Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 13. Dezember 2019
Ausgabe 6689 | Nr. 347 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Eifel: Holzbaulabor für zehn Millionen Euro kommt

# 15.11.2019

Fachhochschule Aachen errichtet Prüfhalle auf Handwerkskammer-Standort. 90-prozentige Kostenübernahme durch Land und EU. Verantwortliche Wissenschaftler hoffen auch auf wirtschaftliche Stärkung der Region

Holzbauforschung wird intensiviert

Holz steht als Baustoff aktuell im Fokus, die Infrastruktur für die Holzbauforschung wird ausgebaut. Foto: Kurt Michel / Pixelio Holz steht als Baustoff aktuell im Fokus, die Infrastruktur für die Holzbauforschung wird ausgebaut. Foto: Kurt Michel / Pixelio

In der Handwerkskammer Aachen sind aktuell über 16.000 Betriebe mit ca. 110.000 Personen organisiert. Der jährliche Gesamtumsatz beträgt über 10 Milliarden Euro. Damit diese Zahlen in Zukunft eher steigen als sinken, setzt man unter anderem auf neue Entwicklungen im Holzbau.

Zur Unterstützung der hierfür notwendigen Forschung entsteht auf dem Gelände des Bildungszentrums Simmerath der Handwerkskammer Aachen eine neue Prüfhalle mit umfangreich ausgestattetem Holzbaulabor inklusive Prüfmaschinen, Klimaräumen, Werkstätten und Büroräumen.

In den folgenden Bereichen soll die Forschung damit ausgebaut werden:

  • Laubholzverwendung
  • Holz sparende Bauweisen
  • Hybridbauweisen
  • Massivholzbauweisen
  • Verbindungstechnik
  • Bauphysik und Dauerhaftigkeit

Fachhochschule Aachen: Investition in zukunftsweisendes Thema

Betreiber dieses neuen "Aachener Zentrums für Holzbauforschung" wird die Fachhochschule Aachen sein. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 10,6 Millionen Euro. 90 Prozent davon werden im Rahmen der Initiative "Forschungsinfrastrukturen" durch das Land Nordrhein-Westfalen und durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der EU gefördert.

Der Kanzler der Fachhochschule Aachen, Volker Stempel, freut sich über die Neuansiedlung und betont: "Wir haben viele kluge Köpfe. Aber wir brauchen auch eine gute Infrastruktur für Lehre und Forschung." Mit der Investition im Bereich des Holzingenieurwesens setze die Fachhochschule einen Schwerpunkt in einem zukunftsweisenden Themengebiet.

Handwerkliche Ausbildung trifft auf Holzbauforschung

Seitens der Handwerkskammer sieht man in der verstärkten Holzbauforschung eine willkommene Maßnahme: "Holz ist ein tolles Material. Viele Handwerkerinnen und Handwerker haben ein emotionales Verhältnis zu diesem Baustoff", so die Reaktion von Kammerpräsident Dieter Philipp.

Durch die Kooperation der FH und der Handwerkskammer würden junge Leute am Standort Simmerath bestmöglich auf eine Karriere im Holzbau sowie die Anwendung aktueller Technologien und Verfahren vorbereitet, so Philipp weiter. Angehende Handwerker im Bauwesen, welche im Bildungszentrum der Handwerkskammer aus- und weitergebildet werden, sollen einen direkten Zugang zur Forschungseinrichtung erhalten.

Wissenschaft und Wirtschaft sollen gleichermaßen profitieren

Die drei Holzbauprofessoren der FH Aachen Thomas Uibel, Wilfried Moorkamp und Leif Arne Peterson erhoffen sich in der Ansiedlung des Holzbauforschungszentrums am Standort Simmerath nicht zuletzt wirtschaftliche Impulse für die forst- und holzwirtschaftlich geprägte Eifelregion.

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