Fachbeiträge & Interviews
Samstag, 05. Dezember 2020
Ausgabe 7047 | Nr. 340 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Brückenbaupreis 2016: Nominierungen stehen fest

# 20.11.2015

Fachjury wählte aus jeweils zehn Bauwerken der Kategorien Straßen- und Eisenbahnbrücken sowie Fuß- und Radwegbrücken die besten Sechs. Preisverleihung am 14. März 2016 wieder in Dresden. bauingenieur24 als Medienpartner und Sponsor erneut beteiligt

20 Bewerbungen um Deutschen Brückenbaupreis 2016 eingereicht

Der Deutsche Brückenbaupreis wird 2016 zum sechsten Mal für herausragende Ingenieursleistungen in den Kategorien Straßen- und Eisenbahnbrücken sowie Fuß- und Radwegbrücken verliehen. Foto: F. Hesse / bauingenieur24 Der Deutsche Brückenbaupreis wird 2016 zum sechsten Mal für herausragende Ingenieursleistungen in den Kategorien Straßen- und Eisenbahnbrücken sowie Fuß- und Radwegbrücken verliehen. Foto: F. Hesse / bauingenieur24

Nachdem bis zum Oktober 20 Beiträge - je zehn in den beiden Kategorien - zum Wettbewerb um den Deutschen Brückenbaupreis 2016 eingereicht worden waren, hat die Fachjury daraus nun die letzten und damit besten sechs Teilnehmer bestimmt. Jeweils drei Nominierte in den beiden Kategorien "Straßen- und Eisenbahnbrücken" und "Fuß- und Radwegbrücken" dürfen ihre Vertreter am 14. März 2016 zur mittlerweile sechsten Preisverleihung nach Dresden schicken.

Dort werden am Vorabend des 26. Dresdner Brückenbausymposiums im Rahmen einer Festveranstaltung wieder über 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Baubranche von der Bundesingenieurkammer (BIngK) und dem Verband Beratender Ingenieure (VBI), beide Veranstalter des Deutschen Brückenbaupreises, erwartet.

Um den Preis in der Kategorie "Straßen- und Eisenbahnbrücken" konkurrieren:

Grubentalbrücke bei Goldisthal im Thüringer Wald

Grubentalbrücke bei Goldisthal im Thüringer Wald. Foto: DB Netze Grubentalbrücke bei Goldisthal im Thüringer Wald. Foto: DB Netze

Die Grubentalbrücke verbinde ästhetische Qualität mit kostengünstiger Herstellung und Nachhaltigkeit. Trotz der filigranen Anmutung der für den Eisenbahnhochgeschwindigkeits-verkehr bemessenen Brücke sei das semiintegrale Tragwerk mit dem Sprengwerk-Bogen robust und nahezu wartungsfrei, heißt es in der Jurybegründung.

Eisenbahnhochbrücke Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal, Schleswig-Holstein

Eisenbahnhochbrücke Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal, Schleswig-Holstein. Foto: GMG Ingenieurgesellschaft Eisenbahnhochbrücke Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal, Schleswig-Holstein. Foto: GMG Ingenieurgesellschaft

Meinung der Jury: "Die Verstärkung der historischen Eisenbahnhochbrücke Rendsburg wird für den Deutschen Brückenbaupreis nominiert, weil dank dieser herausragenden Ingenieurleistung ein historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst erhalten und für heutige Verkehrslasten ertüchtigt werden konnte. Möglich wurde dies durch innovative Berechnungsansätze und Messungen am Bauwerk zur Erschließung stiller Tragfähigkeitsreserven."

Kochertalbrücke im Zuge der A 6 bei Geislingen, Baden-Württemberg

Kochertalbrücke im Zuge der A 6 bei Geislingen, Baden-Württemberg. Foto: LAP Kochertalbrücke im Zuge der A 6 bei Geislingen, Baden-Württemberg. Foto: LAP

Die Instandsetzung und Ertüchtigung dieser "Ikone der deutschen Ingenieurbaukunst" sei Vorbild dafür, wie durch innovative und kreative Ingenieurleistungen die Nutzbarkeit vorhandener Bausubstanz nachhaltig verlängert werden kann. Die gelungene Sanierung tilge nicht nur die Spuren aus 35 Jahren Autoverkehr, sondern verbessere Standsicherheit und Dauerhaftigkeit der Brücke über den Ursprungszustand hinaus, so die Jury.



