Erneuerbare Energien: Hessischer Projektentwickler in Deutschland und international erfolgreich

Veröffentlicht am: 22. Jan. 2024

Baustart 2024: ABO Wind plant größte Photovoltaik-Projekte seiner Geschichte

Ende 2023 wurden in Rheinland-Pfalz zwei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 18,5 Megawatt ans Netz gebracht. Der verantwortliche Projektenwickler ABO Wind hat dabei am Standort Niederkirchen in Deutschland sein bisher größtes Photovoltaik-Projekt (13,4 Megawatt) realisiert.

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Im rheinland-pfälzischen Niederkirchen wurde Ende 2023 ein Solarpark mit einer Leistung von 13,4 Megawatt ans Netz gebracht. Foto: ABO Wind AG

Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz in Wiesbaden wird die Anlage den Rekord nicht lange halten. 2024 würden die Bauarbeiten für zwei größere Projekte starten. Insgesamt plane man aktuell in Deutschland den Baustart von mehr als zehn Projekten, so Thomas Treiling, Bereichsleiter für Projektentwicklung in Deutschland. "Zudem haben wir uns Flächen und Aufstellungsbeschlüsse mit Potenzial für mehrere hundert Megawatt PV-Leistung gesichert."

Hoher Abstimmungsbedarf bei bisher größtem PV-Projekt nahe US-Luftwaffenstützpunkt

Beim Projekt in Niederkirchen wurden die PV-Module auf hügeligem Gelände in drei unterschiedlichen Winkeln zur Sonne ausgerichtet, um eine optimale Stromausbeute zu erzielen. Die rund zehn Kilometer lange Kabeltrasse zum Netzeinspeisepunkt kreuzt zwei Landkreise, Gasleitungen und eine Pipeline der NATO (der Luftwaffenstützpunkt Ramstein liegt nur rund 25 Kilometer entfernt).

„Der Abstimmungsbedarf zu diesen Themen hat den Projektablauf etwas verlängert“, erläutert der zuständige Teamleiter Sascha Derstroff. An anderer Stelle gab es Synergieeffekte: "Wir konnten einen Teil der Kabeltrasse auch für unseren Windpark Dörnbach nutzen und so den Eingriff in die Natur reduzieren."

Neben den Pachteinnahmen für die Nutzung von Wegen erhalten die Gemeinden Niederkirchen und Zerf eine Beteiligung von 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde (kWh). Das summiert sich auf rund 31.000 Euro (Niederkirchen) bzw. 10.000 Euro (Zerf) pro Jahr.

Ab 2025 sind für die Gemeinde Zerf deutlich höhere Erträge zu erwarten. Dann nämlich soll der Windpark Zerfer Schneeberg mit fünf Anlagen ans Netz gehen. Der Projektentwickler hier heißt wieder ABO Wind.

Bau und Verkauf von Solar- und Windparks als erfolgreiches Geschäftsmodell

Mit Inbetriebnahme werden die von ABO Wind selbst projektierten und errichteten Anlagen in der Regel direkt verkauft, unter anderem an Energieversorger, Genossenschaften oder institutionelle Investoren. Für den Solarpark in Niederkirchen stehen die Stadtwerke Stuttgart als künftiger Betreiber fest.

Das Projekt in Zerf wird von der ÖKORENTA Gruppe in die Portfolien zweier Investmentfonds übernehmen. Die ÖKORENTA Gruppe zählt zu den Pionieren nachhaltiger Kapitalanlagen und hat bereits mehrere Projekte von ABO Wind für Erneuerbare-Energien-Fonds erworben. ABO Wind übernimmt in den ersten Jahren für beide Standorte die technische Betriebsführung.

Unternehmensgründer über Erneuerbare: Fukushima war der Wendepunkt

Die ABO Wind AG wurde 1996 von Jochen Ahn und Matthias Bockholt als "Planungsgesellschaft zur Nutzung der Windkraft & anderer regenerativer Energien" gegründet. In den ersten 20 Jahren des inzwischen international agierenden Unternehmens stand die Windkraft im Zentrum der Geschäftstätigkeit.

Weltweit wurden bislang mehr als 800 Windenergieanlagen mit gut 2.100 Megawatt Leistung ans Netz gebracht, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Anfangs war der Erfolg keineswegs gewiss. "Der große Wendepunkt für die Erneuerbaren war die Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011. Das hat in Deutschland den Schalter umgelegt", sagt Jochen Ahn.

Seit 2016 engagiert sich ABO Wind zunehmend auch in der Solarenergie. Aus der ABO Wind AG ging zudem die ABO Kraft & Wärme AG hervor. Die mittlerweile unabhängigen Konzerne arbeiten weiterhin erfolgreich zusammen und planen gemeinsam zum Beispiel Wasserstoffprojekte.

ABO Wind zu ABO Energy: Wechsel des Namens und der Gesellschaftsform beschlossen

Im Oktober 2023 votierten 87,17 Prozent der vertretenen Aktien für einen Formwechsel der Aktiengesellschaft (AG) in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Dieser beinhaltet neben einer Änderung der Rechtsform auch eine Umfirmierung in ABO Energy, wodurch der deutlich gewachsene Leistungsumfang widergespiegelt werden soll.

Da einige Aktionäre bei der Hauptversammlung Widerspruch erklärten, konnte der Formwechsel zunächst nicht zur Eintragung beim Handelsregister eingereicht werden. Nach dem Wechsel sollen die beiden Unternehmensgründer Jochen Ahn und Matthias Bockholt als Gesellschafter der Komplementärin über die Geschäftsführung der ABO Energy KGaA bestimmen. Die bisherigen Vorstände werden in der Rolle als Geschäftsführer der Komplementärin das Unternehmen weiterhin führen.