Fachbeiträge & Interviews
Samstag, 03. Dezember 2022
Ausgabe 7775 | Nr. 337 | 22. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Längster Eisenbahntunnel Deutschlands führt zum Brenner Basistunnel

# 11.02.2022

Nordzulauf für Alpendurchfahrt beginnt bereits in München. Schienenausbau inklusive 13-Kilometer-Tunnel soll Autobahnen entlasten. Deutsche Bahn vergibt Planungsauftrag für Neubaustrecke an Obermeyer

Brenner Basistunnel: Jahrhundertbauwerk zieht weitere Großprojekte nach sich

So soll einmal das Nordportal des längsten Eisenbahntunnels Deutschlands in Steinkirchen nahe der A8 aussehen. Grafik: DB Netz AG / Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf So soll einmal das Nordportal des längsten Eisenbahntunnels Deutschlands in Steinkirchen nahe der A8 aussehen. Grafik: DB Netz AG / Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf

Ein Tunnel allein schafft noch keine Verbindung, wenn nicht auch Wege zu ihm hin- bzw. wegführen. Und somit kommen zum Bau des Brenner Basistunnels weitere bedeutende Infrastrukturgroßprojekte hinzu.

Bereits im Jahr 1994 haben Österreich, Italien und Deutschland im sogenannten "Memorandum von Montreux" neben der stufenweisen Realisierung des Brenner Basistunnels auch den Bau der Zulaufstrecken vereinbart.

Der Nordzulauf von München über Rosenheim bis hin zur deutsch-österreichischen Grenze und weiter nach Innsbruck soll dabei die notwendigen Kapazitäten schaffen, um den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und damit insbesondere die hochbelastete Inntalautobahn zu entlasten.

Längste Tunnelstrecke Deutschlands für Brenner Nordzulauf geplant

Ein Teilprojekt des Brenner-Nordzulaufs ist die Neubaustrecke zwischen Innleiten und Kirnstein im Landkreis Rosenheim. Der rund 25 Kilometer lange Planungsabschnitt befindet sich zwischen der Innquerung bei Stephanskirchen und der Verknüpfungsstelle im Inntal. Die Neubaustrecke ist Teil der östlichen Umfahrung des Rosenheimer Stadtgebiets.

Die Planungen umfassen unter anderem

  • die beiden Tunnel Ringelfeld und Steinkirchen inklusive tunneltechnischer Ausstattung
  • die Planung der Gewerke Schiene und Straße für die oberirdische Streckenführung
  • das Gewerk Konstruktiver Ingenieurbau mit Objekt- und Tragwerksplanung für den Neubau von Überführungsbauwerken, Trögen, Schallschutzwänden und Stützbauwerken

Der Tunnel Steinkirchen wird rund 13 Kilometer lang werden. Nach ihrer Fertigstellung werden die Bauwerke zu den längsten unterirdischen Verkehrsverbindungen der Bundesrepublik zählen.

Ingenieurunternehmen vertraglich zur BIM-Anwendung verpflichtet

Den Zuschlag für die Planung der Neubaustrecke erhielt die Obermeyer Infrastruktur GmbH & Co. KG von der DB Netz AG. Zur Bewältigung des Auftrags geht Obermeyer eine Arbeitsgemeinschaft mit der Schweizer Amberg Engineering AG ein. Beide Unternehmen haben bereits in Projekten rund um den Brenner und den Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Innsbruck mitgewirkt.

"Mit diesem Planungsauftrag dürfen wir nach unseren Aktivitäten im Unterinntal und am Brenner Basistunnel einen weiteren wichtigen Beitrag zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Schieneninfrastruktur leisten", sagt der Geschäftsleiter der Obermeyer Infrastruktur Erhard Lederhofer. Für das Projekt wurde der verpflichtende Einsatz des Building Information Modeling (BIM) vertraglich vereinbart.

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