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Freitag, 26. April 2019
Ausgabe 6458 | Nr. 116 | 18. Jahrgang
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Kraftwerksbau: Beständiger Witterungsschutz gefragt

# 22.04.2013

Abdichtungsharz von Triflex schützt modernes Steinkohlekraftwerk vor Feuchtigkeit. System ermöglicht Überarbeitung auch Jahre später. Flüssigkunststoff als Grundlage entscheidend

Die Verarbeiter haben jedes Detail des Silodaches mit dem Flüssigkunststoff von Triflex vliesarmiert abgedichtet. Foto: Triflex Die Verarbeiter haben jedes Detail des Silodaches mit dem Flüssigkunststoff von Triflex vliesarmiert abgedichtet. Foto: Triflex

Mit der Entscheidung zum endgültigen Atomausstieg hat die Politik die Energieversorger vor eine Herausforderung: Sie müssen ihre bisherigen Kern-Kraftwerke durch weniger bedenkliche und gleichzeitig ebenso effiziente Alternativen ersetzen. Der Energiekonzern RWE setzt diesbezüglich auf eine verbesserte Nutzung des fossilen Brennstoffs Steinkohle. Im westfälischen Hamm entsteht derzeit eines der modernsten Steinkohlenkraftwerke der Welt. Es soll einmal eine Gesamtleistung von 1.600 Megawatt erbringen.

"Aufgrund der hohen Dampfparameter und der thermodynamischen Optimierung des Wasser-Dampf-Prozesses kann ein elektrischer Nettowirkungsgrad von etwa 46% erreicht werden", stellt der Energieerzeuger in Aussicht. 23 kommunale Energieversorger und Stadtwerke sind an dem Projekt beteiligt. Mit der neuen Anlage sollen bei gleicher Stromerzeugung 20% weniger Steinkohle benötigt und so rund 2,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr im Vergleich zu älteren Anlagen eingespart werden können.

Schutz für Flugasche und Kalksteinmehl

Zu dem Kraftwerk gehört ein Komplex aus Warte- und Flugaschesilos, in dem die anfallende Flugasche sowie Kalksteinmehl gespeichert und verladen werden. Kalksteinmehl wird als Absorptionsmittel für eine Rauchgasentschwefelungsanlage benötigt. Die zertifizierte Flugasche wird in 78 und 59 Meter hohe Lagersilos gefördert. Beide Stoffe müssen trocken lagern, bevor RWE sie vertreibt.

Aus diesem Grund benötigen die Dächer der Stahlbetonsilos eine zuverlässige Abdichtung, die langfristig vor Feuchtigkeit und Nässe schützt. Da mit ständigen Wartungsarbeiten der zahlreichen Aufbauten und technischen Anlagen auf den Dächern zu rechnen ist und diese auch mit Hubwagen befahren werden, sind erhöhte Anforderungen an ein Abdichtungssystem gestellt.

Hochwertige Systemlösung gefordert

Um die Dächer der Stahlbetonsilos vor Witterungseinflüssen zu schützen und zahlreiche Details nahtlos in die Abdichtungsfläche einzubinden, haben Fachverarbeiter einer Duisburger Firma diese mit dem Dachflächen-Abdichtungssystem Triflex ProTect versehen. Ein verwendeter Flüssigkunststoff auf Basis von Polymethylmethacrylat (PMMA) dichtet laut Hersteller Risse ebenso wie Materialübergänge dauerhaft ab.

Gefordert war eine hochwertige Systemlösung, die wechselnde Geometrien und Materialübergänge von Stahl auf Stahlbeton aus einem Guss abdichtet. Darüber hinaus waren Risse im Gefällebeton zu überbrücken und aufgedübelte Befestigungspunkte nahtlos in die Abdichtungsfläche zu integrieren. Wiederkehrende Wartungsintervalle und höchste Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeit auf Kraftwerksbauten mussten ebenso berücksichtigt werden wie unbeständige Wetterverhältnisse während der Verarbeitung.

Spätere Überarbeitung möglich

Für diese erhöhten Anforderungen bietet nach Angabe des Herstellers das vollflächig armierte Triflex ProTect-System eine maßgeschneiderte Systemlösung. Das Abdichtungsharz ist hoch witterungsstabilisiert und beständig gegen die in der Luft und im Regenwasser enthaltenen Chemikalien. Außerdem zeichnet sich der Flüssigkunststoff durch tieftemperaturflexible und hydrolysebeständige Produkteigenschaften sowie elastische Rissüberbrückung aus. Auch nach Jahren lässt sich die Abdichtungsfläche noch überarbeiten, um zum Beispiel Details zu integrieren.

Der vliesarmierte Flüssigkunststoff kann aufgrund kurzer Reaktionszeiten der Systemkomponenten auch bei unbeständiger Wetterlage verarbeitet und auch bei einer Restfeuchtigkeit bis zu sechs Gewichtsprozent im Betonuntergrund appliziert werden. Das Dachflächen-Abdichtungssystem besitzt die europäische technische Zulassung mit CE-Kennzeichnung und höchsten Leistungswerten. Es erfüllt außerdem die Anforderungen der aktuellen Flachdachrichtlinie und der DIN 18531.

Gleichzeitige Abdichtung und Wartung

Vier Monate brauchten die Fachverarbeiter der Stromberg Oberflächentechnik GmbH & Co. KG, um 1600 m2 Dachfläche der sieben Kraftwerksilos mit dem Dachflächen Abdichtungssystem Triflex ProTect abzudichten. Trotz unsteten Frühlingswetters mit vielen Regenphasen konnten die Arbeiten problemlos durchgeführt werden. Auch die zeitgleich stattfindenden Installationsarbeiten beeinträchtigten die Abdichtungsarbeiten nicht, denn die kurzen Aushärtungszeiten des Abdichtungsharzes ermöglichten das Arbeiten in Abschnitten und somit eine flexible Baustellenkoordination. Die Flächenversiegelung in Blaugrau rundet das Blau der Stahlträger ebenso wie die beigegrauen Detailabdichtungen zu einer harmonischen Einheit ab.

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