Fachbeiträge & Interviews
Donnerstag, 17. Oktober 2019
Ausgabe 6632 | Nr. 290 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Riederwaldtunnel: Lückenschluss zwischen A 66 und A 661

# 24.11.2009

Der Lückenschluss der A 66 aus Richtung Fulda zur Frankfurter Stadt-Autobahn 661 nimmt Formen an: Der Bau des Riederwaldtunnels hat begonnen. Die Kosten für diese Maßnahme, zu der auch das zukünftige Autobahndreieck "Erlenbruch" sowie die neue Anschlussstelle "Borsigallee" gehören, belaufen sich auf rund 175 Mio. Euro. Das Bauende wird derzeit für den Zeitraum 2017/2018 erwartet.

Der Spatenstich im September noch mit Bundesbauminister a.D. Tiefensee, Foto: HMWVL Der Spatenstich im September noch mit Bundesbauminister a.D. Tiefensee, Foto: HMWVL

Damit beginnt der seit rund 30 Jahren geplante Bau der Verbindung zwischen diesen bedeutenden Autobahnen. "Der Lückenschluss bedeutet gleichzeitig eine gravierende Entlastung für die Anwohner und für die Pendler aus dem östlichen Umland von Frankfurt. Jedes zweite Fahrzeug, das heute noch an den Fenstern Am Erlenbruch vorbeifährt, wird in Zukunft wegfallen", erklärt der hessische Verkehrsminister Dieter Posch.

Der 2,2 Kilometer lange Autobahnabschnitt hat einen zentralen Bestandteil: den 1100 Meter langen Riederwaldtunnel im Korridor der Straße "Am Erlenbruch". Mit dem Bau des Tunnels sollen die innerstädtischen Straßen Frankfurts in einem erheblichen Umfang vom Verkehr entlastet werden. Die Verkehrsmengen am Riederwald werden sich nach der Fertigstellung der Maßnahme nach Expertenschätzung um die Hälfte auf 13.000 Fahrzeuge reduzieren. Im Tunnel selbst müsse für das Jahr 2015 mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von 86.000 Kraftfahrzeugen pro Tag gerechnet werden. Im Osten wird über die geplante Anschlussstelle "Borsigallee", die die heutige Anschlussstelle Bergen-Enkheim ersetzt, das städtische Straßennetz angebunden. Der Tunnel selbst besteht aus zwei Röhren mit jeweils drei Fahrstreifen pro Richtung ohne Seitenstreifen.

Wegen der geringen Tiefenlage muss der Riederwaldtunnel in einer offenen Baugrube hergestellt werden. Der Verkehr wird jedoch während der Bauzeit mit geringen Einschränkungen aufrechterhalten werden. Das Bauwerk selbst wird mit Entlüftungsanlagen sowie automatischen Brandmeldeanlagen und weiteren Sicherheitseinrichtungen nach den aktuellen geltenden Anforderungen und Vorschriften ausgestattet.

Mit dem Erdaushub des Tunnels werden an der A 5 in Frankfurt am Main und an der B 3 in Bad Vilbel Erdwälle mit einer Gesamtlänge von 5 Kilometern als Seitenablagerungen hergestellt, die auch eine Lärmschutzfunktion erfüllen. Durch den Bau von Lärmschutzwänden sollen die Wohn- und Kleingartengebiete, die Schulen, Kindertagesstätten und Naherholungsgebiete weitgehend geschützt werden. Zusätzlich wird die derzeit nur teilweise vorhandene Ostumgehung Frankfurt im Zuge der A 661 vervollständigt. In den Bau der noch fehlenden westlichen Richtungsfahrbahn zwischen der Anschlussstelle "Frankfurt Friedberger Landstraße" und der Anschlussstelle "Frankfurt Ost" werden 36 Millionen Euro investiert.

Ein am Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel anhängiges Gerichtsverfahren ist derzeit zwecks Prüfung, ob eine Verschiebung des Tunnels nach Süden im Bereich der Haenisch- und der Flinschstraße um sechs Meter möglich sei, ausgesetzt. Diese Prüfung wurde kürzlich mit dem Ergebnis, dass eine Verschiebung prinzipiell machbar ist, abgeschlossen. Derzeit werden im Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt die notwendigen Planunterlagen erarbeitet. Unabhängig vom Fortgang des Gerichtsverfahrens können nun die bauvorbereitenden Arbeiten beginnen. Der zur Erlangung des Baurechtes notwendige Planfestellungsbeschluss stammt vom 6. Februar 2007. Die Zusage der Bundesregierung für die Finanzierung dieses Projektes erfolgte im Dezember 2008.

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