Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Das Airrail-Center am Flughafen Frankfurt: später und teurer

# 05.06.2009

Am Flughafen Frankfurt/Main, einem der größten Flughäfen Europas, ist eine der interessantesten Immobilien im Bau. Mit dem Airrail-Center wird ein Büro- und Geschäftshaus dort entstehen, wo sich Verkehrswege kreuzen und Mobilität offensichtlich wird, zwischen Flughafen, Bahn und Straße.

So soll es aussehen, das neue Airrail-Center mit 140.000 Quadratmetern Fläche, Abb.: airrail.de So soll es aussehen, das neue Airrail-Center mit 140.000 Quadratmetern Fläche, Abb.: airrail.de

Wie ein Tausendfüßler wird sich das Airrail-Center am Flughafen Frankfurt einmal über den Fernbahnhof erstrecken und so das neue Dach für den ICE-Halt am Airport bilden. Traut man den Plänen und Illustrationen, so entsteht hier eine moderne und spektakuläre Architektur, die mehr als nur Funktionalität bietet.

Nach den Plänen des Architekturbüros JSK-Siat International aus Frankfurt entsteht ein 660 Meter lang gestreckter Baukörper, der mit seinen abgerundeten Gebäudekanten und dem großen Bug einem Flugzeug ohne Flügel gleicht – oder eben einem wohlgenährten Tausendfüßler. Denn das große Volumen ruht nicht auf massiven Stützen oder einem Gebäudesockel, sondern steht auf filigranen Stahlstützen, die in Dreier-Gruppen angeordnet, die Lasten des Airrail-Centers abtragen, das sich über die Bahngleise und den ICE-Bahnhof spannt und diesen überdeckt.

Diese Woche feierte der Bauherr IVG Richtfest. Im Frühjahr 2010 (statt Herbst 2009) soll es fertig sein und dann als neues Wahrzeichen den Flughafen und die dazu gehörende Airport-City schmücken. IVG macht für die Verzögerung unter anderem bautechnische Gründe und den harten Winter verantwortlich. Insgesamt werde das Airrail-Center rund 840 Millionen Euro kosten. Anfangs waren 660 Millionen Euro veranschlagt worden.

Bis zur Fertigstellung werden rund 50.000 Kubikmeter der Betone C 45/55 und C 50/60 verarbeitet. Zehn Betonmischer bringen jeden Tag bis zu 250 Kubikmeter Material zum Flughafen, wo der Beton dann über 18 Kräne und Pumpen mit Längen von bis zu 52 Metern verteilt wird. Auf der Baustelle wird rund um die Uhr gearbeitet. Auch die Betonagen dauern in zwei Schichten bis tief in die Nacht. Auf diese Weise wächst das Gebäude seit dem Rohbaubeginn im Mai 2008 kontinuierlich von Ost nach West und hat im östlichen Teil bereits die volle Bauhöhe erreicht. An manchen Tagen arbeiten bis zu 800 Arbeiter auf der Baustelle, damit die Rohbauarbeiten wie geplant bis Juli 2009 abgeschlossen werden können.

Highlight des Gebäudes sollen die von außen nicht sichtbaren, begrünten Atrien mit einer Fläche von 13.000 Quadratmetern werden. Der Baukörper des Airrail-Centers läuft wie bei einer Blockrandbebauung am Rand des Grundstücks entlang. So entsteht ein Innenhof, der durch Gebäudebrücken erschlossen wird, die zwischen den beiden Längsseiten als Verbindungen verlaufen. Da diese von einem großen Glasdach vor Witterungseinflüssen geschützt sind, entsteht hier ein ganzjährig nutzbarer Ort. Flug- und Bahnreisende können hier ebenso Rast machen wie die Mitarbeiter der hier ansässigen Unternehmen.

Wenn alles fertig ist, wird das Airrail-Center auf 140.000 Quadratmetern Fläche genug Raum bieten, um neben Büroflächen unterschiedlichste Dienstleistungen zu beherbergen. Neben 94.500 Quadratmetern Büro entstehen Bereiche für Hotel, Einzelhandel, Gastronomie und Lager. Die Tiefgarage mit 600 Stellplätzen ist direkt angebunden an die Autobahnen 3 und 5 sowie an die Bundesstraße 43.

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