, dass durch die Planungs- und Bauunternehmen zwar vermehrt klimafreundliche Projekte betreut werden, dies aber nicht unbedingt auf klimafreundliche Art und Weise geschieht.

Weitere Themen, die in diesem Zusammenhang von den Teilnehmenden der Umfrage als aktuell relevant angegeben wurden, sind Starkregenereignisse, regenerative Energiequellen, alternative Baumaterialien sowie das Recycling von Baumaterialien. Hierbei dürfte unter anderem die kürzliche Einführung der neuen Mantelverordnung bzw. Ersatzbaustoffverordnung eine Rolle spielen.

Fremdeln mit "New Work" bei souveränem Umgang mit gewohnter Bürokratie

Ein weiteres drängendes Thema für die Berufsgruppe stellt der Wandel der Arbeitswelt mit Elementen der sogenannten "New Work" (z.B. Homeoffice, Coworking-Spaces, gemischte Teams) dar. Knapp 29 Prozent sind hiermit „relativ stark“ beschäftigt, knapp acht Prozent „sehr stark“. Tatsächlich bildet dieser letztgenannte Betätigungsbereich eine Besonderheit. In allen anderen abgefragten Bereichen wird der aktuelle Aufwand nämlich von einer Mehrheit als „normal“ eingestuft.

Hier zeigt sich eine gewisse Unaufgeregtheit bzw. Akzeptanz der Gegebenheiten innerhalb der Berufsgruppe, für welche anstehende Aufgaben als schlichtweg unausweichlich angesehen werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Beschäftigung mit Bauordnungs- bzw. Baurechtsfragen. Dies gehört für 47,4 Prozent zur Routine, der aktuelle Aufwand wird hier entsprechend als „normal“ empfunden.

Digitalisierung stellt im Bauingenieurwesen keine Überforderung dar

Ähnlich gut arrangieren sich die Bauingenieurinnen und Bauingenieure hierzulande mit Aufgaben aus dem Bereich „Digitalisierung und Künstliche Intelligenz“. Weniger als acht Prozent der Befragten hat hiermit „gar nichts“ zu tun. Für die Mehrheit (über 60%) bestehen hier „wenig“ bis „normal“ viele Berührungspunkte. Von einer Überforderung der Bau- und Planungsbranche mit digitalen Themen kann indes nicht die Rede sein.

Aktuell kaum beansprucht werden die Befragten im Nachtragsmanagement. Fast ein Viertel (23,1%) hat hiermit gar nichts „am Hut“, ein weiteres Fünftel nur wenig. Stattdessen wurden von den Teilnehmenden folgende weitere Themen als aktuell relevant genannt:

  • Modulbau bzw. innovative Bauverfahren
  • Smart City
  • Bauwerkserhaltung
  • Arbeitszeiterfassungspflicht
  • Baupreise im Tiefbau

Mit dem bauingenieur24-BranchenTREND

will das Berufsportal wiederkehrend über die aktuell wichtigsten Themen im beruflichen Umfeld des Bauingenieurwesens informieren und diese sichtbar machen. Er soll als Schlaglicht auf den jeweiligen Status quo dienen und dabei helfen, real existierende Tendenzen innerhalb der Berufsgruppe von lediglich scheinbar wahrgenommenen zu unterscheiden.