Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 22. September 2020
Ausgabe 6973 | Nr. 266 | 20. Jahrgang
Autor: Dipl.-Ing. Harald Link
Herausgeber: Bayerische Ingenieurekammer Bau email-weiterempfehlendruckansicht

Startschuss zum Ausbau der A 8/West nach dem Betreibermodell

# 10.03.2005

Ausschreibungsverfahren des Pilotprojekts A 8 in einem ersten Abschnitt mit rund 52 Kilometern zwischen Augsburg und München

Endlich kann mit dem wichtigen und dringenden A 8-Ausbau zwischen Augsburg und München begonnen werden, so Günther Beckstein Endlich kann mit dem wichtigen und dringenden A 8-Ausbau zwischen Augsburg und München begonnen werden, so Günther Beckstein

"Nach viel Vorarbeit und begleitenden Untersuchungen ist es nun soweit, dass der Bund dem Ausbau der A 8/West nach dem Betreibermodell zugestimmt hat. So können wir jetzt endlich mit dem wichtigen und dringenden A 8-Ausbau zunächst zwischen Augsburg und München beginnen", gab Innenminister Dr. Günther Beckstein bei der Pressekonferenz zur Startfreigabe für den Ausbau der A 8 nach dem Betreibermodell am 28. Februar 2005 in München bekannt. Innenstaatssekretär Georg Schmid bekräftigte: "Als schwäbisches Kabinettsmitglied freue ich mich ganz besonders über das grüne Licht aus Berlin für den Startschuss zum Ausschreibungsverfahren des Betreibermodells und Pilotprojekts A 8 in einem ersten Abschnitt mit rund 52 Kilometern zwischen Augsburg und München".

Der A 8-Ausbau zwischen Augsburg und München erfolgt als erstes Projekt in der Bundesrepublik im Rahmen eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells. Dabei werden für eine Konzessionslaufzeit von 30 Jahren einer privaten Projektgesellschaft der sechsstreifige Ausbau, der Betriebsdienst und die später anfallenden Erhaltungs- bzw. Sanierungsarbeiten sowie die Finanzierung des Ganzen übertragen. Als Gegenleistung erhält der Konzessionsnehmer die auf diesem Abschnitt anfallende Lkw-Maut sowie eine Anschubfinanzierung aus dem Bundeshaushalt. Beckstein: "Neben dem Zeitgewinn durch einen früheren Bau geht es uns beim Betreibermodell auch darum, im Rahmen von Public Private Partnership neue Wege im Zusammenwirken von Wirtschaft und öffentlicher Hand zu erproben und so die Effizienz bei der Beschaffung von Bauleistungen noch weiter zu steigern".

Das Bauvolumen für den etwa 37 Kilometer langen Bauabschnitt Augsburg-München beträgt rund 230 Millionen Euro, das gesamte Konzessionsvolumen einschließlich Erhaltung und Betrieb ist mit etwa 650 Millionen Euro veranschlagt. Die gesamte Konzessionsstrecke ist 52 Kilometer, da über die unmittelbare Ausbaulänge zwischen Augsburg-West und dem jetzigen Ausbauende beim Parkplatz Palsweis hinaus noch die Betriebsstrecke bis zum Autobahndreieck Allach in die Konzession einbezogen wird. Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Vergabe der Konzession etwa Mitte 2006 erfolgen. Bauzeit wäre dann von 2006 bis 2010. Der Abschnitt zwischen Ulm und Augsburg mit Baukosten von rund 330 Millionen Euro soll mit den einzelnen Phasen in einem Abstand von jeweils einem Jahr erfolgen.

Die A 8 ist nicht nur eine der wichtigsten Ost-West-Achsen des europäischen Transitverkehrs und des deutschen Fernverkehrs, sondern ebenso eine zentrale Sammel- und Verteilerschiene für Nord- und Südschwaben. Sie verknüpft hier die wichtigen Nord-Süd-Achsen wie A 7, B 16, B 2, B 17 und B 300 miteinander. Die A 8 ist täglich mit zwischen 60.000 und 80.000 Fahrzeugen belastet, an Spitzentagen mit rund 100.000 Fahrzeugen. "Ein Ausbau auf insgesamt sechs Fahrstreifen plus Standstreifen ist daher unverzichtbar, will man die bereits fast täglichen Staus vermeiden und die zahlreichen Unfälle verringern", so Schmid.

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