Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 12. November 2019
Ausgabe 6658 | Nr. 316 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Finanzieller Ausgleich bei Verschiebung von Bauprojekten

# 20.05.2009

Die derzeitige wirtschaftliche Situation macht auch vor der Baubranche nicht Halt. Die Folge: Geplante und sogar bereits vertraglich vereinbarte Bauvorhaben werden verschoben, auch wenn bereits Unternehmen beauftragt wurden.

Ärgerlich für Bauunternehmen, wenn Aufträge kurzfristig verschoben werden. Welcher finanzieller Ausgleich möglich ist, kann man errechnen, Foto: BG Bau Ärgerlich für Bauunternehmen, wenn Aufträge kurzfristig verschoben werden. Welcher finanzieller Ausgleich möglich ist, kann man errechnen, Foto: BG Bau

Dies ist für die ausführenden Bauunternehmen besonders ärgerlich, schließlich können Ressourcen nicht sinnvoll eingesetzt werden und der finanzielle Ausgleich der bereits getätigten Vorleistungen ist mit viel Aufwand verbunden. Noch problematischer verhält sich die Situation für den Investor, dem gegebenenfalls Kosten in erheblichem Umfang entstehen: Sofern der Vertrag keine Sonderregelungen vorsieht, entsteht durch die auftraggeberseitige Verschiebung eines Bauprojektes dem Auftragnehmer ein finanzieller Anspruch, der von der konkreten Situation, dem entstandenen Schaden, der Vergütung oder der zu zahlenden Entschädigung abhängt.

Der zu zahlende Ausgleich für finanzielle Belastungen des Auftragnehmers, lässt sich kurz zusammengefasst folgendermaßen berechnen: Vertragliche Vergütung für den Zeitpunkt der Verschiebung abzüglich der nicht entstandenen oder sinnvoll abbaubaren Kosten. Was kann der Auftragnehmer tun, um seine Ansprüche zu sichern?

Thomas Hofbauer, Managing Director und Vice President bei Hill International, einem weltweit führenden Unternehmen im Claim- und Contractmanagement, sagt dazu: "Um eine Verlängerung der Ausführungsfristen, einen Anspruch auf finanzielle Kompensation oder einen Wegfall der Vertragsstrafe zu erreichen, muss der Auftragnehmer unverzüglich Behinderungen anzeigen, seine Leistungsbereitschaft erklären und formell abfragen, wie lange die Unterbrechung andauern wird."

"Für den Auftraggeber allerdings, sollte er keine entsprechenden Klauseln in den Vertrag aufgenommen haben, bedeuten Projektverschiebungen hohe Mehrkosten", ergänzt Thomas Hofbauer.

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