Großhandel mit Immobilien stark gedämpft

Verfasst von: Fabian Hesse
Veröffentlicht am: 27. Okt. 2016
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# 01.11.2016

Erste Jahreshälfte mit 19 Transaktionen und 34.000 gehandelten Wohnungen. Nachfrage an großen Portfolios in Deutschland weiter hoch. Angebot auf kleinere Einheiten mit geringerem Transaktionsvolumen beschränkt

Keine Portfolios mit über 10.000 Wohnungen im Angebot

Die zweite Hochphase der Transaktionen am deutschen Immobilienmarkt scheint zu Ende zu gehen. Grafik: BBSR
Die zweite Hochphase der Transaktionen am deutschen Immobilienmarkt scheint zu Ende zu gehen. Grafik: BBSR

Der Großhandel mit Immobilien hat in diesem Jahr bislang einen Dämpfer erlitten. Nach mehreren Jahren mit einer hohen Marktdynamik nahmen die Transaktionen größerer Wohnungsbestände (ab 800 Einheiten) in den ersten sechs Monaten 2016 stark ab. Es kam insgesamt zu 19 Transaktionen, bei denen lediglich 34.000 Wohnungen gehandelt wurden.

Der Trend der letzten Jahre ist damit gebrochen, die zweite Hochphase des Transaktionsgeschehens scheint zu Ende zu gehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Ausschlaggebend für den Einbruch des Handelsumfangs sind nach Einschätzung des Instituts fehlende Großtransaktionen. In der ersten Jahreshälfte 2016 kam es lediglich zu einem einzigen Verkauf mit mehr als 5.000 Einheiten, während ein Verkauf eines Portfolios mit mehr als 10.000 Wohnungen überhaupt nicht stattfand.

Die Zahl der Transaktionen in der Größenordnung 100 bis 800 Wohnungen bleibt hingegen konstant hoch. So wurden in den ersten sechs Monaten bei 38 Verkäufen 10.800 Wohnungen gehandelt.


Interesse an deutschen Portfolios weiter groß

"Die Entwicklung des Handelsgeschehens hängt nach wie vor von den verfügbaren Wohnungsbeständen und möglichen Übernahmeoptionen ab", meint BBSR-Direktor Harald Herrmann. Die wachstumsorientierten Wohnungsunternehmen verfügten über ein hohes Maß an Liquidität, das sie zur Ausweitung ihres Portfolios nutzen würden, so Herrmann weiter.


Die Datenbank Wohnungstransaktionen des BBSR

erfasst seit Ende der 1990er Jahre den Verkauf von Mietwohnungsbeständen und ganzen Wohnungsunternehmen in Deutschland. Durch die Analysen des Handels können Veränderungen in der Anbieterstruktur kurzfristig erkannt und der Wohnungspolitik wichtige Hinweise gegeben werden.