Nominiert in der Kategorie "Fuß- und Radwegbrücken" sind:

Leibnizbrücke über den Finowkanal in Eberswalde, Brandenburg

Leibnizbrücke über den Finowkanal in Eberswalde, Brandenburg. Foto: Bernd Hiepe Leibnizbrücke über den Finowkanal in Eberswalde, Brandenburg. Foto: Bernd Hiepe

Die Jury will mit der Nominierung der Leibnizbrücke den innovativen Ansatz der statisch-konstruktiven Kombination aus schlankem Stahlüberbau und mittragender Geländerkonstruktion würdigen. Die Brücke sei eine gestalterisch und konstruktiv überzeugende Ingenieurleistung im innerstädtischen Bereich.

Campusbrücke in Würzburg, Bayern

Campusbrücke in Würzburg, Bayern. Foto: Ignacio Linares Campusbrücke in Würzburg, Bayern. Foto: Ignacio Linares

Die Campusbrücke Würzburg wurde für den Deutschen Brückenbaupreis nominiert, weil sie auf eindrucksvolle Weise zeige, dass auch robuste Massivbrücken aus Stahlbeton leicht und anmutig gestaltet werden können, bescheinigt die Jury. Das Bauwerk aus zwei Wegbändern mit integrierten Treppen, die im Mittelteil zu einer Bogenkonstruktion verschmelzen, verknüpft geschickt die Verkehrsströme zwischen Campus und öffentlichem Nahverkehr.

Fuß- und Radwegbrücke über die Donau bei Deggendorf, Bayern

Fuß- und Radwegbrücke über die Donau bei Deggendorf, Bayern. Foto: Werner Huthmacher Fuß- und Radwegbrücke über die Donau bei Deggendorf, Bayern. Foto: Werner Huthmacher

Mit der mehr als 450 Meter langen Donaubrücke nominiert die Jury eine scheinbar schwebende filigrane Stahlfachwerkkonstruktion, die einen gelungenen Kontrast zu der benachbarten Eisenbahnbrücke bilde. Darüber hinaus würdigt die Jury die mutige Umsetzung in Form einer semiintegralen Lagerung, die zu einer wartungsarmen Konstruktion führt.

Fachjury wählt im neuen Jahr Siegerbrücken aus

Die beiden Siegerbrücken werden zu Beginn des neuen Jahres aus den nominierten Bauwerken ausgewählt. Hierbei gilt es für die Kandidaten noch einmal, die namhaften Brückenbauexperten innerhalb der Fachjury für sich zu begeistern. Der neue Juryvorsitzende Manfred Curbach zeigte sich bereits beeindruckt von der Vielfalt der eingereichten Bauwerke: "Die in den Wettbewerbsunterlagen dokumentierten Brücken zeugen vom hohen Niveau des deutschen Brückenbaus und vom Können der verantwortlichen Bauingenieure."

Die Jury

muss aus den Nominierungen die beiden Siegerbrücken wählen:

  • Dr.-Ing. Manfred Curbach, Lehrstuhl für Massivbau an der TU Dresden und Leiter des Dresdner Brückenbausymposiums (Juryvorsitzender)
  • Dr.-Ing. Jeannette Ebers-Ernst, Bereichsleiterin Transport & Mobilität im Ingenieurunternehmen Grontmij, Hannover
  • Dr.-Ing. Stephan Engelsmann, Lehrstuhl konstruktives Entwerfen und Tragwerkslehre an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Präsident der Ingenieurkammer Baden-Württemberg
  • MR Dipl.-Ing. Karl Goj, Leiter des Sachgebiets Brücken- und Ingenieurbau der Obersten Baubehörde Bayerns
  • Dipl.-Ing. Martin Grassl, Ingenieurbüro Grassl GmbH, Hamburg, und Leiter der VBI-Fachgruppe Konstruktiver Ingenieurbau
  • Dr.-Ing. Steffen Marx, Leiter des Instituts für Massivbau an der Leibniz-Universität Hannover, Ingenieurbüro Marx Krontal GmbH
  • Dr.-Ing. Gero Marzahn, Leiter des Referats Brücken-, Tunnel- und sonstige Ingenieurbauwerke im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Bonn

bauingenieur24 als Medienpartner und Sponsor

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert den Preis und hat erneut die Schirmherrschaft übernommen. Hauptsponsor ist erneut die DB AG. Der Preis zur Würdigung herausragender Ingenieurleistungen dient seit 2006 alle zwei Jahre der Würdigung der einzelnen Bauwerke und der Ingenieure, welche maßgeblich an ihrem Entstehen beteiligt waren. bauingenieur24 unterstützt die Bundesingenieurkammer (BIngK) und den Verband Beratender Ingenieure (VBI) auch 2016 bei der Vergabe des inzwischen renommierten Deutschen Brückenbaupreises.

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