Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 11. April 2021
Ausgabe 7174 | Nr. 101 | 20. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Burganlage Blankenberg saniert und abgedichtet

# 18.05.2011

Nach sechs Wochen intensiver Sanierung ist der Turm der Burganlage Blankenberg über dem Siegtal (Rhein-Sieg-Kreis) wieder für Touristen nutzbar. Dank eines modernen Flüssigkunststoffs ist die charakteristische Natursteinoptik des Bastionsturms dauerhaft gegen Witterungseinflüsse geschützt. Ein drohender Abriss wurde so verhindert.

Mehr als 3 cm tief wurde die alte Fugenvergussmasse auf der Aussichtsplattform entfernt. Über die Jahre ist Feuchtigkeit durch die Fugen in das Bauwerk gelangt, Foto: Triflex Mehr als 3 cm tief wurde die alte Fugenvergussmasse auf der Aussichtsplattform entfernt. Über die Jahre ist Feuchtigkeit durch die Fugen in das Bauwerk gelangt, Foto: Triflex

Mehr als 500 Jahre thront der Bastionsturm der Burganlage Blankenberg als Teil der historischen Stadtmauer über dem Siegtal. Im Mittelalter zählte die Burg Blankenberg auf ihrem Höhenrücken zu einer der bedeutendsten Festungen des Rheinlandes. Doch die wechselhafte Geschichte von Angriffen, Belagerungen und feindlichen Übernahmen haben zusammen mit Witterungs- und Umwelteinflüssen ihre Spuren hinterlassen: Über Jahrhunderte konnte Feuchtigkeit in die Mauern und Bodenflächen des Bastionsturms eindringen. Abplatzungen von Beton an der Deckenunterseite, Kalkausblühungen und Abplatzungen im angrenzenden Mauerwerk aus Turffstein waren die Folge und machten eine Sanierung dringend erforderlich. Damit der Turm als Ausflugsziel auch in Zukunft den Witterungseinflüssen standhält, wurden Treppenanlage und Aussichtsplattform abgedichtet.

Besondere Anforderungen stellte der Denkmalschutz, der vorschrieb, das Ursprungsbild des Turms mit der charakteristischen Natursteinoptik zu erhalten. Der Zugang ausschließlich über eine schmale Treppe, abgerundete Detailflächen sowie Regen und niedrige Temperaturen stellten zusätzliche Herausforderungen an Baustellenlogistik, Abdichtungsmaterial und Verarbeitung.

"Für diese erhöhten Anforderungen an die Abdichtung des denkmalgeschützten Bauwerks verbunden mit dem engen Zeitplan unmittelbar vor Einsetzen der Frostperiode bot das Abdichtungssystem Triflex BTS-P zusammen mit dem Ergänzungssystem Triflex ProDrain die ideale Lösung", nennt Jürgen Brabender, Geschäftsführer der Wierig Liquid GmbH, die Gründe für die Materialwahl. Schnelle Verarbeitbarkeit, dynamische Rissüberbrückung und Ausführung in verschiedenen Farben sind für ihn die Vorteile des leistungsstarken Abdichtungsmaterials.

In einem ersten Schritt wurde die Treppenanlage saniert. Eine Spezialfirma hatte die Turffsteinplatten der Treppenstufen aufgenommen, bevor die Mauerwerksflächen aus Beton und Estrich abgeschliffen und die Wandflächen aus Naturstein und Mörtelfugen sandgestrahlt wurden. Für einen optimalen Haftgrund wurden die vorbereiteten Flächen mit Triflex Cryl Primer 276 grundiert. Vorhandene Unebenheiten glichen die Fachverarbeiter bei geringen Schichtstärken und kleinen Ausbrüchen mit Triflex Cryl Spachtel, Großausbrüche mit dem Mörtel Triflex Pox R 100 aus.

