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Sonntag, 11. April 2021
Ausgabe 7174 | Nr. 101 | 20. Jahrgang
Autor: hsh
Herausgeber: dpa email-weiterempfehlendruckansicht

Finanzkonzept für Airbus-Werkerweiterung geplatzt

# 11.03.2002

Bisher war geplant, den größten Teil der Kosten durch den Verkauf der Anteile an der DaimlerChrysler Luft- und Raumfahrt Holding abzudecken

Geplante Airbus-Werkerweiterung - Abb. Projektgruppe DA-Erweiterung in der Wirtschaftsbehörde Geplante Airbus-Werkerweiterung - Abb. Projektgruppe DA-Erweiterung in der Wirtschaftsbehörde

Hamburg - Das Finanzierungskonzept des Hamburger Senats für die Airbus-Werkerweiterung im Mühlenberger Loch ist nach einem Bericht des «Spiegel» geplatzt. Bislang sahen die Planungen vor, den größten Teil der Kosten zu decken, indem die Hansestadt ihren Anteil an der DaimlerChrysler Luft- und Raumfahrt Holding an DaimlerChrysler verkauft. 403 Millionen der insgesamt 665 Millionen Euro sollten auf diese Weise finanziert werden.

Ein Sprecher des Stuttgarter Konzerns erklärte dagegen dem «Spiegel», dass eine Übernahme der Anteile nicht zur Debatte stehe: «Es gibt keinerlei Absichten oder Gespräche, den Anteil der Stadt Hamburg an der DaimlerChrysler Luft- und Raumfahrt Holding zu übernehmen.» Noch im Mai vergangenen Jahres hatte der Senat der Bürgerschaft mitgeteilt, DaimlerChrysler hätte den Kauf der Anteile zugesichert, ein Vertragsabschluss sei «für 2002 angestrebt». Folge der Absage: Die Zwischenfinanzierung, die jährlich 16,9 Millionen Euro an Zinsen verschlingt, wird dem Bericht zufolge zum Dauerzustand.

Hamburg drohen laut «Spiegel» auch im Zusammenhang mit der Elbaufschüttung zusätzliche Finanzprobleme. Gerd Gudehus, Professor für Bodenmechanik an der Universität Karlsruhe, prophezeit der Stadt «ein Zubuttern ohne Ende». Hamburg hatte sich bereit erklärt, für alle Folgekosten der Bautätigkeit aufzukommen. Die Aufschüttung von Millionen Tonnen Sand auf dem weichen Elbschlamm sei, so Gudehus zum «Spiegel», «ohne Beispiel in Europa». Für den Wissenschaftler steht fest, «dass es größere Bodenbewegungen» geben werde. Der Baugrund über dem Watt werde sich zu einer «welligen Landschaft» verformen, sagt Gudehus: «Immer wieder muss man dann den Boden für die bis zu 750 Meter langen Hallen anheben und richten.» Der Sprecher der stadteigenen Realisierungsgesellschaft, Clemens Finkbeiner-Dege, erklärte, eventuelle «Absenkungen» seien bereits in die Planungen «einberechnet.»

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