Fachbeiträge & Interviews
Samstag, 19. Oktober 2019
Ausgabe 6634 | Nr. 292 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Lückenschluss auf der A 38 zwischen Göttingen und Halle/Saale

# 12.01.2010

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat Ende Dezember die letzte Lücke auf der Autobahn 38 für den Verkehr freigegeben. Für diesen letzten Abschnitt zwischen Breitenworbis und Bleicherode (12 Kilometer) hat der Bund 165 Millionen Euro aufgewendet.

Abschnitt der A 38 bei Breitenworbis im August 2007 in Fahrtrichtung Halle/Saale: Über die Rhintalbrücke führt die Autobahn in den Höllbergtunnel, Foto: Redaktion Abschnitt der A 38 bei Breitenworbis im August 2007 in Fahrtrichtung Halle/Saale: Über die Rhintalbrücke führt die Autobahn in den Höllbergtunnel, Foto: Redaktion

Die A 38 verbindet auf einer Länge von rund 187 km die Großräume Göttingen/Kassel im Westen und Halle/Leipzig im Osten. Insgesamt wurden 200 Brücken und 25 Auffahrten gebaut. Bei der Freigabe in Breitenworbis (Thüringen) sagte Peter Ramsauer: "Ab heute haben die Autofahrer auf der gesamten A 38 von Göttingen bis Halle freie Fahrt. Diese Autobahn ist ein sichtbarer Erfolg des Aufbau Ost. Vierzehn Jahre wurde an dieser wichtigen West-Ost-Magistrale in der Mitte Deutschlands gebaut. Der Bund hat dafür insgesamt 1,3 Milliarden Euro investiert. Für die Anwohner, aber auch den überregionalen Verkehr, werden sich die Fahrzeiten nun deutlich verkürzen."

Die A 38 soll vor allem in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen für Entlastung sorgen: Mit dem Neubau der A 38 im Süden von Leipzig verfügt der Großraum Leipzig / Halle wie nur wenige Städte in Deutschland über einen geschlossenen modernen Autobahnring. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) zeigte sich überzeugt, dass der Freistaat mit der Fertigstellung der Südharz-Autobahn als Verkehrsdrehscheibe in der Mitte Deutschlands und Europas gestärkt werde. Die A 38 biete somit jetzt auch große Chancen für die Nordthüringer Region.

Der Ausbau der A 38 ist Teil der so genannten Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE). Dabei handelt es sich um groß angelegte Bauprojekte für Verkehrsverbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland, von denen sich unmittelbar positive Auswirkungen auch auf die Regionalplanung und Infrastruktur versprochen wurden. Aufgelegt wurden diese Programme nach der deutschen Wiedervereinigung Anfang der 1990er-Jahre. Sie wurden im April 1991 von der Bundesregierung im Vorgriff auf den Bundesverkehrswegeplan beschlossen.

Minister Ramsauer kündigte an, dass der Bund auch in Zukunft hohe Beträge in die ostdeutschen Bundesfernstraßen investieren wird: "Die weit überwiegende Zahl der Großprojekte in den neuen Bundesländern ist bereits fertig oder im Bau", sagte der Minister. "Aber natürlich werden wir das Netz der Autobahnen und Bundesstraßen weiter ausbauen. Sobald wir Baurecht haben, nehmen wir auch die Westumfahrung von Halle in Angriff. Ich rechne damit im Jahr 2011. Danach können wir auch das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 13, zu dem die heute fertig gewordene A 38 gehört, endgültig abschließen."

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