Anschließend wurden die aufgehenden Gebäudeteile der Treppenanlage systemkonform mit Triflex ProDetail abgedichtet: Dazu wurde Triflex ProDetail satt auf der Aufkantung sowie der angrenzenden Bodenfläche aufgetragen. Nach vollflächiger blasenfreier Vlieseinlage wurde eine zweite Schicht des Abdichtungsharzes aufgetragen. Die anschließende Nutzschicht Triflex ProDetail streuten die Fachverarbeiter im Überschuss mit Quarzsand ab. Dadurch glichen sie den Farbton der Detailabdichtung dem des Natursteins an. Im gleichen System wurden die Treppenstufen mit Triflex ProDetail vliesarmiert abgedichtet. Nachdem die Turffsteinplatten auf dem ausgehärteten Flüssigkunststoff wieder verlegt wurden, präsentierte sich die Treppenanlage langzeitsicher abgedichtet in ihrer historischen Natursteinoptik.

Auch die Aussichtsplattform wurde abschnittsweise mit Triflex BTS-P abgedichtet: Zunächst erfolgten Messungen der Feuchtigkeit im Untergrund aus Estrich und Beton. In den Fugen des vorhandenen Estrichs, die sternförmig bis zu den Außenrändern verlaufen, deutete wuchernder Grünbewuchs auf Feuchtigkeitsschäden im Untergrund hin.

Abschnittsweise wurde das Abdichtungsharz flächig auf die grundierte Plattform aufgetragen. Abgesandeter Quarzsand schafft später eine Farbangleichung an den Turffstein des umgebenden Mauerwerks, Foto: Triflex Abschnittsweise wurde das Abdichtungsharz flächig auf die grundierte Plattform aufgetragen. Abgesandeter Quarzsand schafft später eine Farbangleichung an den Turffstein des umgebenden Mauerwerks, Foto: Triflex

In einem kleinen Bereich der Plattform war über Jahre so viel Feuchtigkeit in den Untergrund eingedrungen, dass der Feuchtegehalt über 6 Gewichts-Prozent lag. Dieser Wert bedeutet häufig den kompletten Abriss und Neuaufbau eines tragfähigen Untergrundes. Um den Altbelag dennoch erhalten zu können und Sperrzeiten des Turms von mehreren Monaten zu vermeiden, ergänzte die Wierig Liquid GmbH das Abdichtungssystem mit Triflex ProDrain. Kern des Ergänzungssystems ist eine selbsttragende Entkopplungsbahn. Sie sorgt bei durchfeuchteten, verunreinigten oder gerissenen Untergründen für eine sichere und saubere Lösung. Nach dem Ausgleich von Unebenheiten und der Entfernung loser Teile wurde die zugeschnittene Triflex Entkopplungsbahn in den flächig aufgetragenen Armatop MP-Kleber eingelegt und mit einer Rolle angedrückt. Nach Aushärtung des Klebers und Aufziehen der lastverteilenden Schicht Triflex Pox R 100 war die Fläche über die zahlreichen Kanäle der selbsttragenden Entkopplungsbahn entlüftet und somit bereit für die Abdichtung mit Triflex BTS-P.

Als Vorbereitung für die restliche Plattform haben die Fachverarbeiter die Bodenfläche gefräst und geschliffen, Wandflächen aus Naturstein sandgestrahlt sowie Fugenvergussmassen und Verschmutzungen mit Fugenfräsen und -risshaken entfernt. Anschließend haben sie die Plattform mit Triflex Cryl Primer 276 grundiert und Unebenheiten mit Triflex Pox R 100 und Triflex Cryl Spachtel ausgeglichen. Der systemkonforme Auftrag des vliesarmierten Triflex ProDetail an aufgehenden Gebäudeteilen, Anschlüssen an Lichtschacht, Entwässerungsrinne und -öffnungen sowie an Arbeitsfugen sorgt für vollflächig haftenden Untergrund.

Die Abdichtung in der Fläche wurde vliesarmiert mit dem rissüberbrückenden System Triflex ProTerra sichergestellt. Wie im Bereich der Treppenstufen wurde die Nutzschicht aus Triflex ProTerra auch auf der Fläche der Aussichtsplattform im Überschuss abgesandet und nach Aushärtung abgekehrt. Ein Angleichen der Farbe der Aussichtsplattform an die des umgebenden Turffsteins wurde durch das Absanden mit feuergetrocknetem Quarzsand erreicht, der abschließend mit Triflex Cryl Finish 202 transparent versiegelt wurde.

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