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Korrosionsbekämpfung: Was kann das Wassereisstrahlverfahren?

Verfasst von: Fabian Hesse
Veröffentlicht am: 7. Feb. 2020
Kategorie:

# 07.02.2020

Methode wird in Jenaer Forschungsprojekt untersucht. Prototypentwicklung und Serienproduktion angestrebt. Umweltbundesstiftung fördert mit 450.000 Euro

Korrosionsbekämpfung mit Sandstrahlverfahren nicht überall zulässig

Stahlbauten und andere Metallkonstruktionen sollen mit dem Wassereisstrahlverfahren umweltschonender gereinigt werden können. Foto: angieconscious / Pixelio
Stahlbauten und andere Metallkonstruktionen sollen mit dem Wassereisstrahlverfahren umweltschonender gereinigt werden können. Foto: angieconscious / Pixelio

Einer der größten Widersacher im Stahlbau ist die Korrosion. Betroffene Metallkonstruktionen, wie Brücken und Hochspannungsmasten, zu reinigen, ist mitunter problematisch. Zum Einsatz kommen bislang häufig das Sandstrahlverfahren und das Trockeneisverfahren.

Beim Sandstrahlverfahren wird ein Strahl aus trockenem, festem Material erzeugt, der Verschmutzungen und alte Farbschichten besonders wirksam abträgt. Allerdings entstehen dabei größere Mengen Feinstaub und Abfall, weshalb das Verfahren in vielen Arbeitsbereichen verboten ist.

"Eine umweltfreundlichere, aber weniger leistungsfähige gängige Methode ist das Trockeneisstrahlen", erklärt Dr. Jörg Lefèvre, Referatsleiter für Umwelt- und gesundheitsfreundliche Verfahren und Produkte bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Beide Verfahren haben also Vorteile und Nachteile.


Wassereisstrahlen als leistungsstarke Alternative

Einen gänzlich neuen Ansatz bietet das sogenannte Wassereisstrahlen, welches mit dem Trockeneisverfahren nichts zu tun hat. Dabei wird ein Strahl aus Eis mit hoher Geschwindigkeit auf das zu reinigende Bauteil gelenkt. Beim Auftreffen des Strahls schmilzt das Eis und bindet dabei den gelösten Feinstaub. Der als Treibgas verwendete Stickstoff entweicht in die Atmosphäre.


Mobiler Prototyp für Baustelleneinsatz als Forschungsziel

Das Unternehmen untersucht in einem Forschungsprojekt in Kooperation mit der RS Korrosionsschutz GmbH aus dem thüringischen Bucha und der Friedrich-Schiller-Universität in Jena die Methode. Die DBU fördert das Projekt fachlich und finanziell mit 450.000 Euro.


Serienproduktion von tatsächlichen Vorteilen der Methode abhängig

Für Projektleiter Nowak sind „die ökonomischen, gesundheitlichen und ökologischen Vorteile“ die wichtigsten Aspekte des Verfahrens. Es müsse auf allen drei Ebenen überzeugen, um eine nachhaltige Entwicklung in der Industrie zu gewährleisten, so Nowak.