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Wohnungsbau in Düsseldorf: Ehemaliges Industriegebiet wird für Neubau erschlossen

Verfasst von: Fabian Hesse
Veröffentlicht am: 24. Juni 2024

Projektentwickler verkauft 154 Geschosswohnungen an Städtische Wohnungsgesellschaft  

Bei allen Bemühungen um einen nachhaltigeren Wohnungsbau, vor allem durch weniger Neubau auf der grünen Wiese, werden in Deutschland nach wie vor unbebaute Flächen als neue Siedlungen und Stadtteile erschlossen. Gleichzeitig sollen vermehrt ehemalige Gewerbegebiete zum Zweck der Wohnbebauung genutzt werden. Gerade im industriell geprägten Nordrhein-Westfalen gibt es hier viel Potenzial.

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Auf einem ehemaligen 22.000 Quadratmeter großen Industrieareal in Düsseldorf-Lierenfeld ​sollen 154 neue Geschosswohnungen entstehen. Foto: Wilma Immobilien GmbH

In Lierenfeld, einem Stadtteil im ehemaligen Industriegürtel Düsseldorfs, ist der Flächenanteil für Industrie und produzierendes Gewerbe etwa doppelt so groß wie der für das Wohnen genutzte. Hier, wie vielerorts im Land, schwindet der Bedarf an Gewerbeflächen, während die Wohnungsnachfrage wächst.

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD) hat vor diesem Hintergrund am 31. Mai 2024 mit dem Immobilienunternehmen Wilma einen Vertrag über den Kauf von zehn geplanten Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 154 Wohneinheiten geschlossen. Die Neubauten sind Bestandteil des Wilma-Projekts "Impuls" auf einem ehemaligen 22.000 Quadratmeter großen Industrieareal in Lierenfeld. Mit dem Erwerb des Quartiers erweitert die SWD ihren Bestand an Wohnungen mit dem Effizienzhaus-Standard 55.

75 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert

Der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen werde dabei laut SWD-Geschäftsführer Klaus Feldhaus 75 Prozent betragen: "Mit dem Projekt Königsberger Straße kann die SWD mit nur einer Neubaumaßnahme 118 öffentlich geförderte Wohnungen mit circa 9.000 Quadratmeter." Zudem könnten sich die künftigen Bewohner darauf verlassen, dass auch die Mieten der frei finanzierten Wohnungen mit "Augenmaß" und unter dem Durchschnitt vergleichbarer Neubauten in Düsseldorf kalkuliert werden, so Feldhaus.

Die SWD hat bereits mehrfach mit dem bundesweit aktiven Projektentwickler zusammengearbeitet, so etwa im Stadtteil Bilk. "Vor dem Hintergrund der guten Erfahrungen beim Projekt 'Freiraum' in Bilk setzen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit fort", sagt Jochen Siemes, Prokurist und Regiomanager bei Wilma. "Wir sehen unsere Aufgabe darin, zukunftsfähigen Wohnraum zu entwickeln und anzubieten, der allen Bevölkerungsschichten Zugang zu energieeffizienten Gebäuden ermöglicht. Gemeinsam mit der SWD können wir diesen Ansprüchen gerecht werden", so Siemes weiter.

32 Einfamilienhäuser und große Kindertagesstätte in Lierenfeld geplant

Im Zuge des Neubauprojekts wurden bereits Rodungsarbeiten an der Königsberger Straße durchgeführt, die weitere Erschließung des Baufelds ist in vollem Gange. Mit dem geplanten Geschosswohnungsbau sollen unterschiedlich große Wohnungen (53 bis 124 m²) geschaffen werden.

Daneben umfasst das Bauvorhaben die Errichtung einer dreizügigen Kita sowie den Bau von drei Wohngruppen. Zudem entstehen auf dem Areal 32 Einfamilienhäuser zum Verkauf an Einzelerwerber. Diese dem Effizienzhaus 40 entsprechenden Reiheneigenheime sollen ebenfalls noch 2024 in den Verkauf gehen.

Oberbürgermeister: Gemeinwohlorientierte Baulandentwicklung wird beachtet

Den Erwerb der geplanten Wohnungsneubauten durch die SWD sieht Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) positiv. Der Verkaufsabschluss entspreche dem Grundziel des Düsseldorfer Baulandmodells, welches eine gemeinwohlorientierte Baulandentwicklung vorsieht. Zudem würden die neuen städtischen Förderdarlehen beachtet und letztlich bezahlbarer Wohnraum geschaffen.

Als Partner des Düsseldorfer Klimapaktes will die SWD bis zum Jahr 2035 eine weitestgehende Klimaneutralität der eigenen Immobilien erreichen. Zum Eigenbestand zählen rund 1.300 Wohnungen. Des Weiteren werden etwa 7.000 Wohnungen anderer Eigentümer von der SWD bewirtschaftet.