Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 15. Oktober 2019
Ausgabe 6630 | Nr. 288 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Airport Frankfurt: Bau der Landebahn Nordwest im Zeitplan

# 11.02.2010

Zum Jahrestag des Beginns der Bauarbeiten für die neue Landebahn Nordwest hat der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Dr. Stefan Schulte, eine positive Zwischenbilanz gezogen: "Die Baumaßnahmen laufen ohne größere Probleme ab. Auch der Winter mit Schnee und Frost hat bislang zu keinen ernsthaften Verzögerungen geführt."

Die gerodete Fläche für die neue 2800 m lange Landebahn Nordwest im August 2009, Foto: Redaktion Die gerodete Fläche für die neue 2800 m lange Landebahn Nordwest im August 2009, Foto: Redaktion

Seit März letzten Jahres wird an dem Straßentunnel gearbeitet, der die neue Okrifteler Straße aufnehmen und unter der Bahn hindurchführen wird. "Die frühzeitige Fertigstellung des Tunnels ist unabdingbar für den weiteren Bauverlauf", erklärt Schulte. "Die eigentliche Landebahn kann erst dann entstehen, wenn die Okrifteler Straße fertig und die Tunneldecke geschlossen ist."

Um den 600 Meter langen Tunnel in einer so kurzen Zeit errichten zu können, erfolge der Vortrieb von Norden und Süden gleichzeitig. Parallel dazu würden die an den Tunnelenden sich anschließenden Trogstrecken und Stützwände errichtet, wie Schulte weiter ausführte. "Die neue Okrifteler Straße soll bis Ende 2010 komplett fertiggestellt und für den Verkehr freigeben werden", sagt Schulte. "Wir wissen, dass die Straße als Verbindung zum Flughafen für Pendler und Anrainer von hoher Bedeutung ist."

Zu den Arbeiten, die im Vorfeld ablaufen müssten und schon weit fortgeschritten seien, gehöre auch die Errichtung der unterirdischen Regenrückhalte- und Speicherbecken. Wegen der großflächigen Versiegelung des Geländes sei Entwässeung ein eminent wichtiges Thema, für das Lösungen gefunden werden mussten. "Wir sprechen hier von Auffangbecken mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Kubikmeter Wasser", betont der Leiter des Flughafen-Ausbaus, Horst Amann. "Das sind Betonbauwerke in der Größe von kleinen Turnhallen, die unter der Landebahn liegen." Unterirdisch und um die Landebahn herum verlaufe gut geschützt zukünftig auch die Kerosin-Pipeline, mit welcher der Flughafen vom Kelsterbacher Hafen aus mit Treibstoff versorgt wird.

Aktuell fokussierten sich die Baumaßnahmen vor allem auf die Brückenbauwerke, die eine Anbindung der Landebahn an das eigentliche Flughafengelände sicherstellten. Rund 400 Einzelelemente, jeweils bis zu 32 Meter lang und 90 Tonnen schwer, gelte es für die zwei Rollwege über die Autobahn 3, die ICE-Trasse und den Airportring zu verbauen. "Trotz ihrer Größen ist der Bau der Rollbrücken kein Problem für unsere Ingenieure", versicherte Amann.

"Was wir leider nicht gänzlich vermeiden können, ist eine zeitweise Beeinträchtigung des Verkehrs auf der A3." Amann betont, dass durch ausgeklügelte Planung und Logistik im Vorfeld die Belastungen bislang gering gehalten werden konnten und dies auch weiterhin oberstes Ziel sei. "Wir konnten alle Fahrspuren aufrecht erhalten. Nur zu den Stoßzeiten gibt es Probleme." Ergänzend zu den Rollbrücken würden in diesem Jahr auch die Dämme aufgeschüttet, über die die Flugzeuge zu den Brücken und dann über Autobahn, ICE-Trasse und Airportring auf das Flughafengelände rollen werden. "Der eigentliche Erdbau wird den Kern aller Maßnahmen in den nächsten Wochen und Monaten bilden", sagt Amann. "Hier entsteht dann letztendlich der tragfähige Untergrund der neuen Bahn."

Angesichts des bisher Erreichten blickt Fraport-Chef Schulte optimistisch auf die nächsten Bauabschnitte: "Wir liegen voll im Zeitplan." Aktuell seien jeden Tag rund 400 Menschen auf der Großbaustelle zu Gange. "Ich bin davon überzeugt, dass die neue Bahn mit dem Winterflugplan 2011/12 in Betrieb gehen und einen entscheidenden Beitrag zur Verminderung unserer Kapazitätsengpässe leisten wird", erklärt Schulte.

"Die Baumaßnahmen laufen ohne größere Probleme ab. Auch der Winter mit Schnee und Frost hat bislang zu keinen ernsthaften Verzögerungen geführt", sagt Schulte. Am ehesten ist noch der Erdbau von der Witterung betroffen, weil ein tragfähiger Untergrund nur hergestellt werden kann, wenn er nicht gefroren ist. "Aber das haben wir einkalkuliert. Wir wussten von Anfang an, dass wir über zwei Winter bauen werden."

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