Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 11. April 2021
Ausgabe 7174 | Nr. 101 | 20. Jahrgang
Autor: Katja Bauer
Herausgeber: dpa email-weiterempfehlendruckansicht

Rockefeller-Center für Berlin - letztes Projekt am Potsdamer Platz

# 21.04.2002

Am Freitag wurde der Grundstein für das «Beisheim-Center» gelegt

Zwölf Jahre nach Baubeginn wird es wieder ruhiger auf Europas größter Baustelle - Potzdamer Platz in Berlin Zwölf Jahre nach Baubeginn wird es wieder ruhiger auf Europas größter Baustelle - Potzdamer Platz in Berlin

Berlin - Der Potsdamer Platz in Berlin geht zwölf Jahre nach dem Mauerfall mit dem letzten großen Bauprojekt seiner Vollendung als neuer Stadtteil in der Mitte der Hauptstadt entgegen. Am Freitag wurde der Grundstein für das «Beisheim-Center» gelegt - ein Baukomplex im US-amerikanischen Stil mit luxuriösen Hotels, Wohnungen und Büros, mit dem sich der milliardenschwere Gründer der Metro-Handelskette, Otto Beisheim, ein Denkmal setzen möchte. Edel, solide und elegant soll der Neubau werden. Und ohne Bescheidenheit erklärt der Investor: «Was für New York das Rockefeller-Center ist, wird das Beisheim-Center für Berlin.» Für den 3. Januar 2004 ist die Eröffnung geplant.

Wo jetzt des 463 Millionen Euro teure Projekt aus dem Privatvermögen des Bauherren entsteht, war vor 13 Jahren noch Ödnis: Hier stand die Mauer, bewehrt von Stacheldraht, umgeben von leerem Grenzland. Der Potsdamer Platz - zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch gesellschaftliches Zentrum im Herzen Berlins - war nach dem Zweiten Weltkrieg in den Augen vieler die am schmerzlichsten klaffende Wunde in der einstigen Mitte der geteilten Stadt. Als die Mauer fiel, wurde das Grenzland zum Filetstück - und zur größten Baustelle Europas.

Ein ganzer Stadtteil sollte entstehen, und für eine schnelle Stadtentwicklung sorgte das Engagement großer Investoren wie DaimlerChrysler und Sony, die dort nicht Konzernzentralen, sondern Büros, Wohnungen und Geschäfte bauten. Seitdem ist der Potsdamer Platz zum Publikumsmagneten geworden. Im kommenden Jahr feiert die Daimler-City bereits ihren 5. Geburtstag.

Da wird das Beisheim-Center bereits in den Himmel wachsen. Der Kopfbau mit 70 Metern Höhe soll direkt am Potsdamer Platz entstehen. Das ist bei weitem nicht so hoch wie das New Yorker Vorbild mit seinen 70 Stockwerken. «Wir hätten gerne höher und dichter gebaut», sagte der Geschäftsführer der Beisheim-Holding, Erwin Conradi. Doch da ließ das Land Berlin, das sich laut Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) «ganz außerordentlich» über den Neubau freut, nicht mit sich handeln. Schließlich wollten auch andere Investoren eigentlich Wolkenkratzer und bekamen am Ende Hochhäuser.

Kosmopolitisches Leben wünscht sich der Investoren und, dass «der Bau den Namen Beisheim in die Zukunft» trägt. Und Architekt Christoph Sattler sagt: «Ich erhoffe mir eine gespannte, aber doch solide Eleganz.» Steinerne Fassaden werden im Kontrast zum modernen, benachbarten Sony-Center aus Glas und Stahl entstehen. Und auch die Computeranimationen der insgesamt 50 hochnoblen Appartements mit Blick auf Reichstag und Brandenburger Tor, edlen Nussholz-Einbauten und nach Wahl auch Kamin oder Deckenstuck strahlen puren Luxus aus. Bis zu 8000 Euro pro Quadratmeter sollen die Wohnungen kosten - sie haben den vollen Service der Hotels Ritz Carlton und Marriot, die in dem Komplex entstehen. Auch der 78-jährige Otto Beisheim, der bei der Grundsteinlegung nicht dabei war, will eine Wohnung in seinem Neubau beziehen.

Ihre Bewertung für diesen Fachbeitrag
0 von 5 Sternen | 0 Abstimmungen
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/757