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Sonntag, 17. Februar 2019
Ausgabe 6390 | Nr. 48 | 18. Jahrgang
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Höchstes Gebäude der Welt erhält Schalung aus Österreich

# 05.02.2014

Kingdom Tower in Saudi-Arabien soll einen Kilometer hoch werden. Schalungs- und Selbstklettersysteme werden enormen Windgeschwindigkeiten ausgesetzt. Anbieter Doka mit Erfahrungen aus Auftrag für derzeit höchstes Gebäude in Dubai

Bald nicht mehr nur ein scheinbares Märchen aus 1001 Nacht ist das geplante höchste Gebäude der Welt, der Kingdom Tower in Saudi-Arabien. Foto: Adrian Smith + Gordon Gill Architecture, Doka Bald nicht mehr nur ein scheinbares Märchen aus 1001 Nacht ist das geplante höchste Gebäude der Welt, der Kingdom Tower in Saudi-Arabien. Foto: Adrian Smith + Gordon Gill Architecture, Doka

2019 soll er fertig sein - der Kingdom Tower in Jeddah, Saudi-Arabien. Er wäre der erste Wolkenkratzer, der über einen Kilometer (1.007 Meter) in die Höhe ragt und damit das derzeit höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa (828 Meter) in Dubai, weit hinter und vor allem unter sich ließe.

Der Name des Giganten entspricht dem der Stadt, welche um ihn herum entsteht und zeigt deutlich, wer hier Bauherr ist. Die saudische Königsfamilie sieht für den Kingdom Tower in Kingdom City 167 Stockwerke sowie die höchste je gebaute Besucherplattform vor. Auf einer Fläche von mehr als 500.000 Quadratmetern sollen außerdem Büros, Wohnungen, ein Einkaufszentrum und ein Hotel entstehen.

Prestigeprojekt für beteiligte Firmen
Bei einem derart monumentalen Bauvorhaben ist die Außenwahrnehmung naturgemäß enorm. Entsprechend stolz können Unternehmen sein, die einen Auftrag für die Umsetzung der Planungen erhalten.

Die österreichische Firma Doka kann sich als weltweit agierender Anbieter von Schalungslösungen für den Ortbetonbau über einen Zuschlag freuen. "Der Kingdom Tower ist ein weiterer Meilenstein in der Doka-Firmengeschichte", sagt Josef Kurzmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Doka Group. "Wir sind stolz, unsere Erfahrungen und Highrise-Kompetenz bei diesem beeindruckenden sowie anspruchsvollen Rekord-Bauwerk zeigen zu können."

Millionenobjekt muss starkem Wind standhalten

Zu den Herausforderungen bei der Errichtung des Kingdom Towers zählten unter anderem die kontinuierliche Verjüngung der drei Flügel des Bauwerks, die - im Gegensatz zu vielen anderen Wolkenkratzern - verlaufend sei und nicht in Etappen erfolge, sowie die sichere Dimensionierung des Klettersystems auf Windgeschwindigkeiten bis zu 200 Kilometer pro Stunde.

Mit einem Auftragswert im unteren bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zähle das Projekt zu den größten Aufträgen in der Firmengeschichte. Doka entwickelte dabei als Komplettanbieter die gesamte Schalungslösung. Neben Schalungssystemen seien bei der Errichtung des zukünftig höchsten Bauwerks der Welt auch Dienstleistungen des Familienunternehmens gefragt, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Diese reichten von der Logistik- und Materialplanung über vormontierte Schalungs- und Selbstklettereinheiten bis zum Einsatz von Richtmeistern vor Ort.

Erfahrungen mit Gebäuden der Superlative

Doka liefert mit dem aktuellen Auftrag nicht zum ersten Mal Schalung für ein Gebäude der Superlative. "Wir haben bereits bei der Errichtung des Burj Khalifa wertvolle Erfahrungen gesammelt, die in zahlreiche weitere Projekte und nun auch in den Kingdom Tower eingeflossen sind", erklärt Josef Kurzmann.

Aktuelle Highrise-Projekte von Doka sind unter anderem der Lotte World Tower in Seoul, mit 555 Metern zukünftig das höchste Gebäude des Fernen Ostens; die Twin Towers in Katar; der Minerva Tower in der indischen Metropole Mumbai; oder der Torre Intesa Sanpaolo in der italienischen Stadt Turin.

Verantwortlich für eine Vielzahl an prestigeträchtigen Großbauprojekten in der Region ist die Saudi Binladin Group (SBG), ein saudi-arabisches Bau- und Immobilienunternehmen mit Sitz in Jeddah. Aktuelle Referenzen sind der King Abdulaziz International Airport in Jeddah oder die Abraj Al Bait Towers in Mekka mit dem derzeit zweithöchsten Gebäude der Welt.

Die Firma Doka

ist im Mittleren Osten seit mehr als 30 Jahren als Partner der lokalen Bauwirtschaft tätig. 1977 wurde die erste Niederlassung in der Region gegründet, 1982 folgte der Schritt nach Saudi-Arabien. In insgesamt zwölf Niederlassungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar, Oman, Kuwait, Bahrain, Libanon und Jordanien beschäftigt Doka Middle East mehr als 450 Mitarbeiter.

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