Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 28. Februar 2020
Ausgabe 6767 | Nr. 59 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Verankerung: Neue Epoxidharz-Lösung vorgestellt

# 18.12.2019

Verbindungen zwischen Holz und anderen Baustoffen mechanisch oder durch Verkleben möglich. Zähflüssiger Mörtel umfangreich getestet. Namhafter Hersteller verspricht breite Anwendungsmöglichkeiten und leichte Handhabung

Verankerung von Holzbauteilen für Statik entscheidend

Der neue Epoxidharzmörtel wird zum Anbringen von geklebten Anker- bzw. Gewindestangen in Holzbauteilen verwendet. Foto: Hilti AG Der neue Epoxidharzmörtel wird zum Anbringen von geklebten Anker- bzw. Gewindestangen in Holzbauteilen verwendet. Foto: Hilti AG

Moderne Gebäude aus Holz haben oft wenig gemein mit dem rustikalen Holzhaus-Look, den man gerne mit diesem Baumaterial verbindet. Von außen ist den Objekten das Baumaterial Holz mitunter gar nicht anzusehen, weil das Tragwerk oder andere aus Holzbauteilen bestehende Elemente mit anderen Materialien verkleidet sind.

Somit ist in einem fertigen Gebäude häufig nicht erkennbar, was gleichwohl entscheidend ist, nämlich das System, welches ein Gebäude im Innersten zusammenhält. Bei der sicheren Verankerung statisch relevanter Bauteile ist besondere Sorgfalt geboten.

Beispiele sind die Verankerung von Holzbauteilen an der Stahlkonstruktion eines Gebäudes oder in Betonböden und Betondecken. Die richtige Auswahl der Verankerungslösung und die professionelle Montage ist dabei ausschlaggebend für eine sichere und dauerhaft belastbare Befestigung.

Konstruktion mechanischer Anschlüsse relativ aufwendig

Holzbauteile können auf verschiedene Arten befestigt werden. Mechanische Anschlüsse sind eine Möglichkeit. Nachteil dieser Verbindungsmethode ist, dass zur Realisierung hochbelastbarer Verbindungen große konstruktive Maßnahmen ergriffen werden müssen, was die ganze Prozedur zeitaufwendig macht. Zudem sind die Verbindungen sichtbar, was zu einer optischen Beeinträchtigung am Bauwerk führen kann.

Holzbauteile können auch mit Hilfe von (ein-)geklebten Anker- bzw. Gewindestangen befestigt werden. Verschiedene Materialkombinationen können dabei auf optisch ansprechende Art und Weise miteinander befestigt und Holzbauten variabel gestaltet werden.

Werkzeughersteller will Nachteile von Flüssigklebern überwinden

Kommen dabei jedoch sehr flüssige Kleber zur Anwendung, die über eine niedrige Viskosität verfügen, führt das zu langen Trockenzeiten bei der Verarbeitung. Darüber hinaus ist die Methode bei Überkopf-Befestigungen nur erschwert möglich und auch bei horizontalen Befestigungen läuft der Kleber unter Umständen heraus.

Mit seinem neu entwickelten Epoxidharzmörtel will das Unternehmen Hilti den beschriebenen Nachteilen bei der Befestigung von in Holz eingeklebten Gewindestangen ein Ende bereiten. Das Produkt HIT-RE 500 V3 verfügt über eine Europäisch Technische Bewertung für eingeklebte Gewindestangen (ETA-19/0194).

Mörtel zur Befestigung von Fichte, Kiefer und Tanne geeignet

Zum erweiterten Anwendungsbereich zählen Verbindungen mit Brettsperrholz, Brettschichtholz, Balkenschichtholz und Furnierschichtholz sowie mit Beton und Stahl. Als Holzarten können Fichte, Kiefer und Tanne in den Nutzungsklassen 1 und 2 befestigt werden.

Ein spezielles Akku-Auspressgerät zur Verarbeitung des Epoxidharzmörtels wird vom Hersteller ebenfalls angeboten. Foto: Hilti AG Ein spezielles Akku-Auspressgerät zur Verarbeitung des Epoxidharzmörtels wird vom Hersteller ebenfalls angeboten. Foto: Hilti AG

Umfangreiche und komplexe Tests unter verschiedenen Umweltbedingungen sowie Zugversuche und Versuche unter Dauerlast und extremen Bedingungen wurden laut Hersteller mit dem neuartigen Epoxidharzmörtel erfolgreich durchgeführt.

Als großen Vorteil bei der Verarbeitung bezeichnet Hilti die verkürzte Installations- und Aushärtedauer, welche nur wenige Stunden betrage. Dank einer hohen Viskosität lasse sich dieser zudem ohne Tropfen verarbeiten.

Weitere Versprechen des Herstellers: Installationen mit dem Hilti Epoxidharzmörtel sind in alle Richtungen möglich, wobei keine Bypass-Bohrungen notwendig sind. Mit Hilfe des Akku-Auspressgerätes HDE 500-A22 lässt sich der Mörtel exakt dosieren und mit dem Hilti Stauzapfensystem mit geringem Kraftaufwand direkt an die richtige Stelle einbringen.

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