Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 22. September 2020
Ausgabe 6973 | Nr. 266 | 20. Jahrgang
Autor: Sabine Wulf, Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Modernes Innenleben für historisches Kontorhaus in Hamburg

# 24.08.2005

Gebäudekomplex am Johannes-Brahms-Platz in Hamburg-Mitte behält historische Fassade / Innenleben des ehemaligen DAG-Hauses wird bald den Anforderungen an moderne Architektur gerecht

Blick auf das ehemalige DAG-Haus in Hamburg-Mitte, Foto: Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau Blick auf das ehemalige DAG-Haus in Hamburg-Mitte, Foto: Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau

Das Bauunternehmen Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau saniert in 22-monatiger Bauzeit den stilvollen Altbau als Generalunternehmer im Auftrag der Grundstücksverwaltung Johannes-Brahms-Platz GmbH. Als das Haus mit dem Elefanten hat sich das 1929 errichtete Gebäude einen Namen gemacht. Von hier aus leitete 1962 der Hamburger Innensenator und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt die Hilfsmaßnahmen zur Hochwasserkatastrophe.

Das denkmalgeschützte Gebäude mit einer Mietfläche von rund 24.000 m² wird nun mit großem Aufwand in ein Gebäude mit modernem Bürostandard umgebaut. Rund 1.000 Menschen werden nach der Fertigstellung Ende 2006 ihren Arbeitsplatz in dem Objekt beziehen, das inzwischen den Namen "Brahms Kontor" trägt.

Die eigenwillige Baugeschichte des Hauses stellt für die Sanierungsspezialisten eine besondere Herausforderung dar. Aufgrund mehrerer Erweiterungsbauten, die das Gebäude in den letzten dreißig Jahren des letzten Jahrhunderts erlebte, fanden dass Bauunternehmen unterschiedliche statische Konstruktionen vor. Daher wird der gesamte Komplex für die Sanierungsmaßnahmen in zwei Bauwerksteile gegliedert. Bauteil 1 umfasst das Gebäude Holstenwall 3 bis 5 - da diesem eine Holzbalkenkonstruktion zu Grunde liegt - und Bauteil 2 beinhaltet den Gebäudebereich Johannes-Brahms-Platz 1 und Pilatuspool 2 bis 4 mit einer reinen Stahlkonstruktion.

Nach den Plänen der Hamburger Architekten Kleffel Köhnholdt und Papay Warncke sieht die Modernisierung von Bauteil 1 das Abtragen großer Teile des vorhandenen Gebäudes vor. Die Fassade und die repräsentative Eingangshalle bleiben davon unberührt. Hinter der historischen Fassade wird ein siebengeschossiger Neubau wachsen. Dort, wo der Neubau als Staffelgeschoss die Höhe des Altbaus überragt, wird eine neue Fassade nach altem Vorbild rekonstruiert. Die rückwärtige Innenhoffassade erschließt sich dagegen als moderne, lichtdurchflutete Glasfassade. Das Erdgeschoss im Bauteil 1 wird von einer neuen Tiefgarage unterfangen. Die darüber liegenden Geschosse sind für Büronutzungen vorgesehen. Auf jeder Etage entstehen zwei Miteinheiten, die flexible Nutzungskonzepte zulassen. Je nach Mieterwunsch können hier Büros mit Einzelräumen und Fluren, Großraumzonen oder Kombibüros realisiert werden.

Der Bauteil 2 bleibt in seiner Grundstruktur erhalten. Die wesentlichen Modernisierungsmaßnahmen beziehen sich auf die Fassadensanierung, umfangreiche Restaurierungsarbeiten in den Treppenhäusern, Einbringen eines Doppelbodens und komplett neue Innenausbauten, die Erneuerung der Dachbeläge einschließlich der Dachbegrünung sowie der komplette Neubau der technischen Gebäudeausrüstung. Auch hier werden Keller und Teilbereiche des Erdgeschosses als Tiefgarage genutzt. Zudem befindet sich am Johannes-Brahms-Platz ein Kellertheater, welches saniert wird. Vom Hochparterre bis zum 13. Obergeschoss erstrecken sich nach der Modernisierung flexibel aufteilbare Büroflächen in modernster Bauqualität.

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