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Samstag, 16. Januar 2021
Ausgabe 7089 | Nr. 16 | 20. Jahrgang
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Autor: Pressestelle
Herausgeber: Bayerische Ingenieurkammer - Bau email-weiterempfehlendruckansicht

Inbetriebnahme der zweiten Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A 99

# 18.12.2001

Inbetriebnahme des zweiten Teilabschnitts / Seit Inbetriebnahme der Beeinflussungsanlage des ersten Teilabschnitts hat sich die Verkehrssituation bereits erheblich verbessert

Pilotprojekt - verkehrs- und witterungsabhängige  Steuerung des  Verkehrs am Beispiel Münchner Ring (A99) Pilotprojekt - verkehrs- und witterungsabhängige Steuerung des Verkehrs am Beispiel Münchner Ring (A99)

München - Der zweite Abschnitt der Verkehrsbeeinflussungsanlage auf dem Münchner Ring (A 99) wurde heute in Betrieb genommen. Zwischen den Autobahnkreuzen München-Nord und München-Ost wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen ab sofort verkehrs- und witterungsabhängig gesteuert. Zusätzliche Wechselverkehrszeichen erlauben nun auch in Fahrtrichtung Nord die stundenweise Nutzung des Seitenstreifens als Fahrstreifen. In der Gegenrichtung hat dies in den vergangenen Monaten bereits zu weniger Unfällen und einem flüssigeren Verkehrsablauf geführt.

Die Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A 99 stellt ein Pilotprojekt dar, bei dem die Erkenntnisse eines vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen initiierten Forschungsvorhabens berücksichtigt wurden. Mit der in Kürze in Kraft tretenden Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung wird die Rechtsgrundlage für die auf Verkehrsspitzenzeiten beschränkte Seitenstreifenmitbenutzung geschaffen.

Seit der Inbetriebnahme der Beeinflussungsanlage vom Autobahnkreuz Nord bis zum Autobahnkreuz Ost im Frühjahr dieses Jahres hat sich die Verkehrssituation in Richtung Süden bereits erheblich verbessert. So kam es hier während der BAUMA 2001 kaum noch zu merklichen Verkehrsbehinderungen. Vom 01.04.2001 bis zum 30.11.2001 war der Standstreifen dort 208 mal an insgesamt 164 Tagen für den Verkehr freigegeben. Die Gesamtdauer der Standstreifenfreigabe betrug rund 445 Stunden. Dies entspricht einer durchschnittlichen Schaltzeit von knapp 2 Stunden pro Tag. Damit gab es in den ersten vier Monaten durchschnittliche 40 Staustunden pro Monat weniger.

Die Anlage erleichtert den Straßenwärtern entscheidend Arbeiten auf dem Mittelstreifen; auch zu ihrer Sicherheit lässt sich nämlich der zweite Überholstreifen sperren und gleichzeitig der Standstreifen freigeben. Die zuständige Polizeidienststelle musste während der bisherigen Betriebszeit keine Unfälle aufnehmen, die ursächlich im Zusammenhang mit der Freischaltung des Standstreifens stehen, wie z. B. Auffahrunfälle auf dort liegen gebliebene Pannenfahrzeuge. Die Polizei berichtet sogar in einer ersten, vorläufigen Bilanz, dass die Verkehrsteilnehmer bei Freigabe des Standstreifens eher defensiv und vorsichtiger fahren und ein gleichmäßiger Verkehrsfluss entsteht. Seit Inbetriebnahme der Verkehrbeeinflussungsanlage in Richtung Süden ergab sich gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum eine geringfügige Abnahme der Unfälle von insgesamt 109 auf 100.

Vor der Freigabe der Standstreifen wird mittels Videokameras überprüft, ob diese frei befahrbar sind. Während der Zuschaltung der Standstreifen ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung erforderlich. Die Freigabe wird den Verkehrsteilnehmern mit grünen Pfeilen angezeigt. Ist der Standstreifen nicht freigegeben, wird das durch ein rotes Kreuz signalisiert. Die Standstreifenfreigabe erfolgt ausschließlich zu Verkehrsspitzenzeiten in den Tagesstunden von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr. In den Nachtstunden wird die Standstreifenfreigabe nicht geschaltet, um höhere Lärmbelastungen nachts gänzlich auszuschließen.

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