Fachbeiträge & Interviews
Donnerstag, 03. Dezember 2020
Ausgabe 7045 | Nr. 338 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Moderne Müllentsorgung: Slowenien gibt Richtung vor

# 05.01.2016

Neue Recyclinganlage in Ljubljana als größtes nationales Infrastrukturprojekt eingeweiht. Abfallzentrum verarbeitet 170.000 Tonnen Müll pro Jahr. Generalunternehmer schafft vorzeitigen Bauabschluss

Slowenien pflegt grünes Image

Die neue mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage in Ljubljana/Slowenien ist eine der modernsten und größten ihrer Art in Europa.  Foto: STRABAG Umwelttechnik GmbH Die neue mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage in Ljubljana/Slowenien ist eine der modernsten und größten ihrer Art in Europa. Foto: STRABAG Umwelttechnik GmbH

Slowenien ist bekannt für seine reizvollen Landschaften mit naturbelassenen Flüssen, endlosen Waldflächen und malerischen Hochgebirgszügen. Damit dies so bleibt, achtet das Land unter anderem bei der Abfallentsorgung auf die Einhaltung höchster technischer Standards.

Die Hauptstadt Ljubljana geht hierbei als gutes Beispiel voran. So gab der Bürgermeister unlängst eine der modernsten und größten mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlagen (MBA) für den 15-monatigen Probebetrieb frei.

Anlage erzeugt Brennstoffe, Strom und Wärme

In der hochmodernen Anlage können pro Jahr über 170.000 Tonnen Müll verarbeitet werden. Foto: STRABAG Umwelttechnik GmbH In der hochmodernen Anlage können pro Jahr über 170.000 Tonnen Müll verarbeitet werden. Foto: STRABAG Umwelttechnik GmbH

Aufgrund der großen Bedeutung für die zukünftige Abfallbehandlung in ganz Slowenien, waren sowohl die slowenische Ministerin für Umwelt und Raumordnung als auch ein Vertreter der Europäischen Kommission zur feierlichen Einweihung gereist.

Mit der Anlage können laut Betreiber jährlich 171.000 Tonnen Haus-, Gewerbe- und Sperrmüll sowie getrennt gesammelte Bioabfälle aus Ljubljana und den angeschlossenen slowenischen Kommunen verarbeitet werden.

Als Abfallwirtschaftszentrum verfügt die MBA darüber hinaus über eine vollautomatische Sortierung von Wertstoffen für das Recycling, stellt Ersatzbrennstoffe für eine externe energetische Verwertung her und erzeugt am Standort mit einer Vergärungs- bzw. Biogasanlage Strom und Wärme.

Für letztere entwickelte das generalunternehmerisch eingebundene Baukonsortium aus STRABAG Umwelttechnik GmbH - hier der Bereich Anlagenbau Dresden - und der österreichischen STRABAG AG ein eigenes patentiertes Verarbeitungsverfahren.

Generalunternehmer realisiert Ausführung vorzeitig

Nachdem die Unternehmensgruppe die Planung und Bauausführung des derzeit größten Infrastrukturprojekts Sloweniens auch ausgeführt hat, startete der Probebetrieb im November 2015 vorzeitig.

Dass die vereinbarten Endtermine des 112-Millionen-Euro-Projekts trotz Verzögerungen im Genehmigungsverfahren und späterem Baubeginn eingehalten werden konnten, lag vor allem an der verkürzten Bauzeit von lediglich 16 Monaten.

Das für den derzeitigen Probebetrieb des Abfallzentrums eingestellte Fachpersonal soll nach der finalen Übergabe der Anlage vom Auftraggeber, einem örtlichen Abfallunternehmen der öffentlichen Hand, übernommen werden.

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