Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 22. September 2020
Ausgabe 6973 | Nr. 266 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Längste Schrägseilbrücke Deutschlands entsteht in Duisburg

# 07.08.2020

Neues Bauwerk ersetzt 50 Jahre alte Rheinquerung. Bund investiert halbe Milliarde Euro in achtspurigen Autobahnausbau. Arbeitsgemeinschaft verbaut bis 2026 rund 33.000 Tonnen Stahl aus Deutschland und Österreich

Rekordbrücke verbindet Ruhrgebiet mit Niederlanden

Die alte Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp wird bis 2026 durch eine neue ersetzt. Foto: Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons Die alte Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp wird bis 2026 durch eine neue ersetzt. Foto: Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons

Der Bau der mit 802 Metern längsten freispannenden Schrägseilbrücke Deutschlands hat begonnen.

Schauplatz ist Duisburg, wo eine alte Rheinbrücke durch eine neue ersetzt wird. Die hierüber verlaufende Autobahn 40 verbindet das Ruhrgebiet mit dem Niederrhein und den Niederlanden.

Nach 50 Jahren der Nutzung stößt die Rheinbrücke Neuenkamp - wie viele andere im Land - an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Ursprünglich für 30.000 Fahrzeuge ausgelegt, passieren täglich mehr als 100.000 Fahrzeuge die Querung.

Hochtief führt Arbeitsgemeinschaft im 500 Millionen-Euro-Projekt

Nach einer europaweiten Ausschreibung hat die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp den Zuschlag für das Kernstück des Bauprojekts erhalten. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich zusammen aus:

  • Hochtief Infrastructure GmbH
  • MCE GmbH
  • Zwickauer Sonderstahlbau GmbH (ZSB)
  • Plauen Stahl Technologie GmbH

Auftraggeber ist die Deges, die Kosten für den Ausbau der A 40 einschließlich des Neubaus der Rheinbrücke in Höhe von rund 500 Millionen Euro trägt der Bund. Die Fertigstellung der gesamten Brücke mit jeweils vier Fahrstreifen pro Fahrtrichtung ist für Ende 2026 vorgesehen.

33.000 Tonnen Stahl machen 380 Meter Stützweite möglich

Die neue Rheinbrücke in Duisburg wird Deutschlands längste Schrägseilbrücke. Grafik: Keipke Architekten Die neue Rheinbrücke in Duisburg wird Deutschlands längste Schrägseilbrücke. Grafik: Keipke Architekten

Bereits 2023 soll planmäßig südlich neben der bestehenden Brücke das erste Teilbauwerk fertiggestellt sein.

Der gesamte Verkehr wird dann vorübergehend über dieses neue Brückenbauwerk geleitet. Im Anschluss erfolgt der Abriss der Bestandsbrücke und an dieser Stelle der Neubau der zweiten Brücke.

Mit einer Stützweite von 380 Metern wird die neue Rheinquerung Deutschlands längste "zweihüftige Schrägseilbrücke". Dafür werden rund 33.000 Tonnen Stahl aus Deutschland und Österreich verbaut. Die Bauteile für die Brücke werden in Tschechien, Ungarn und Deutschland verarbeitet.

Derzeit bundesweit zahlreiche Großprojekte im Brückenbau

"Mit diesem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur auf einer Hauptverkehrsader in Deutschland", sagt Hochtief-Vorstandsvorsitzender Marcelino Fernández Verdes.

Sein Unternehmen ist derzeit mit einer Vielzahl ähnlicher Großprojekte in Deutschland befasst. In Nordrhein-Westfalen werden beispielsweise die Lennetalbrücke in Hagen auf der A 45 sowie die Schwelmetalbrücke in Wuppertal auf der A 1 ersetzt.

Auf der A 6 nahe Heilbronn in Baden-Württemberg baut der Konzern zudem die Neckartalbrücke. Im Zuge des Ausbaus der A 7 in Hamburg und Schleswig-Holstein hat Hochtief bis 2018 die Langenfelder Brücke neu errichtet.

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