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Wohnform Einfamilienhaus: Nutzung der Bestände soll erforscht werden

Verfasst von: Redaktion
Veröffentlicht am: 6. Okt. 2023

Hohes Wohnraumpotenzial bei vorhandenen Einfamilienhäusern

Das Einfamilienhaus, kurz EFH, steht in der Kritik. Vor allem aufgrund des hohen individuellen Flächenbedarfs ist die Wohnform energie- und ressourcenintensiv und gilt damit als wenig nachhaltig (wir berichteten).

Neue EFH-Gebiete auszuweisen, um die anhaltende Nachfrage zu befriedigen, steht zentralen Klimaschutz- und Flächeneinsparungszielen auf nationaler wie internationaler Ebene entgegen.

EFH
In bestehenden Einfamilienhäusern könnte die Lösung für den aktuellen Wohnraummangel in Deutschland liegen. Foto: Hartmut910 / Pixelio

Zugleich wird dem EFH-Segment ein hohes Wohnraumpotenzial im Bestand zugesprochen. Das liegt am sogenannten Remanenzeffekt (auch: Beharrungstendenz), also der Tatsache, dass Menschen in einmal bezogenen Wohnungen verbleiben, auch wenn sich der Bedarf an Wohnfläche vermindert.

Um dieses Wohnraumpotenzial zu heben, wäre es laut Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung vhw notwendig, dass gerade sogenannte Empty-Nester, also ältere Menschen, deren Kinder aus dem Haus ausgezogen sind, ihre Wohnsituation verändern, indem sie zum Beispiel Umbauarbeiten veranlassen, Teile ihrer Häuser untervermieten oder sogar umziehen.

Veränderungsbereitschaft bei Bewohnern: Studie soll Voraussetzungen benennen

Beim vhw ist man sich sicher: Gingen derartige Veränderungen mit einer Verbesserung der Wohnsituation für diese Haushalte einher, indem attraktive alternative Wohnkonzepte geschaffen werden, so könnte eine synergetische Entwicklung angestoßen werden. „Der Neubaubedarf im EFH-Segment würde minimiert und darüber hinaus eine bedarfsgerechtere Wohnraumversorgung auch im fortgeschrittenen Alter anvisiert“, so die These der Experten.

Bislang würden diese Ideen, obgleich in der Fachwelt seit einiger Zeit darüber debattiert wird, kaum praktische Relevanz erfahren. Vor diesem Hintergrund schreibt der vhw das Forschungsprojekt „Einfamilienhaus: Quo vadis? – Voraussetzungen für eine flächensparende Nutzung von Einfamilienhausbeständen“ aus.

Die Ziele des Vorhabens lauten:

  • verschiedene flächensparende Wohnalternativen für EFH-Haushalte aufzeigen, diese bzgl. ihrer Umsetzbarkeit diskutieren und mögliche Spannungsfelder identifizieren
  • untersuchen, wie relevante Akteure der Angebotsseite (insbesondere Kommunen) auf eine flächensparende Entwicklung im EFH-Segment und damit verbundene Entwicklungspfade blicken
  • herausfinden, wie EFH-Haushalte verschiedene flächensparende Wohnalternativen bewerten

Angebote von Forschungsinteressenten bis 30. Oktober 2023 möglich

Für das Projekt steht ein Gesamtbudget von 65.000 Euro zur Verfügung. Angebote von interessierten und geeigneten Akteuren, die sich an der Umsetzung des Forschungsprojektes beteiligen wollen, sind als PDF-Datei digital mit dem Betreff "Einfamilienhaus – Quo vadis?" bis zum 30.10.2023 einzureichen unter: DBarahona@vhw.de.

Für Rückfragen steht Herr Duncan Barahona unter 030/390473-255 oder per Mail gerne zur Verfügung.