Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 16. April 2021
Ausgabe 7179 | Nr. 106 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Hochschulbau: NRW saniert Wissenschaftsstandorte

# 12.03.2021

Landeseigener Bau- und Liegenschaftsbetrieb verstärkt Investitionen in Hochschulgebäude. 8.500 Quadratmeter der TH Ostwestfalen-Lippe in einem Jahr modernisiert. Baumaßnahmen umfassen Lüftungsanlagen, Labortechnik und Sternwarte

Hochschulen in NRW werden nach Jahrzehnten modernisiert

In Lemgo saniert der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Gebäude der Technischen Hochschule aus den 1970er Jahren. Foto: BLB NRW In Lemgo saniert der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Gebäude der Technischen Hochschule aus den 1970er Jahren. Foto: BLB NRW

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) investiert aktuell verstärkt in Wissenschaftseinrichtungen der Region Ostwestfalen-Lippe.

Während die Universität Bielefeld binnen zehn Jahren ein neues bauliches Gesicht erhalten soll (siehe Quellen und Verweise), wird auch die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) in Lemgo grundhaft saniert.

Nachdem im Januar ein Teil des Hauptgebäudes termingerecht fertiggestellt und an die TH übergeben wurde, hat der Landesbetrieb nach einem Jahr Bauzeit knapp 8.500 der geplanten 17.000 Quadratmeter modernisiert. Die Bauarbeiten sollen insgesamt vier Gebäudeparts umfassen.

Sternwarte der Hochschule wird fertiggestellt

"Etwa ein Drittel der Fläche entfällt auf Labore, Werkstätten sowie einen Teil des Fachgebiets Getränketechnologie", erläutert Silke Grote, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Heßler beim BLB NRW für dieses Großprojekt verantwortlich ist.

"Aufgrund der umfangreichen technischen Besonderheiten - etwa neu installierte Lüftungsanlagen für die Hörsäle, neue Labortechnik, erneuerte Aufzüge oder Fertigstellung der Sternwarte - zählt dieser Bauabschnitt zu den vielseitigsten und anspruchsvollsten", ergänzt Heßler.

Leistungsfähigere Lüftungsanlagen in Hörsälen installiert

Insgesamt vier neugestaltete Hörsäle nehmen allein eine Fläche von rund 710 Quadratmetern ein. Sie wurden erstmalig mit leistungsfähigen Lüftungen ausgestattet, die aufgrund der Wärmerückgewinnungsanlagen besonders energieeffizient arbeiten sollen. Die individuell benötigte Lüftungsleistung wird dabei mit Luftqualitätsfühlern ermittelt und automatisch angepasst.

Im Sommer kühlt die Anlage die Zuluft über Kühlregister, die mit der gesamten Lüftungstechnik auf den Dächern untergebracht sind. "Mit den leistungsfähigen Lüftungsanlagen lässt sich die Temperatur im Hörsaal deutlich besser regeln", freut sich Dirk Tappe, Leiter des Dezernats Gebäudemanagements der TH OWL.

Schadstoffsanierung in Gebäuden aus 1970er Jahren notwendig

Beide bisherigen Bauabschnitte ließ der BLB NRW zunächst vollständig entkernen und sämtliche Installationen aber auch Schadstoffe wie Asbest, Künstliche Mineralfasern (KMF) und Polychlorierte Biphenyle (PCB) entfernen, die bei der Entstehung des Hochschulgebäudes in den 1970er Jahren als gängige Baustoffe an verschiedenen Stellen eingesetzt wurden.

Anschließend wurden alle sichtbaren Flächen wie Deckenverkleidungen, Wände, Türen und Bodenbeläge erneuert und sämtliche Installationen neu errichtet. Hierbei wurden rund 60 Kilometer Datenkabel, 52 Kilometer Elektrokabel sowie 850 Meter Lichtwellenleiter verbaut.

Denkmalgeschützte Betonfassade erhält neuen Anstrich

Im vergangenen Jahr hat der BLB NRW auch die Fassade des Hauptgebäudes mit den künstlerisch gestalteten Betonbrüstungselementen instandgesetzt. Hier wurde auf einer Fläche von rund 5.100 Quadratmetern eine Betonsanierung durchgeführt und ein neuer Anstrich in Abstimmung mit dem Denkmalsschutz aufgetragen.

Auch diese Arbeiten konnten bereits fertiggestellt werden. Der Sanierung der ersten beiden Abschnitte folgen nun direkt die Arbeiten an den letzten beiden Bauabschnitten. Dafür ist ein Semester eingeplant.

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