Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst

Neubau des Schwarzkopftunnels beschlossen

# 02.10.2006

Die Region zwischen dem hessischen Hanau und dem bayerischen Nantenbach wird zukünftig von einer verbesserten Verkehrsinfrastruktur profitieren

Da Eisenbahnen nur eine deutlich geringere Steigung bewältigen können als Straßenfahrzeuge, sind Eisenbahntunnel häufig Teil der Bahntrassen, Foto: Deutsche Bahn AG Da Eisenbahnen nur eine deutlich geringere Steigung bewältigen können als Straßenfahrzeuge, sind Eisenbahntunnel häufig Teil der Bahntrassen, Foto: Deutsche Bahn AG

Die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Hanau ist 112,5 km lang und folgt vom Würzburger Hauptbahnhof aus zunächst dem Main rechtsseitig bis Lohr. Von dort aus geht es westwärts durch den Spessart nach Aschaffenburg. Zwischen Heigenbrücken im Spessart und Laufach, führt die Strecke durch den bisherigen 926 m langen Schwarzkopftunnel. Der jetzige Schwarzkopftunnel wurde in den Jahren 1850 bis 1854 erbaut. Der Ende August bekannt gegebene Neubau des Schwarzkopftunnels beinhaltet die Errichtung einer neuen etwa 6 km langen zweigleisigen Trasse zwischen Heigenbrücken und Laufach.

Mit der getroffenen Entscheidung ist eine wesentlich einfachere und wirtschaftlichere Betriebsführung bei der Deutschen Bahn wie auch bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen möglich, teilte das Verkehrsministerium mit. So würden in Zukunft Schiebelokomotiven überflüssig, da eine geringere Neigung zu überwinden sein wird. Bisher müssen Güterzüge die etwa 100 m Höhenunterschied mit Hilfe der Schiebelokomotiven überwinden. Außerdem könnten Beeinträchtigungen des Güterverkehrs während der Bauzeit vermieden werden.

Der aus Bundesmitteln finanzierte Neubau des Schwarzkopftunnels entspricht nicht zuletzt einer seit langem erhobenen Forderung aus der Region. Insbesondere hatten sich die örtlichen Bundestagsabgeordneten für die Lösung eingesetzt. Die vorgesehene Trassierung komme auch den Bürgern zugute, da sich die Lärmbelastung in den Orten Heigenbrücken und Laufach deutlich reduzieren würde. Die Baumaßnahme hat ein Investitionsvolumen von etwa 230 Millionen Euro. Bis 2009 wird die Bundesregierung erste Bundesmittel zur Verfügung stellen.

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